An­er­kennt­nis­be­schluss in per­so­nal­ver­tre­tungs­recht­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren

Ein An­er­kennt­nis­be­schluss in per­so­nal­ver­tre­tungs­recht­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren ist zu­läs­sig, wenn die Pro­­zess- und Rechts­mit­tel­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind und die Be­tei­lig­ten über den strei­ti­gen Ge­gen­stand ver­fü­gen kön­nen.

An­er­kennt­nis­be­schluss in per­so­nal­ver­tre­tungs­recht­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen aller­dings die Par­tei­en grund­sätz­lich nicht über Pro­zess- und Rechts­mit­tel­vor­aus­set­zun­gen ver­fü­gen, so dass die­se auch im Fal­le eines Aner­kennt­nis­ses vom Gericht zu prü­fen sind 1. Ande­rer­seits bringt die Kos­ten­re­ge­lung in § 93 ZPO zum Aus­druck, dass unter dem Gesichts­punkt der Pro­zess­vor­aus­set­zun­gen gegen den Erlass eines Aner­kennt­nis­ur­teils dann kei­ne Beden­ken bestehen, wenn der Beklag­te durch sein Ver­hal­ten zur Erhe­bung der Kla­ge kei­ne Ver­an­las­sung gege­ben hat 2. Feh­len­des Rechts­schutz­be­dürf­nis steht daher dem Erlass eines Aner­kennt­nis­ur­teils nicht ent­ge­gen.

Vor­aus­set­zung für einen Aner­kennt­nis­be­schluss im per­so­nal­ver­tre­tungs­recht­li­chen Beschluss­ver­fah­ren ist, dass die Betei­lig­ten über den strei­ti­gen Gegen­stand im Sin­ne von § 83a Abs. 1 ArbGG ver­fü­gen kön­nen. Dies ist für den kon­kre­ten strei­ti­gen Mit­be­stim­mungs­fall zu beja­hen, in Bezug auf Mit­be­stim­mungs­rech­te in künf­ti­gen Fäl­len im All­ge­mei­nen zu ver­nei­nen 3.

Bei dem im vor­lie­gen­den Fall aner­kann­ten Antrag han­delt es sich zwar nicht um einen kon­kre­ten Mit­be­stim­mungs­fall, son­dern um ein weit gefass­tes abs­trak­tes Begeh­ren. Dass der Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes, wenn er betei­li­gungs­pflich­ti­ge Maß­nah­men gegen­über den Beschäf­tig­ten des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes trifft, den Per­so­nal­rat der Zen­tra­le zu betei­li­gen hat, ergibt sich jedoch ohne Wei­te­res aus den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen in § 82 Abs. 1 und § 86 Nr. 8 Satz 2 BPers­VG und der dazu ergan­ge­nen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 4. In die­sem Fall wird mit dem Aner­kennt­nis­be­schluss ledig­lich eine höchst­rich­ter­lich bereits geklär­te Rechts­la­ge fest­ge­schrie­ben.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 19. Sep­tem­ber 2012 – 6 P 3.11

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 08.10.1953 – III ZR 206/​51BGHZ 10, 333, 335; vom 25.11.1993 – IX ZR 51/​93; und vom 20.03.2001 – VI ZR 325/​99; sowie Beschluss vom 10.11.2009 – XI ZB 15/​09; eben­so BAG, Urteil vom 20.03.1974 – 4 AZR 266/​73[]
  2. vgl. BAG, Urteil vom 19.04.2005 – 9 AZR 184/​04, AP Nr. 43 zu § 15 BErz­GG S. 141; Lei­pold, in: Stein/​Jonas, ZPO, Band 4, 22. Aufl.2008, § 307 Rn. 49; Ren­sen, in: Wieczorek/​Schütze, ZPO, 3. Aufl.2007, § 307 Rn.19; Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, ZPO, 70. Aufl.2012, § 93 Rn. 1[]
  3. vgl. Mat­thes, in: Ger­mel­man­n/­Mat­thes/Prüt­tin­g/­Mül­ler-Glö­ge, Arbeits­ge­richts­ge­setz, 7. Aufl.2009, § 80 Rn. 57, § 83a Rn. 8; Dör­ner, in: GK-ArbGG, Stand Sep­tem­ber 2010, § 80 Rn. 49, § 83a Rn. 13; Weth, in: Schwab/​Weth, Arbeits­ge­richts­ge­setz, 3. Aufl.2011, § 83a Rn. 7; Hauck, in: Hauck/​Helml/​Biebl, Arbeits­ge­richts­ge­setz, 4. Aufl.2011, § 83a Rn. 3[]
  4. vgl. BVerwG, Beschluss vom 26.11.2008, – 6 P 7.08, BVerw­GE 132, 276 = Buch­holz 250 § 86 BPers­VG Nr. 6, Rn. 44[]