Arbeits­zeit­re­ge­lung für Leh­rer

Ma­ß­geb­li­che Re­ge­lung der Ar­beits­zeit von Leh­rern ist die Pflicht­stun­den­zahl der wö­chent­li­chen Un­ter­richts­stun­den. Ihrer Fest­set­zung liegt die Vor­stel­lung zu­grun­de, dass sie eine wö­chent­li­che Ar­beits­zeit im Um­fang der all­ge­mein für Be­am­te an­ge­ord­ne­ten Ar­beits­zeit nach sich zieht. Er­mä­ßi­gungs­stun­den, die etwa aus Al­ters­grün­den oder wegen einer Schwer­be­hin­de­rung ge­währt wer­den, stel­len kei­ne Ar­beits­zeit­re­ge­lung dar.

Arbeits­zeit­re­ge­lung für Leh­rer

Nach § 80 Abs. 1 des nie­der­säch­si­schen Beam­ten­ge­set­zes (NBG) a.F. darf die regel­mä­ßi­ge Arbeits­zeit der Beam­ten im Jah­res­durch­schnitt 40 Stun­den in der Woche nicht über­schrei­ten. § 80 Abs. 9 NBG a.F. ent­hält indes eine Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung, nach der „das Nähe­re zur Arbeits­zeit“ durch Ver­ord­nung gere­gelt wer­den kann. Die Vor­schrift ermög­licht daher auch eine Aus­ge­stal­tung der Arbeits­zeit­re­ge­lung für bestimm­te Grup­pen von Beam­ten, wie etwa Lehr­kräf­te 1.

Hier­von ist durch die Ver­ord­nung über die Arbeits­zeit der Lehr­kräf­te an öffent­li­chen Schu­len 2 in der Fas­sung vom 02.08.2004 3, im maß­geb­li­chen Zeit­punkt zuletzt geän­dert durch Ver­ord­nung vom 15.11.2004 4, Gebrauch gemacht wor­den. Danach wird die Pflicht­stun­den­zahl der Unter­richts­stun­den fest­ge­legt, die voll­be­schäf­tig­te Lehr­kräf­te im Durch­schnitt wöchent­lich zu ertei­len haben (§ 3 Abs. 1 Satz 1 ArbZVO-Lehr). Lehr­kräf­te in einer Lauf­bahn des höhe­ren Diens­tes an berufs­bil­den­den Schu­len haben nach § 3 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a ArbZVO-Lehr 24,5 Stun­den wöchent­lich zu unter­rich­ten. Hin­sicht­lich der ande­ren Ver­pflich­tun­gen fin­det eine zeit­li­che Ein­gren­zung oder Bin­dung nicht statt (§ 2 Satz 2 ArbZVO-Lehr).

Die zeit­li­che Fest­le­gung der Unter­richts­ver­pflich­tung, nicht aber der übri­gen Dienst­pflich­ten trägt der Beson­der­heit Rech­nung, dass Lehr­kräf­te nur wäh­rend ihrer Unter­richts­stun­den und wei­te­ren anlass­be­zo­ge­nen Dienst­pflich­ten (wie Teil­nah­me an Klas­sen­kon­fe­ren­zen, Gesprä­che mit Eltern, Pau­sen­auf­sicht u.a.) zur Anwe­sen­heit in der Schu­le ver­pflich­tet sind. Dage­gen bleibt es ihnen über­las­sen, wo und wann sie die Dienst­pflich­ten der Vor- und Nach­be­rei­tung des Unter­richts ein­schließ­lich der Kor­rek­tur von Klas­sen­ar­bei­ten erfül­len 5.

Maß­geb­li­cher Teil der Arbeits­zeit von Leh­rern, der ange­sichts sei­ner Bedeu­tung und der hier­an anknüp­fen­den Rechts­fol­gen einer nor­ma­ti­ven Rege­lung bedarf 6, ist daher die Fest­set­zung der Pflicht­stun­den­zahl für die wöchent­li­che Unter­richts­ver­pflich­tung. Dabei geht der Ver­ord­nungs­ge­ber davon aus, dass für die Leis­tung des Pflicht­stun­den­de­pu­tats von 24,5 Unter­richts­stun­den pro Woche an einer berufs­bil­den­den Schu­le ein Gesamt­zeit­auf­wand von durch­schnitt­lich 40 Wochen­stun­den erfor­der­lich ist (§ 3 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a ArbZVO-Lehr). Die all­ge­mein ange­ord­ne­te regel­mä­ßi­ge Arbeits­zeit ist daher ein Ori­en­tie­rungs­rah­men, den der Norm­ge­ber bei der Fest­le­gung der Unter­richts­ver­pflich­tung im Blick haben muss, um die Arbeits­zeit­re­ge­lung für Lehr­kräf­te nicht von der all­ge­mein für Beam­te gel­ten­den Arbeits­zeit­re­ge­lung los­zu­lö­sen 7.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 30. August 2012 – 2 C 82.10

  1. BVerwG, Urtei­le vom 28.11.2002 – 2 CN 1.01, BVerw­GE 117, 219, 222; und vom 28.01.2004 – 2 C 19.03, Buch­holz 237.4 § 76 HmbLBG Nr. 2 S. 1, 2[]
  2. ArbZVO-Lehr[]
  3. Nds. GVBl S. 302[]
  4. Nds. GVBl S. 457[]
  5. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 23.06.2005 – 2 C 21.04, BVerw­GE 124, 11, 13; und vom 23.09.2004 – 2 C 61.03, BVerw­GE 122, 65, 66 f. m.w.N.[]
  6. BVerwG, Urteil vom 30.08.2012 – 2 C 23.10 – zur Ver­öf­fent­li­chung in der Ent­schei­dungs­samm­lung Buch­holz vor­ge­se­hen[]
  7. vgl. BVerwG, Urteil vom 23.09.2004 a.a.O. S. 66 m.w.N.[]