Bahn und Lärm­schutz: der zwei­glei­si­ge Stre­cken­aus­bau

Die Anwoh­ner einer Bahn­li­nie haben beim abschnitts­wei­sen Aus­bau der Bahn­stre­cke Anspruch dar­auf, dass ihr Lärm­schutz­be­dürf­nis bei der Rea­li­sie­rung des Stre­cken­aus­baus so zu berück­sich­ti­gen ist, dass bei Ver­zö­ge­run­gen des Aus­baus in der Zwi­schen­zeit kei­ne über­mä­ßig hohe Lärm­be­läs­ti­gung – ins­be­son­de­re wäh­rend der Nacht­ru­he – auf­tritt.

Bahn und Lärm­schutz: der zwei­glei­si­ge Stre­cken­aus­bau

So die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall von Klä­gern die sich gegen den Stre­cken­aus­bau der Bahn­li­nie Olden­burg-Wil­helms­ha­ven gewandt haben. Die Klä­ger sind Eigen­tü­mer von Wohn­häu­sern, die im Stadt­ge­biet von Olden­burg an der Eisen­bahn­stre­cke Olden­burg-Wil­helms­ha­ven lie­gen. Sie wen­den sich gegen die Plan­fest­stel­lung für den zwei­glei­si­gen Aus­bau von zwei nörd­lich von Olden­burg gele­ge­nen Teil­stre­cken der Eisen­bahn­stre­cke Olden­burg-Wil­helms­ha­ven. Die­se Eisen­bahn­stre­cke soll in meh­re­ren Abschnit­ten ertüch­tigt wer­den, um eine leis­tungs­fä­hi­ge Hin­ter­land­an­bin­dung des mitt­ler­wei­le in Betrieb genom­me­nen Tief­see­ha­fens "Jade­We­ser­Port" sicher­zu­stel­len. Die Klä­ger befürch­ten ins­be­son­de­re auf­grund der Wie­der­her­stel­lung der durch­gän­gi­gen Zwei­glei­sig­keit der Stre­cke eine unzu­mut­ba­re Zunah­me des Schie­nen­lärms auch ent­lang der Bahn­stre­cke im Stadt­ge­biet von Olden­burg. Sie erstreb­ten in ers­ter Linie die Auf­he­bung oder Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit und Nicht­voll­zieh­bar­keit der ange­foch­te­nen Plan­fest­stel­lungs­be­schlüs­se.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts durf­te das Eisen­bahn-Bun­des­amt Alter­na­tiv­tras­sen, die sich schon in den Plan­ab­schnit­ten von Varel bis Ras­tede völ­lig von der Bestands­stre­cke lösen und im Ergeb­nis auch Olden­burg weit­räu­mig umfah­ren, schon auf­grund einer Grob­ana­ly­se ableh­nen. Die Bewer­tung einer Güter­um­fah­rung der Stadt Olden­burg ent­lang der Auto­bahn A 29 spiel­te im Kla­ge­ver­fah­ren kei­ne Rol­le, da mit den ange­foch­te­nen Pla­nun­gen kei­ne Vor­fest­le­gung in die­ser Hin­sicht ver­bun­den ist.

Die Klä­ger kön­nen jedoch ver­lan­gen, dass das Eisen­bahn-Bun­des­amt noch­mals über die Gewäh­rung von Lärm­schutz für den Über­gangs­zeit­raum bis zur Rea­li­sie­rung des Stre­cken­aus­baus im Abschnitt Olden­burg ent­schei­det. Dabei muss ins­be­son­de­re die Bedeu­tung der Nacht­ru­he berück­sich­tigt wer­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 21. Novem­ber 2013 – BVerwG 7 A 28.12