Basis­ent­gel­te einer kom­mu­na­len Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le

Zah­lungs­kla­gen einer kom­mu­na­len Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le wegen der Zah­lung soge­nann­ter „Basis­ent­gel­te“ blie­ben jetzt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg ohne Erfolg.

Basis­ent­gel­te einer kom­mu­na­len Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le

Die Städ­te Mesche­de und Schmal­len­berg sind danach nicht ver­pflich­tet, der kom­mu­na­len Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le in Iser­lohn Zah­lun­gen in Höhe von 215.000 € bzw. 130.000 € zu leis­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg hat ent­spre­chen­de Kla­gen der Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le „KDVZ Cit­komm“ abge­wie­sen.

Die Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le hat­te die Ent­rich­tung so genann­ter Basis­ent­gel­te für die Bereit­stel­lung elek­tro­nisch gestütz­ter Pro­gram­me zur Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung im Finanz­we­sen ver­langt. Nach ihrer Mei­nung soll­ten die Städ­te die­se zur Kos­ten­de­ckung not­wen­di­gen Ent­gel­te auch dann zah­len, wenn sie die EDV-Pro­gram­me tat­säch­lich nicht nutz­ten. Die­ser Auf­fas­sung ist das Gericht jedoch nicht gefolgt.

Die kla­gen­de Daten­ver­ar­bei­tungs­zen­tra­le, ein kom­mu­na­ler Zweck­ver­band, dem der Hoch­sauer­land­kreis, der Mär­ki­sche Kreis und der Kreis Soest sowie die jewei­li­gen kreis­an­ge­hö­ri­gen Kom­mu­nen, dar­un­ter auch die beklag­ten Städ­ten Mesche­de und Schmal­len­berg, ange­hö­ren, stellt sei­nen Mit­glie­dern Dienst­leis­tun­gen und Pro­duk­te auf dem Gebiet der technik­un­ter­stütz­ten Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung zur Ver­fü­gung. Seit meh­re­ren Jah­ren berech­net er sei­nen Mit­glie­dern auf­grund eines Mehr­heits­be­schlus­ses der Ver­bands­ver­samm­lung jähr­lich so genann­te Basis­ent­gel­te in einer Höhe von 1,75 je Ein­woh­ner für die Bereit­stel­lung bestimm­ter elek­tro­ni­scher Pro­gram­me für das Finanz­we­sen. Dies geschieht unab­hän­gig davon, ob die ein­zel­nen Gemein­den die­se Pro­gram­me tat­säch­lich nut­zen. Die bei­den beklag­ten Städ­te hat­ten sich für ande­re, nicht vom Klä­ger ange­bo­te­ne Pro­duk­te ent­schie­den und wei­ger­ten sich, ent­spre­chen­de Zah­lun­gen für die Jah­re 2007 bis 2010 an den kla­gen­den Zweck­ver­band zu leis­ten. Dar­auf­hin hat der Ver­band vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg auf Zah­lung geklagt – ohne Erfolg.

Für die ver­lang­ten Zah­lun­gen gebe es kei­ne Rechts­grund­la­ge, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg in sei­nen Urteils­grün­den. Ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen bestün­den nicht. Auch das maß­geb­li­che Gesetz, näm­lich das Gesetz über kom­mu­na­le Gemein­schafts­ar­beit, und die Ver­bands­sat­zung des Klä­gers recht­fer­tig­ten die Zah­lungs­pflicht nicht. Danach kön­ne sich der Zweck­ver­band über Gebüh­ren und Bei­trä­ge finan­zie­ren und zu den Ein­nah­me­quel­len kön­ne bei einem Fehl­be­darf auch eine Umla­ge gehö­ren. Zu die­sen Abga­ben gehö­re das frag­lich Basis­ent­gelt jedoch nicht. Ande­re Zah­lun­gen als Gebüh­ren, Bei­trä­ge oder eine Umla­ge dür­fe der Zweck­ver­band nach die­sen Bestim­mun­gen von sei­nen Mit­glie­dern jedoch nicht erhe­ben, sofern sie Leis­tun­gen des Ver­ban­des nicht – wie ande­re Kun­den auch – auf­grund einer ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung in Anspruch näh­men. Zusätz­lich habe der Zweck­ver­band gegen eine wei­te­re gesetz­li­che Vor­schrift ver­sto­ßen, nach der die Ver­bands­sat­zung selbst mit hin­rei­chen­der Bestimmt­heit fest­le­gen müs­se, nach wel­chen Kri­te­ri­en die Mit­glie­der zur Deckung des Finanz­be­darfs her­an­ge­zo­gen wür­den. Ande­re Fest­set­zun­gen, auch die hier erfolg­ten Beschlüs­se der Ver­bands­ver­samm­lung, reich­ten nicht aus.

Ver­wal­tuangs­ge­richt Arns­berg, Urtei­le vom 25. Novem­ber 2011 – 12 K 3601/​10, 12 K 3602/​10