Bau­kos­ten­zu­schuss für den Was­ser­an­schluss

Zu den Vor­aus­set­zun­gen des Anspruchs des Was­ser­ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens gegen den Anschluss­neh­mer auf Zah­lung eines Bau­kos­ten­zu­schus­ses gemäß § 9 Abs. 1 AVB­Was­serV und auf Erstat­tung der Kos­ten für die Erstel­lung oder Ver­än­de­rung des Haus­an­schlus­ses gemäß § 10 Abs. 4 AVB­Was­serV hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung genom­men:

Bau­kos­ten­zu­schuss für den Was­ser­an­schluss

Die Rege­lung des § 9 AVB­Was­serV beruht danach auf dem Grund­satz, dass der Bau­kos­ten­zu­schuss nur ein­mal, näm­lich bei Neu­an­schluss eines Objekts an die Ver­tei­lungs­an­la­gen erho­ben wer­den kann. Die Kos­ten für die Unter­hal­tung und etwai­ge spä­te­re Erneue­rung der Ver­tei­lungs­an­la­gen kön­nen dem Anschluss­neh­mer nicht im Wege eines Bau­kos­ten­zu­schus­ses in Rech­nung gestellt wer­den; die­se Kos­ten sind über die Prei­se abzu­de­cken.

Zum Sinn und Zweck des § 9 Abs. 5 AVB­Was­serV 1.

Die Erstel­lung des Haus­an­schlus­ses gemäß § 10 Abs. 4 Nr. 1 AVB­Was­serV umfasst nur die erst­ma­li­ge Her­stel­lung des Haus­an­schlus­ses, nicht die Kos­ten für die Erhal­tung des Haus­an­schlus­ses durch lau­fen­de Instand­hal­tung und Instand­set­zung, tech­ni­sche Ver­bes-serung, Erneue­rung oder Aus­wechs­lung von Tei­len des Haus­an­schlus­ses 2.

Ob das Was­ser­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men berech­tigt ist, vom Anschluss­neh­mer gemäß § 10 Abs. 4 Nr. 2 AVB­Was­serV die Erstat­tung der Kos­ten für eine Ver­än­de­rung des Haus­an­schlus­ses zu ver­lan­gen, rich­tet sich in ers­ter Linie danach, ob die Erfor­der­lich­keit der Ver­än­de­rung in den Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens oder des Anschluss­neh­mers fällt. Die Ver­ant­wor­tungs­be­rei­che zwi­schen dem Was­ser­ver­sor­gungs-unter­neh­men und dem Anschluss­neh­mer wer­den durch die Über­ga­be­stel­le abge­grenzt, an der das Was­ser und die Gefahr für das Lei­tungs­gut auf den Kun­den über­ge­hen und die Über­eig­nung nach § 929 BGB statt­fin­det 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Novem­ber 2011 – VIII ZR 23/​11

  1. Anschluss an BGH, Urteil vom 24.03.1988 – VII ZR 81/​87, NJW-RR 1988, 1427 unter III 2 b[]
  2. Fort­füh­rung von BGH, Urtei­le vom 28.02.2007 – VIII ZR 156/​06, NJW-RR 2007, 1541 Rn. 9; und vom 26.09.2007 – VIII ZR 17/​07, NZM 2008, 56 Rn. 15[]
  3. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 06.4.2005 – VIII ZR 260/​04, NJW-RR 2005, 960 unter II 2 b[]