Abge­senk­te Ost-Besol­dung

Die abge­senk­te Besol­dung der Beam­ten und Rich­ter, die erst­mals im Bei­tritts­ge­biet ernannt wur­den und dort zeit­lich über­wie­gend ihre Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen erwor­ben hat­ten, war bis zum 31.12 2009 mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar.

Abge­senk­te Ost-Besol­dung

Die Lan­des­ge­setz­ge­ber durf­ten das Rege­lungs­sys­tem der 2. BesÜV bis zu deren Aus­lau­fen am 31.12 2009 als eige­ne Lan­des­re­ge­lung fort­füh­ren.

Das Hin­aus­schie­ben der Besol­dungs­an­glei­chung um zwei Jah­re für Beam­te ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 und für Rich­ter war mit Blick auf die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on am Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit mit Art. 3 Abs. 1 GG noch ver­ein­bar.

Die amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung ist not­wen­di­ger­wei­se eine nach Besol­dungs­grup­pen abge­stuf­te Besol­dung. Der wei­te Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers im Besol­dungs­recht deckt nicht die auf Dau­er ange­leg­te Ein­eb­nung des Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen.

§ 73 Satz 1 BBesG in der Fas­sung des Geset­zes vom 10.09.2003 1 ermäch­tig­te die Bun­des­re­gie­rung, durch Rechts­ver­ord­nun­gen, die bis zum 31.12 2009 zu erlas­sen waren, für die Besol­dung Über­gangs­re­ge­lun­gen zu bestim­men, die den beson­de­ren Ver­hält­nis­sen im Bei­tritts­ge­biet Rech­nung tru­gen. Die­se Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung erstreck­te sich nach Satz 2 der Bestim­mung ins­be­son­de­re dar­auf, die Besol­dung ent­spre­chend den all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen und ihrer Ent­wick­lung im Bei­tritts­ge­biet abwei­chend vom Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz fest­zu­set­zen und regel­mä­ßig anzu­pas­sen.

Nach § 2 Abs. 1 der auf die­ser Grund­la­ge erlas­se­nen Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung erhiel­ten Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die von ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung an im Bei­tritts­ge­biet ver­wen­det wur­den, abge­senk­te Dienst­be­zü­ge. Eine Aus­nah­me von der Absen­kung der Besol­dung sah § 4 der 2. BesÜV für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten vor, die auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wor­den waren; die­se erhiel­ten einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuss, sodass sie im Ergeb­nis besol­det wur­den wie im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet ver­wen­de­te Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten glei­chen Amtes. Die Besol­dungs­ab­sen­kung nach § 2 Abs. 1 der 2. BesÜV war für Beam­te und Sol­da­ten der Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 bis zum 31.12 2007 anzu­wen­den (§ 12 Abs. 2 der 2. BesÜV) und galt für Beam­te und Sol­da­ten höhe­rer Besol­dungs­grup­pen sowie für Rich­ter bis zum 31.12 2009 (§ 14 Abs. 3 der 2. BesÜV).

Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber hat nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Besol­dungs­recht auf die Län­der durch Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG in der Fas­sung des 28. Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 2 mit dem Fünf­ten Gesetz zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 3 ange­ord­net, dass das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 4, zuletzt geän­dert durch Art. 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 5, mit Aus­nah­me eini­ger kon­kret bezeich­ne­ten Bestim­mun­gen sowie die auf­grund des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen als Lan­des­recht fort­gel­ten (Art. 1 Nr. 4 mit der Ein­fü­gung des § 17 Sächs­BesG, Art. 2).

Um Per­so­nal für den Auf­bau einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung und Recht­spre­chung zu gewin­nen, erhiel­ten nach § 4 Satz 1 der 2. BesÜV in der bis zum 24.11.1997 gel­ten­den Fas­sung vom 02.06.1993 6 die­je­ni­gen Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten, die auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wor­den waren, einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuss bis zur Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 der 2. BesÜV und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen. Maß­ge­bend war die erst­ma­li­ge Ernen­nung zum Beam­ten auf Pro­be, weil damit erst­mals ein Anspruch auf Dienst­be­zü­ge ent­steht 7. Im Jahr 1997 (vgl. Art. 1 Nr. 6 der Vier­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung vom 17.11.1997 8) wur­de die Gewäh­rung des Zuschus­ses nach § 4 der 2. BesÜV zwar auf die Fäl­le beschränkt, in denen ein drin­gen­des dienst­li­ches Bedürf­nis für die Per­so­nal­ge­win­nung bestand. Gemäß § 12 Abs. 1 der 2. BesÜV galt dies jedoch nicht für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die bis zu die­sem Tage ernannt wor­den waren. Die­se erhiel­ten den Zuschuss, d.h. im Ergeb­nis die vol­le Besol­dung, wei­ter.

Der Begriff der Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen im Sin­ne von § 4 Satz 1 der 2. BesÜV F.1993 umfasst sämt­li­che Vor- und Aus­bil­dungs­vor­aus­set­zun­gen, die die spe­zi­fisch fach­be­zo­ge­ne Vor­bil­dung für die Wahr­neh­mung der Amts­auf­ga­ben der jewei­li­gen Lauf­bahn ver­mit­teln 9. Damit umfas­sen die Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen für das Amt eines Rich­ters das rechts­wis­sen­schaft­li­che Stu­di­um, die ers­te Staats­prü­fung, den Vor­be­rei­tungs­dienst und die zwei­te Staats­prü­fung 10. Denn nach § 5 Abs. 1 des Deut­schen Rich­ter­ge­set­zes – DRiG – erwirbt die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt, wer ein rechts­wis­sen­schaft­li­ches Stu­di­um an einer Uni­ver­si­tät mit der ers­ten Staats­prü­fung und einen anschlie­ßen­den Vor­be­rei­tungs­dienst mit der zwei­ten Staats­prü­fung abschließt. Die im Eini­gungs­ver­trag (Anla­ge I Kap. III Sach­ge­biet A Abschn. III Nr. 8 Maß­ga­be y) gg) 11) ange­ord­ne­te Gleich­stel­lung des Abschlus­ses eines rechts­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­ums als Diplom-Jurist im Bei­tritts­ge­biet mit der ers­ten Staats­prü­fung im Sin­ne der §§ 5 und 6 DRiG ändert nichts an der Vor­aus­set­zung für die Auf­sto­ckung der abge­senk­ten Besol­dung, wonach die Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­ben sein müs­sen 12. Die Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen gal­ten auch dann als im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­ben, wenn der dort erwor­be­ne Teil zeit­lich min­des­tens die Hälf­te der ins­ge­samt für den Erwerb der Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen auf­ge­wen­de­ten Zeit aus­mach­te. Die­se Vor­aus­set­zung ist aus­schließ­lich orts­be­zo­gen zu ver­ste­hen 13.

Zwar hat der Ver­ord­nungs­ge­ber die Gewäh­rung des Zuschus­ses auf Per­so­nen beschränkt, die bis zum 24.11.1997 erst­mals zum Beam­ten, Rich­ter oder Sol­da­ten ernannt wur­den (Art. 1 Nr. 6 der Vier­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung 14). Damit hat er zu erken­nen gege­ben, dass der per­so­nel­le Auf­bau von Ver­wal­tung und Jus­tiz zu die­sem Zeit­punkt abge­schlos­sen war und kein Gewin­nungs­in­ter­es­se für im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet aus­ge­bil­de­te Beam­te und Rich­ter mehr bestand. Jedoch hat der Ver­ord­nungs­ge­ber zugleich bestimmt, dass die vor dem Stich­tag Ernann­ten den Zuschuss wei­ter und zwar dau­er­haft erhiel­ten (§ 12 der 2. BesÜV F.1997). Dies ist unter dem Gesichts­punkt des Ver­trau­ens­schut­zes gerecht­fer­tigt 15. Um die­se Per­so­nen im Bei­tritts­ge­biet zu hal­ten, soll­ten sie auch nach der 1997 ein­ge­tre­te­nen Rechts­än­de­rung im Genuss des Zuschus­ses nach § 4 der 2. BesÜV blei­ben 16.

Die­se Rege­lung stell­te kei­ne gleich­heits­wid­ri­ge Benach­tei­li­gung der­je­ni­gen Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten dar, die abge­senk­te Besol­dung erhiel­ten. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in dem Beschluss vom 12.02.2003 17 mit der Bin­dungs­wir­kung des § 31 Abs. 1 BVerfGG ent­schie­den, dass die Bestands­schutz­re­ge­lung des § 12 der 2. BesÜV im Hin­blick auf Gesichts­punk­te des Ver­trau­ens­schut­zes gerecht­fer­tigt war. Der Gesichts­punkt des Bestands­schut­zes kommt auch den aus dem bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet ins Bei­tritts­ge­biet ver­setz­ten Beam­ten und Rich­tern zugu­te, die von der Absen­kung der Besol­dung nach § 2 der 2. BesÜV nicht erfasst waren. Der Zweck der Bes­ser­stel­lung die­ses Per­so­nen­krei­ses – das Gewin­nungs­in­ter­es­se für den Auf­bau einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung und Jus­tiz – recht­fer­tig­te deren dau­er­haf­te Bes­ser­stel­lung. Mit der Zweck­er­rei­chung – dem Abschluss des Auf­baus der rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung und Jus­tiz – ent­fiel ledig­lich die Recht­fer­ti­gung, künf­tig neu ein­ge­stell­tes Per­so­nal auf die­ser Grund­la­ge bes­ser zu stel­len.

Die Ver­ur­tei­lung des Dienst­herrn zur Zah­lung der höhe­ren als nor­ma­tiv vor­ge­se­he­nen Besol­dung kommt bereits des­halb nicht in Betracht, weil Besol­dungs­leis­tun­gen nur gewährt wer­den dür­fen, wenn und soweit sie gesetz­lich fest­ge­legt sind (vgl. § 2 Abs. 1 und Abs. 2 BBesG). Auf­grund des in Art. 33 Abs. 5 GG ver­an­ker­ten besol­dungs­recht­li­chen Geset­zes­vor­be­halts und des Gestal­tungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers im Besol­dungs­recht wird den Beam­ten in Fäl­len, in denen das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des Besol­dungs­ge­set­zes fest­ge­stellt hat, zuge­mu­tet abzu­war­ten, bis der Gesetz­ge­ber eine ver­fas­sungs­kon­for­me Neu­re­ge­lung getrof­fen hat. Die­se muss den Zeit­raum ab der Fest­stel­lung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit erfas­sen 18.

Aber auch die begehr­te Fest­stel­lung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der abge­senk­ten Besol­dung kann nicht erge­hen. Die Absen­kung der Besol­dung nach § 2 der 2. BesÜV ver­stieß im gesam­ten hier streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG. Das gilt glei­cher­ma­ßen für den Zeit­raum vom Jah­res­be­ginn 2004 bis August 2006, in dem der Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Besol­dungs­recht besaß, den Zeit­raum von Sep­tem­ber 2006 bis zum Jah­res­en­de 2007, in dem das beklag­te Land zwar die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Besol­dungs­recht sei­ner Beam­ten und Rich­ter erlangt hat­te, aber die bun­des­recht­li­chen Besol­dungs­re­ge­lun­gen noch nicht durch eige­ne Besol­dungs­re­ge­lun­gen ersetzt hat­te, und schließ­lich für die Jah­re 2008 und 2009, für die das beklag­te Land eine eige­ne Besol­dungs­re­ge­lung geschaf­fen und damit die in der 2. BesÜV ange­leg­te Absen­kung und die nach Besol­dungs­grup­pen gestuf­te Been­di­gung in sein Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz über­nom­men hat.

Im Zeit­raum, in dem der Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Besol­dungs­recht der Lan­des­be­am­ten und ‑rich­ter hat­te, also bis zum 31.08.2006, recht­fer­tig­ten die wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se in den neu­en Bun­des­län­dern die abge­senk­te Besol­dung.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in dem Beschluss vom 12.02.2003 – 2 BvL 3/​0019 zu der Fas­sung des § 73 BBesG vom 19.04.2001 20, die eine Gel­tungs­dau­er bis zum Jah­res­en­de 2005 vor­sah, mit Bin­dungs­wir­kung nach § 31 BVerfGG ent­schie­den, dass die abge­senk­te Besol­dung für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten in den neu­en Län­dern im Hin­blick auf den Gleich­heits­grund­satz noch gerecht­fer­tigt sei, weil sich dort die wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se (Brut­to­in­lands­pro­dukt, Steu­er­kraft, Arbeits­lo­sen­quo­te, all­ge­mei­nes Preis- und Lohn­ni­veau, sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Bemes­sungs­grö­ßen, finan­zi­el­le Lage der Län­der und Gemein­den) noch immer deut­lich von denen im gesam­ten übri­gen Bun­des­ge­biet unter­schie­den. Die schwa­che Finanz­kraft der neu­en Län­der stel­le als Fol­ge und Aus­druck der gesamt­wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on einen besol­dungs­recht­lich noch hin­rei­chend sach­ge­rech­ten Grund für die gerin­ge­re Besol­dung dar. Ande­rer­seits dür­fe der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber nicht unbe­rück­sich­tigt las­sen, dass die Gel­tung einer aus­drück­lich als sol­che bezeich­ne­ten Über­gangs­re­ge­lung (§ 73 Satz 1 und Satz 3 BBesG) nicht belie­big ver­län­ger­bar sei. Ins­be­son­de­re lie­ße sich die Auf­recht­erhal­tung zwei­er unter­schied­lich hoher Besol­dun­gen auf der Grund­la­ge des gel­ten­den § 73 BBesG nicht mit der Erwä­gung recht­fer­ti­gen, dass zunächst eine völ­li­ge Anglei­chung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se in Ost und West erreicht wer­den müs­se.

Nach den nicht mit Ver­fah­rens­rügen ange­grif­fe­nen und des­halb nach § 137 Abs. 2 VwGO bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts zum Brut­to­in­lands­pro­dukt je Ein­woh­ner, der Arbeits­lo­sen­quo­te, dem ver­füg­ba­ren Ein­kom­men pri­va­ter Haus­hal­te und dem Brut­to­jah­res­ver­dienst – bezo­gen auf Sach­sen, den Durch­schnitt im Bei­tritts­ge­biet und im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet – bestan­den bis zum Jahr 2007 die eine nied­ri­ge­re Besol­dung im Bei­tritts­ge­biet recht­fer­ti­gen­den unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se gegen­über dem bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet fort.

Glei­ches gilt für die Zeit von Sep­tem­ber 2006 bis Ende 2007. Nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Besol­dungs­recht auf die Län­der gal­ten das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz und die Zwei­te Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung nach Art. 125a Abs. 1 Satz 1 GG in die­sem Zeit­raum zunächst als Bun­des­recht fort. Die somit fort­gel­ten­de abge­senk­te Besol­dung war nach den bereits dar­ge­leg­ten Maß­stä­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts gerecht­fer­tigt. Die vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zu den wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen in Sach­sen und in den neu­en Bun­des­län­dern getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen decken auch die­sen Zeit­raum mit ab; im Übri­gen steht dies als all­ge­mein­kun­di­ge Tat­sa­che fest.

Den säch­si­schen Gesetz­ge­ber traf bis Ende 2007 kei­ne Hand­lungs­pflicht, das fort­gel­ten­de Bun­des­be­sol­dungs­recht durch lan­des­ge­setz­li­che Rege­lun­gen abzu­lö­sen. Es ist grund­sätz­lich Sache des Gesetz­ge­bers zu bestim­men, wann er von einer neu zuge­wach­se­nen Zustän­dig­keit Gebrauch macht; Ein­schrän­kun­gen die­ser gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­frei­heit kön­nen sich etwa aus der Ver­pflich­tung zur Erfül­lung eines Ver­fas­sungs­auf­trags oder zur Berei­ni­gung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Rechts­la­ge erge­ben 21. Eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Rechts­la­ge ist – wie dar­ge­legt – hier nicht gege­ben. Abge­se­hen davon ist einem für einen Rege­lungs­be­reich zustän­dig gewor­de­nen Gesetz­ge­ber eine gewis­se Über­le­gungs, Ent­schei­dungs- und Umset­zungs­zeit zuzu­bil­li­gen. Hier hat der säch­si­sche Gesetz­ge­ber nach etwas mehr als einem Jahr und damit inner­halb ange­mes­se­ner Zeit von der ihm ab Sep­tem­ber 2006 zuste­hen­den Befug­nis zur Rege­lung des Besol­dungs­rechts Gebrauch gemacht.

Für die Mona­te Novem­ber und Dezem­ber 2007 gilt: Der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber hat mit dem Fünf­ten Gesetz zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 3 ange­ord­net, dass das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 4, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 5, mit Aus­nah­me eini­ger kon­kret bezeich­ne­ten Bestim­mun­gen sowie die auf­grund des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen als Lan­des­recht fort­gel­ten (Art. 1 Nr. 4 mit der Ein­fü­gung des § 17 Sächs­BesG, Art. 2). Mit der Anord­nung der Fort­gel­tung der Anla­gen IV bis IX des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der genann­ten Fas­sung bis zum 31.12 2007 als Lan­des­recht in dem neu­en § 17 Abs. 1 Satz 2 Sächs­BesG hat der Lan­des­ge­setz­ge­ber zum Aus­druck gebracht, dass er die bun­des­ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­ne Fort­gel­tung des bis­he­ri­gen Bun­des­be­sol­dungs­rechts als Bun­des­recht in Sach­sen rück­wir­kend durch die inhalts­glei­che Fort­gel­tung als Lan­des­recht erset­zen und den säch­si­schen Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­emp­fän­gern ledig­lich den in § 17 Abs. 1 Satz 2 Sächs­BesG im Ein­zel­nen fest­ge­leg­ten ein­ma­li­gen Zusatz­be­trag gewäh­ren woll­te. Es kann dahin­ste­hen, ob die­se rück­wir­ken­de lan­des­recht­li­che Erset­zung des als Bun­des­recht fort­gel­ten­den Besol­dungs­rechts, auf des­sen Grund­la­ge die Besol­dungs­leis­tun­gen für die frag­li­chen bei­den Mona­te ja bereits erbracht waren, wirk­sam war oder nicht. Denn die ver­län­ger­te Gel­tungs­dau­er der Besol­dungs­ab­sen­kung nach § 2 der 2. BesÜV war unab­hän­gig davon gerecht­fer­tigt, ob sie bun­des­recht­li­cher oder lan­des­recht­li­cher Natur war.

Schließ­lich war die abge­senk­te Besol­dung für Beam­te mit einem Amt ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 und für Rich­ter auch für die Jah­re 2008 und 2009 gerecht­fer­tigt.

Mit Wir­kung ab Janu­ar 2008 hat sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber das Rege­lungs­sys­tem des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes und der 2. BesÜV zu eigen gemacht (Fünf­tes Gesetz zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes 22).

Mit dem Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 vom 10.09.2003 1 hat­te der Bun­des­ge­setz­ge­ber die Gel­tungs­dau­er der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung bis zum Ablauf des 31.12 2009 ver­län­gert (§ 14 Abs. 3 der 2. BesÜV) und die Anwen­dung des die Höhe der abge­senk­ten Besol­dung regeln­den § 2 Abs. 1 der 2. BesÜV – ab dem 1.01.92, 5 % der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­ge – für die Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 auf den Zeit­raum bis zum 31.12 2007 beschränkt (§ 12 Abs. 2 der 2. BesÜV).

In der Geset­zes­be­grün­dung heißt es u.a.: "Die Ver­län­ge­rung ori­en­tiert sich an der Ziel­set­zung des Tarif­ab­schlus­ses, die Anglei­chung bis spä­tes­tens 31.12 2009 abzu­schlie­ßen" 23 und "Mit dem neu ein­ge­füg­ten Absatz 2 wird die nicht künd­ba­re tarif­li­che Ver­ein­ba­rung vom 09.01.2003, wonach die Anglei­chung für die Ver­gü­tungs­grup­pen X bis Vb bis zum 31.12 2007 abzu­schlie­ßen ist, für die ent­spre­chen­den Besol­dungs­grup­pen über­nom­men. (…) Für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen tritt die Ver­ord­nung mit Ablauf des 31.12 2009 außer Kraft" 24.

Der Bun­des­ge­setz- und ‑ver­ord­nungs­ge­ber hat­te damit den Tarif­ab­schluss mit der nach Ver­gü­tungs­grup­pen zeit­lich gestuf­ten Anglei­chung an die "West-Ver­gü­tung" auf die Beam­ten über­tra­gen und des­halb eine nach Besol­dungs­grup­pen zeit­lich gestuf­te Anglei­chung an die "West-Besol­dung" ange­ord­net.

Dies hat der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber bis zum Aus­lau­fen der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung in sein Lan­des­recht über­nom­men (§ 17 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG als Teil des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008, GVBl S. 3). In den Anla­gen zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz fin­den sich dem­zu­fol­ge die Besol­dungs­ta­bel­len sowohl für die Emp­fän­ger abge­senk­ter Besol­dung 25 als auch für die Emp­fän­ger nicht abge­senk­ter Besol­dung 26. Dabei gehö­ren zu Letz­te­ren auch die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9, für die nach § 12 Abs. 2 der 2. BesÜV schon zum Jah­res­be­ginn 2008 die Absen­kung gegen­über der Nor­mal­be­sol­dung been­det wor­den ist.

Zwar sind Maß­stab bei der Gleich­heits­prü­fung (Art. 3 Abs. 1 GG) für die Besol­dung der säch­si­schen Beam­ten und Rich­ter nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Län­der nun­mehr die Ver­hält­nis­se in Sach­sen. Der Gesetz­ge­ber kann und muss Gleich­heit nur inner­halb sei­ner Zustän­dig­keit gewäh­ren 27. Aller­dings war die Über­nah­me des Rege­lungs­mo­dells der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung in das säch­si­sche Besol­dungs­recht nur bei Fort­be­stehen sei­ner inne­ren Recht­fer­ti­gung – die zwi­schen dem bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet und dem Bei­tritts­ge­biet unter­schied­li­chen all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se – zuläs­sig. Die­se war auch für die Jah­re 2008 und 2009 gege­ben, weil sich nach all­ge­mein­kun­di­gen Erkennt­nis­sen die inso­weit maß­geb­li­chen Indi­ka­to­ren betref­fend die wei­te­re Ent­wick­lung des Anglei­chungs­pro­zes­ses auch in die­sem Zeit­raum nicht wesent­lich geän­dert haben, wovon im Übri­gen auch die Betei­lig­ten die­ses Ver­fah­rens nach ihren Erklä­run­gen in der Revi­si­ons­ver­hand­lung aus­ge­hen.

Im Ergeb­nis mit dem Grund­ge­setz noch ver­ein­bar ist schließ­lich die Bei­be­hal­tung der dif­fe­ren­zier­ten Anglei­chung an die vol­le Besol­dung bei Beam­ten mit einem Amt bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9 einer­seits und bei Beam­ten und Rich­tern mit einem höhe­rem Amt ande­rer­seits (§ 12 Abs. 2 der 2. BesÜV, § 17 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG, Anla­gen 2, 3, 6, 21, 22 und 25 zum Sächs­BesG; § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV, § 17 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG, Anla­gen 16, 17, 20, 35, 36 und 39 zum Sächs­BesG). Die um zwei Jah­re hin­aus­ge­scho­be­ne Anglei­chung ist durch die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on gerecht­fer­tigt, in der sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber im Jahr 2008 gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit befand. Er durf­te sich dafür ent­schei­den, die vor­ge­fun­de­ne bun­des­recht­li­che Rege­lung der Ost-West-Anglei­chung auch mit ihren Frik­tio­nen bis zum Ablauf des dort bereits bestimm­ten Über­gangs­zeit­raums fort­zu­füh­ren.

Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Beam­ten und sei­ne Fami­lie lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienst­rang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu einer dem Amt ange­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Gesetz­ge­ber die Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auch für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen. Die­sen Kri­te­ri­en muss der Gesetz­ge­ber sowohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Besol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he über die Jah­re hin­weg im Wege einer Gesamt­schau der hier­bei rele­van­ten Kri­te­ri­en und anhand einer Gegen­über­stel­lung mit jeweils in Betracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen Rech­nung tra­gen 28.

Die durch Art. 33 Abs. 5 GG gefor­der­te Amts­an­ge­mes­sen­heit der Rege­la­li­men­ta­ti­on beur­teilt sich nach dem Net­to­ein­kom­men der Beam­ten. Ob das jähr­li­che Net­to­ein­kom­men der Beam­ten den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG genügt, hängt von der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se ab. Maß­ge­bend ist vor allem der Ver­gleich mit den Net­to­ein­kom­men der tarif­lich Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes. Dane­ben kommt es auf die Ent­wick­lung der­je­ni­gen Ein­kom­men an, die für ver­gleich­ba­re Tätig­kei­ten außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den. Der Gesetz­ge­ber darf die Beam­ten­be­sol­dung von der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung nur aus­neh­men, wenn dies durch spe­zi­fi­sche, im Beam­ten­ver­hält­nis wur­zeln­de Grün­de gerecht­fer­tigt ist. Den Beam­ten dür­fen kei­ne Son­der­op­fer zur Kon­so­li­die­rung der öffent­li­chen Haus­hal­te auf­er­legt wer­den. Die Besol­dung ist nicht mehr amts­an­ge­mes­sen, wenn die finan­zi­el­le Aus­stat­tung der Beam­ten greif­bar hin­ter der all­ge­mei­nen Ein­kom­mens­ent­wick­lung zurück­bleibt 29.

Die durch das Leis­tungs­prin­zip, Art. 33 Abs. 2 GG, und das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, Art. 33 Abs. 5 GG, gewähr­leis­te­te amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung ist eine nach dem Amt abge­stuf­te Besol­dung. Die Besol­dung des Beam­ten ist seit jeher nach sei­nem Amt und der mit die­sem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung abge­stuft wor­den. Es gehört daher zu den über­kom­me­nen Grund­la­gen des Berufs­be­am­ten­tums, dass mit einem höhe­ren Amt in der Regel auch höhe­re Dienst­be­zü­ge ver­bun­den sind 30. Durch die Anknüp­fung der Ali­men­ta­ti­on an inner­dienst­li­che, unmit­tel­bar amts­be­zo­ge­ne Kri­te­ri­en wie den Dienst­rang soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Bezü­ge ent­spre­chend der unter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter abge­stuft sind. Jedem Amt ist eine Wer­tig­keit imma­nent, die sich in der Besol­dungs­hö­he wider­spie­geln muss. Amts­an­ge­mes­se­ne Gehäl­ter sind daher so zu bemes­sen, dass sie dem Beam­ten eine Lebens­hal­tung ermög­li­chen, die der Bedeu­tung sei­nes jewei­li­gen Amtes ent­spricht. Die "amts"-angemessene Besol­dung ist des­halb not­wen­di­ger­wei­se eine abge­stuf­te Besol­dung 31.

Beim Erlass besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten hat der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Spiel­raum poli­ti­schen Ermes­sens 32, inner­halb des­sen er das Besol­dungs­recht den tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung anpas­sen und ver­schie­den­ar­ti­ge Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen darf. Den Gerich­ten ist die Über­prü­fung ver­wehrt, ob der Gesetz­ge­ber die gerech­tes­te, zweck­mä­ßigs­te und ver­nünf­tigs­te Lösung gewählt hat. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kann, sofern nicht – wie hier mög­li­cher­wei­se Art. 33 Abs. 2 und 5 GG mit dem aus dem Leis­tungs­prin­zip und aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip fol­gen­den Abstands­ge­bot – von der Ver­fas­sung selbst getrof­fe­ne Wer­tun­gen ent­ge­gen­ste­hen, nur die Über­schrei­tung äußers­ter Gren­zen bean­stan­den, jen­seits derer sich gesetz­li­che Vor­schrif­ten bei der Abgren­zung von Lebens­sach­ver­hal­ten als evi­dent sach­wid­rig erwei­sen 33. Jede Besol­dungs­ord­nung ent­hält unver­meid­ba­re Här­ten und mag aus Sicht der Betrof­fe­nen frag­wür­dig sein. Sol­che Uneben­hei­ten, Frik­tio­nen und Män­gel müs­sen in Kauf genom­men wer­den, solan­ge sich für die Rege­lung ein plau­si­bler und sach­lich ver­tret­ba­rer Grund anfüh­ren lässt 34.

Das Abstands­ge­bot zwingt den Gesetz­ge­ber nicht, einen ein­mal fest­ge­leg­ten Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen abso­lut oder rela­tiv bei­zu­be­hal­ten. Der Gesetz­ge­ber kann ein bestehen­des Besol­dungs­sys­tem neu struk­tu­rie­ren und auch die Wer­tig­keit von Besol­dungs­grup­pen zuein­an­der neu bestim­men 35. Hin­ge­gen dür­fen die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen infol­ge von Ein­zel­maß­nah­men nicht nach und nach ein­ge­eb­net wer­den. Sol­che Maß­nah­men kön­nen unter­schied­lich hohe linea­re Besol­dungs­an­pas­sun­gen etwa für ein­zel­ne Besol­dungs­grup­pen sein. Auch regel­mä­ßi­ge, mehr als gering­fü­gi­ge zeit­li­che Ver­zö­ge­run­gen bei den Besol­dungs­an­pas­sun­gen für höhe­re Besol­dungs­grup­pen kön­nen zu einer sol­chen Ein­eb­nung bei­tra­gen. Da der Abstand im Hin­blick auf das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip rela­tiv zu bemes­sen ist – ein abso­lut gleich­blei­ben­der Abstand ver­liert durch die Infla­ti­on an Wert und ver­mit­telt ent­spre­chend weni­ger Kauf­kraft zur Bestrei­tung des "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts, gilt dies auch für die völ­li­ge oder teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen. Ob eine der genann­ten Maß­nah­men eine mit dem Abstands­ge­bot unver­ein­ba­re Ein­eb­nung des Besol­dungs­ge­fü­ges zur Fol­ge hat, erschließt sich in der Regel nicht durch die Betrach­tung allein der kon­kre­ten Maß­nah­me, son­dern nur durch eine Gesamt­be­trach­tung unter Ein­be­zie­hung frü­he­rer Besol­dungs­an­pas­sun­gen.

Bei Anle­gung die­ser Maß­stä­be ergibt sich für den vor­lie­gend vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall:

Dau­er und Umfang der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung sind hier schwer­wie­gend (zwei Jah­re; 7, 5 Pro­zent). Eine ange­spann­te Haus­halts­la­ge recht­fer­tigt für sich allei­ne kei­ne Ungleich­be­hand­lung zu Las­ten ein­zel­ner Besol­dungs­grup­pen. Dar­an ändert auch nichts, dass sich die besol­dungs­recht­li­che Rege­lung an Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen eines Tarif­ver­tra­ges anlehnt. Zwar sind die Rege­lun­gen eines Tarif­ver­tra­ges ein maß­geb­li­cher Indi­ka­tor bei der Fra­ge, ob eine Abkopp­lung des Besol­dungs­ni­veaus von der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu besor­gen ist 36. Wegen der struk­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen dem Tarif­ver­trags- und dem Besol­dungs­recht (dort von den Tarif­ver­trags­par­tei­en frei aus­ge­han­del­te Ent­gel­te, hier Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers in Erfül­lung grund­ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen) kön­nen Tarif­ver­trä­ge aber dann nicht als Richt­schnur für Besol­dungs­an­pas­sun­gen die­nen, wenn sie ihrem Inhalt nach mit Struk­tur­prin­zi­pi­en des Besol­dungs­rechts kol­li­die­ren, wie hier mit der Not­wen­dig­keit eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Tarif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen kön­nen ein Abrü­cken von den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung nicht recht­fer­ti­gen.

Des Wei­te­ren recht­fer­tigt auch die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der Beam­ten die Ungleich­be­hand­lung höhe­rer Besol­dungs­grup­pen grund­sätz­lich nicht. Zwar kann bei unter­schied­li­cher wirt­schaft­li­cher Leis­tungs­fä­hig­keit eine Ungleich­be­hand­lung im Bereich des beam­ten­recht­li­chen Für­sor­ge­grund­sat­zes zuläs­sig sein 37. Im Besol­dungs­recht jedoch kann die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit im Hin­blick auf das Abstands­ge­bot ledig­lich kurz­zei­ti­ge Ver­schie­bun­gen von Besol­dungs­er­hö­hun­gen für ein­zel­ne Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen, wie im vor­lie­gen­den Fall die vier­mo­na­ti­ge Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 (§ 20 Abs. 3 Sächs­BesG i.d.F. des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008, GVBl. S. 3). Bei län­ge­ren oder sub­stan­ti­el­len Ver­schie­bun­gen – wie hier bei einem Pro­zent­satz von 7, 5 % für zwei Jah­re – kommt eine Recht­fer­ti­gung allen­falls dann in Betracht, wenn davon nur die Spit­zen­äm­ter im höhe­ren Dienst betrof­fen sind 38. Eine Ver­schie­bung um zwei Jah­re ist weder kurz­zei­tig noch sind Besol­dungs­grup­pen ab A 10 höhe­re Besol­dungs­grup­pen oder gar Spit­zen­äm­ter in die­sem Sinn.

Die hier auf­ge­grif­fe­ne Ungleich­be­hand­lung der Besol­dungs­emp­fän­ger ab der Besol­dungs­grup­pen A 10 ist viel­mehr nur im Hin­blick auf die beson­de­re, ein­ma­li­ge Situa­ti­on, in der sich der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber im Jah­re 2008 befand, noch mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber fand bei Über­gang der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für das Besol­dungs­recht die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Abstu­fung der Besol­dungs­an­glei­chung vor. Er stand vor der Wahl, ent­we­der die Besol­dung für alle Besol­dungs­grup­pen zum 1.01.2008 auf das im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet gel­ten­de Niveau anzu­he­ben oder die Anglei­chung für alle Besol­dungs­grup­pen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt vor­zu­neh­men oder schließ­lich die bereits bun­des­recht­lich vor­ge­se­he­ne gestuf­te Anglei­chung bei­zu­be­hal­ten. Im ers­ten Fall hät­te er sich neue finan­zi­el­le Las­ten auf­ge­bür­det. Im zwei­ten Fall wäre den gerin­ger besol­de­ten Beam­ten bis Besol­dungs­grup­pe A 9 die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Anglei­chung ver­sagt geblie­ben. Im drit­ten Fall, den er gewählt hat, muss­te er die vor­über­ge­hen­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stan­des zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen in Kauf neh­men. Dass er sich in die­ser Situa­ti­on für die drit­te Vari­an­te ent­schie­den hat, ist von sei­nem beson­ders gro­ßen Gestal­tungs­spiel­raums bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen der deut­schen Ein­heit gedeckt 39.

Ent­schei­dend dafür ist, dass die Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­glei­chung für die Besol­dungs­grup­pen höher als A 9 zwar weder gering­fü­gig noch kurz­fris­tig, aber immer­hin nur vor­über­ge­hend war. Sie führ­te ins­be­son­de­re nicht zu einer gerin­ge­ren Basis für spä­te­re Besol­dungs­er­hö­hun­gen; die Beam­ten und Rich­ter die­ser Besol­dungs­grup­pen wur­den nach Aus­lau­fen der Absen­kung in die bereits bestehen­de und für die Besol­dung der aus dem frü­he­ren Bun­des­ge­biet stam­men­den Beam­ten und Rich­ter sowie der Beam­ten und Rich­ter mit Anspruch auf einen Zuschuss nach § 4 der 2. BesÜV maß­geb­li­chen Anla­ge 21 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz inte­griert. Die vor­über­ge­hen­de, wenn auch gra­vie­ren­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stands wirk­te sich letzt­lich nicht auf das dau­ern­de Besol­dungs­ge­fü­ge aus und wiegt damit weni­ger schwer als etwa die teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen.

Zudem hat der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit der Zula­gen­re­ge­lung in § 22 Sächs­BesG ein Absin­ken der – noch nicht ange­gli­che­nen – nach der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten unter die Besol­dung der – schon ange­gli­che­nen – ver­gleich­ba­ren nach der Besol­dungs­grup­pe A 9 besol­de­ten Beam­ten ver­hin­dert. Eine höhe­re Zula­ge war in die­ser Über­gangs­pha­se nicht ver­fas­sungs­recht­lich zwin­gend gebo­ten, zumal sie – wenn sie dem Abstands­ge­bot sub­stan­zi­ell hät­te Rech­nung tra­gen wol­len – in die Nähe der voll­stän­di­gen Anglei­chung schon zum 1.01.2008 hät­te kom­men müs­sen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 12. Dezem­ber 2013 – 2 C 49.11

  1. BGBl I S. 1798[][]
  2. BGBl I S.2034[]
  3. Sächs­GVBl S. 3[][]
  4. BGBl I S. 3020[][]
  5. BGBl I S. 1457, 1458[][]
  6. BGBl I S. 778[]
  7. stRspr; Urteil vom 15.06.2006 – 2 C 14.05, Buch­holz 240 § 73 BBesG Nr. 12 Rn. 12[]
  8. BGBl I S. 2713[]
  9. stRspr; vgl. BVerwG, Urteil vom 15.06.2006 – 2 C 14.05, Buch­holz 240 § 73 BBesG Nr. 12 Rn. 13[]
  10. stRspr; vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.02.2003 – 2 BvR 709/​99, BVerfGE 107, 257, 272 f.; BVerwG, Urteil vom 25.04.1996 – 2 C 27.95, BVerw­GE 101, 116, 118[]
  11. BGBl II 1990 S. 885[]
  12. BVerfG, Beschluss vom 12.02.2003 a.a.O.; BVerwG, Urteil vom 25.04.1996 a.a.O. S. 119[]
  13. stRspr; vgl. BVerwG, Urteil vom 15.06.2006 a.a.O. Rn. 17; Beschluss vom 28.09.2007 – 2 B 62.07 6[]
  14. vom 17.11.1997, BGBl I S. 2713[]
  15. BVerfG, Beschluss vom 12.02.2003 a.a.O. S. 274[]
  16. BVerwG, Urteil vom 01.03.2007 – 2 C 13.06, Buch­holz 240 § 73 BBesG Nr. 14 Rn. 15[]
  17. a.a.O. S. 274[]
  18. stRspr; vgl. BVerwG, Urtei­le vom 20.03.2008 – 2 C 49.07, BVerw­GE 131, 20 = Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 94, jeweils Rn. 29; und vom 27.05.2010 – 2 C 33.09, Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 117 Rn. 8[]
  19. BVerfGE 107, 218, 234 ff.[]
  20. BGBl I S. 618[]
  21. BVerfG, Beschlüs­se vom 21.12 1977 – 1 BvR 820 und 1033/​76, BVerfGE 47, 85, 93 f.; und vom 26.08.2013 – 2 BvR 441/​13, NVwZ 2013, 1540, 1543[]
  22. vom 17.01.2008, Sächs­GVBl S. 3[]
  23. BT-Drs. 15/​1186, S. 64[]
  24. BT-Drs. 15/​1186, S. 68[]
  25. Anla­gen 16, 17, 20, 35, 36 und 39[]
  26. Anla­gen 2, 3, 6, 21, 22 und 25[]
  27. vgl. BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 15.12 2009 – 2 BvR 1978/​09BVerfGK 16, 444, 448 unter Hin­weis auf BVerfGE 21, 54, 68 und BVerfGE 79, 127, 158[]
  28. BVerfG, Urteil vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10, BVerfGE 130, 263, 292 f. m.w.N.[]
  29. stRspr, Urteil vom 20.03.2008 – 2 C 49.07, BVerw­GE 131, 20 = Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 94, jeweils Rn. 25 f. m.w.N.[]
  30. stRspr; vgl. BVerfG, Urteil vom 01.12 1954 – 2 BvG 1/​54, BVerfGE 4, 115, 135; Beschlüs­se vom 11.06.1958 – 1 BvR 1/​52 u.a., BVerfGE 8, 1, 14; vom 14.06.1960 – 2 BvL 7/​60, BVerfGE 11, 203, 215; vom 04.06.1969 – 2 BvR 343/​66, BVerfGE 26, 141, 158; vom 04.02.1981 – 2 BvR 570/​76 u.a., BVerfGE 56, 146, 164 f.; und vom 06.05.2004 – 2 BvL 16/​02, BVerfGE 110, 353, 364[]
  31. vgl. BVerfG, Urtei­le vom 27.09.2005 – 2 BvR 1387/​02, BVerfGE 114, 258, 293; vom 06.03.2007 – 2 BvR 556/​04, BVerfGE 117, 330, 355; und vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10, BVerfGE 130, 263, 293[]
  32. stRspr; vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 04.06.1969 a.a.O. S. 158 f.[]
  33. stRspr; BVerfG, Beschluss vom 12.02.2003 – 2 BvL 3/​00, BVerfGE 107, 218, 244; vgl. auch Beschlüs­se vom 06.10.1983 – 2 BvL 22/​80, BVerfGE 65, 141, 148 f.; und vom 04.04.2001 – 2 BvL 7/​98, BVerfGE 103, 310, 319 f.[]
  34. BVerwG, Beschlüs­se vom 06.05.2004 a.a.O. S. 364 f.; und vom 04.02.1981 a.a.O. S. 161 ff.; aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vgl. statt aller Urteil vom 28.04.2005 – 2 C 1.04, BVerw­GE 123, 308, 313 = Buch­holz 240 § 72a BBesG Nr. 1, S. 4 m.w.N.[]
  35. BVerfG, Urteil vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10, BVerfGE 130, 263, 295 m.w.N.[]
  36. BVerfG, Urteil vom 27.09.2005 – 2 BvR 1387/​02, BVerfGE 114, 258, 288 ff.; Beschluss vom 27.09.2007 – 2 BvR 1673/​03 u.a – DVBl 2007, 1435, 1438 f.; BVerwG, Urtei­le vom 19.12 2002 – 2 C 34.01, BVerw­GE 117, 305, 309 = Buch­holz 240 § 14a BBesG Nr. 1 S. 4; und vom 23.07.2009 – 2 C 76.08, Buch­holz 11 Art 33 Abs. 5 GG Nr. 108 Rn. 6 f.[]
  37. BVerwG, Urtei­le vom 03.07.2003 – 2 C 36.02, BVerw­GE 118, 277, 284 = Buch­holz 237.6 § 87c Nds­BG Nr. 1 S. 7; und vom 20.03.2008 – 2 C 49.07, BVerw­GE 131, 20 = Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 94, jeweils Rn. 18[]
  38. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.06.2001 – 2 BvR 571/​00 – DVBl.2001, 1667[]
  39. vgl. zum gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­spiel­raum im Zusam­men­hang mit der deut­schen Ein­heit: BVerfG, Beschluss vom 12.02.2003 – 2 BvL 3/​00, BVerfGE 107, 218, 246; vgl. auch Beschluss vom 12.11.1996 – 1 BvL 4/​88, BVerfGE 95, 143, 155 f., 157 f.; Urtei­le vom 28.04.1999 – 1 BvL 32/​95, 1 BvR 2105/​95, BVerfGE 100, 1, 38; und vom 14.03.2000 – 1 BvR 284, 1659/​96, BVerfGE 102, 41, 55; Beschlüs­se vom 04.04.2001 – 2 BvL 7/​98, BVerfGE 103, 310, 324 f.; und vom 21.11.2001 – 1 BvL 19/​93 u.a., BVerfGE 104, 126, 147[]