Amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung bei einem Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men

Gemäß § 8 Post­PersRG fin­det § 18 BBesG auf die pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­ten Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men mit der Maß­ga­be Anwen­dung, dass gleich­wer­ti­ge Tätig­kei­ten bei der Akti­en­ge­sell­schaft als amts­ge­mä­ße Funk­tio­nen gel­ten [1].

Amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung bei einem Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men

In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist geklärt, dass die Grund­sät­ze über die Über­tra­gung eines abs­trakt-funk­tio­nel­len und eines kon­kret-funk­tio­nel­len Amtes unein­ge­schränkt auch für die­je­ni­gen Beam­ten gel­ten, die einem Nach­fol­ge­un­ter­neh­men der Deut­schen Bun­des­post zur Dienst­leis­tung zuge­wie­sen sind. Gemäß § 143b Abs. 3 Satz 1 und 2 GG müs­sen die­se Unter­neh­men bei Aus­übung der Dienst­her­ren­be­fug­nis­se die Rechts­stel­lung der Beam­ten, d.h. die sich aus ihrem Sta­tus erge­ben­den Rech­te, wah­ren [2]. Die­se Grund­sät­ze gel­ten mit der Maß­ga­be, dass es bei den Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men kei­ne Ämter­struk­tur gibt und die Begrif­fe an die Gege­ben­hei­ten die­ser Unter­neh­men anzu­pas­sen sind [3].

Mit § 4 Abs. 4 Post­PersRG wur­den die Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen, Beam­te Toch­ter, Enkel­un­ter­neh­men und Betei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten zuzu­wei­sen. Die­se Rege­lung ermög­licht es den Akti­en­ge­sell­schaf­ten, die im Zusam­men­hang mit der Kon­zern­bil­dung bestehen­den per­so­nal­wirt­schaft­li­chen Pro­ble­me zu lösen und die per­so­nel­le Fle­xi­bi­li­tät zu erhö­hen. Die For­mu­lie­rung der Vor­schrift („nach all­ge­mei­nen beam­ten­recht­li­chen Grund­sät­zen zumut­bar“) macht deut­lich, dass der Bun­des­ge­setz­ge­ber auch hier am Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Beschäf­ti­gung aus­drück­lich fest­ge­hal­ten und die Über­tra­gung einer amts­an­ge­mes­se­nen Tätig­keit für unab­ding­bar erach­tet hat. Der Anspruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung erfor­dert stets die Über­tra­gung eines dem jewei­li­gen Sta­tus­amt ent­spre­chen­den Auf­ga­ben­be­reichs. Bei einer dau­er­haf­ten Zuwei­sung nach § 4 Abs. 4 Satz 2 Post­PersRG ist daher not­wen­dig die Über­tra­gung zum einen eines all­ge­mein bei dem betref­fen­den Unter­neh­men mög­li­chen Auf­ga­ben­krei­ses, die wie bei einem abs­trakt-funk­tio­nel­len Amt den Kreis der dort amts­an­ge­mes­se­nen Tätig­kei­ten fest­legt, und zum ande­ren eines kon­kre­ten Auf­ga­ben­be­reichs, die – als Teil­men­ge des all­ge­mein mög­li­chen Auf­ga­ben­be­reichs – wie bei einem kon­kret-funk­tio­nel­len Amt den Kreis der aktu­ell zu erfül­len­den amts­an­ge­mes­se­nen Auf­ga­ben bestimmt. In der Zuwei­sungs­ver­fü­gung dür­fen und müs­sen die dem Beam­ten mög­li­chen und die von ihm aktu­ell kon­kret zu erfül­len­den Auf­ga­ben­be­rei­che – ent­spre­chend dem abs­trakt-funk­tio­nel­len Amt und dem kon­kret-funk­tio­nel­len Amt – fest­ge­legt wer­den. Die­se Fest­le­gung sichert sowohl die Wahr­neh­mung der Dienst­her­ren­be­fug­nis­se durch das Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men selbst als auch den Anspruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung des Beam­ten [4].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 21. Janu­ar 2016 – 2 B 77.14

  1. BVerwG, Urteil vom 05.06.2014 – 2 C 22.13, BVerw­GE 150, 1 Rn. 15 m.w.N.[]
  2. BVerwG, Urteil vom 18.09.2008 – 2 C 126.07, BVerw­GE 132, 40 Rn. 8 ff.[]
  3. stRspr, BVerwG, Beschluss vom 03.04.2014 – 2 B 70.12, Buch­holz 11 Art. 143b GG Nr. 9 Rn. 18 m.w.N.[]
  4. BVerwG, Beschluss vom 03.04.2014 – 2 B 70.12, Buch­holz 11 Art. 143b GG Nr. 9 Rn.19 ff. m.w.N.[]