Bau­ge­neh­mi­gung für einen Geträn­ke­markt

Eine Stadt hat die Mög­lich­keit, den Ein­zel­han­del in ihrem Gebiet zur Erhal­tung und Ent­wick­lung des zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­reichs durch bau­pla­ne­ri­sche Fest­set­zun­gen zu steu­ern und kann in bestimm­ten Gebie­ten Ein­zel­han­dels­be­trie­be ver­bie­ten.

Bau­ge­neh­mi­gung für einen Geträn­ke­markt

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Wei­ge­rung des Land­krei­ses Alzey-Worms, die Errich­tung eines Geträn­ke­mark­tes am Stadt­rand von Alzey zu geneh­mi­gen, als rech­tens erach­tet und damit die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mainz bestä­tigt. Die Stadt Alzey beschloss im Herbst 2011 den Bebau­ungs­plan „Bahn­hof­stra­ße west­lich des Bahn­hofs“, der Ein­zel­han­dels­be­trie­be in die­sem außer­halb der Innen­stadt lie­gen­den Plan­ge­biet grund­sätz­lich aus­schließt. Eine Aus­nah­me ist für Ein­zel­han­del mit nicht zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­ten vor­ge­se­hen. Den Antrag des Klä­gers, ihm in die­sem Gebiet die Errich­tung eines Geträn­ke­mark­tes mit 350 m² Ver­kaufs­flä­che zu geneh­mi­gen, lehn­te der beklag­te Land­kreis ab. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz ab. Vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ver­folgt der Klä­ger sein Ziel wei­ter.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz stün­den dem Vor­ha­ben des Klä­gers die Fest­set­zun­gen des Bebau­ungs­plans ent­ge­gen. Der Bebau­ungs­plan sei wirk­sam. Die Stadt habe die Mög­lich­keit, den Ein­zel­han­del in ihrem Gebiet zur Erhal­tung und Ent­wick­lung des zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­reichs durch bau­pla­ne­ri­sche Fest­set­zun­gen zu steu­ern. Die Fest­set­zun­gen des Bebau­ungs­plans sei­en auch nicht zur Errei­chung der städ­te­bau­li­chen Zie­le der Stadt unge­eig­net, weil ein Geträn­ke­markt in der vom Klä­ger kon­kret beab­sich­tig­ten Aus­ge­stal­tung mit einer Ver­kaufs­flä­che von 350 m² und zahl­rei­chen Park­plät­zen im zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­reich nicht ver­wirk­licht wer­den kön­ne. Inso­fern sei nicht die in der Rand­la­ge mög­li­che opti­ma­le Aus­ge­stal­tung des Geträn­ke­markts maß­geb­lich. Es sei viel­mehr aus­rei­chend, dass im zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­reich der Stadt ein Ein­zel­han­dels­an­ge­bot ein­ge­rich­tet wer­den kön­ne, das dem in der Rand­la­ge aus­ge­schlos­se­nen Sor­ti­ment im Wesent­li­chen ver­gleich­bar sei.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 12. Dezem­ber 2012 – 8 A 10715/​12.OVG