Alters­dis­kri­mi­nie­ren­de Besol­dung bei nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des- und Kom­mu­nal­be­am­te

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len hat jetzt im Fall eines Kom­mu­nal­be­am­ten und eines Lan­des­be­am­ten ent­schie­den, dass die Betref­fen­den für die Mona­te, in denen sie alters­dis­kri­mi­nie­rend besol­det wor­den waren, eine Ent­schä­di­gung in Höhe von 100,00 € erhal­ten.

Alters­dis­kri­mi­nie­ren­de Besol­dung bei nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des- und Kom­mu­nal­be­am­te

Vor­aus­set­zung sei, dass sie ihre Ansprü­che recht­zei­tig gel­tend gemacht hät­ten.

  • Bei Lan­des­be­am­ten sei das Gel­tend­ma­chen inner­halb des jewei­li­gen Kalen­der­jah­res der alters­dis­kri­mi­nie­ren­den Besol­dung not­wen­dig.
  • Bei Kom­mu­nal­be­am­ten sei mit Blick auf die enge­ren Bestim­mun­gen des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) das Ein­hal­ten einer Frist von zwei Mona­ten nach der jewei­li­gen dis­kri­mi­nie­ren­den Besol­dungs­zah­lung nötig.

Die bei­den Klä­ger ind Kom­mu­nal- bzw. Lan­des­be­am­te in Nord­rhein-West­fa­len. Sie wur­den bis 31.5.2013 nach dem in Nord­rhein-West­fa­len fort­gel­ten­den Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz alter Fas­sung besol­det. Die Besol­dung bemaß sich unter ande­rem nach Stu­fen, die sich vor allem nach dem Lebens­al­ter rich­te­ten. Ver­gleich­ba­re Rege­lun­gen für Ange­stell­te im öffent­li­chen Dienst hat der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on im Jahr 2011 als unzu­läs­si­ge Alters­dis­kri­mi­nie­rung ange­se­hen. Dar­auf­hin bean­trag­ten die Klä­ger bei ihrem jewei­li­gen Dienst­herrn (Kom­mu­ne bzw. Land) erfolg­los – dis­kri­mi­nie­rungs­freie – Besol­dung nach der höchs­ten Stu­fe. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat für Beam­te, die bereits vor der Ent­schei­dung des EuGH eine höhe­re Besol­dung bean­tragt hat­ten, ent­schie­den, dass eine Besol­dung nach der höchs­ten Stu­fe aus­schei­de. Aller­dings könn­ten sie eine Ent­schä­di­gung wegen der Alters­dis­kri­mi­nie­rung in Höhe von 100,00 € pro Monat bean­spru­chen.

Das erst­in­stanz­lich zustän­di­ge Ver­wal­tungs­ge­richt hat ledig­lich im Fall des Lan­des­be­am­ten eine sol­che Ent­schä­di­gung zuge­spro­chen. Unter­schied­lich beur­teilt wur­de jeweils die Fra­ge, ob die Antrag­stel­lung im Jahr 2012 ver­spä­tet ist. Auf die Beru­fung des Kom­mu­nal­be­am­ten hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt eine ent­spre­chen­de Ent­schä­di­gung zuge­spro­chen. Die Beru­fung des Lan­des gegen sei­ne Ver­ur­tei­lung zur Ent­schä­di­gungs­zah­lung gegen­über dem Lan­des­be­am­ten hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zurück­ge­wie­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urtei­le vom 8. Febru­ar 2017 – 3 A 1972/​15 und 3 A 80/​16