Badi­sches staat­li­ches Nota­ri­at – und die dienst­li­che Bewer­tung des Not­ar­be­wer­bers

Bei der durch Stel­lung eines Ent­las­sungs­an­trags mit der Bewer­bung auf einen Dienst­pos­ten in den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der staat­li­chen Nota­ria­te (hier: durch einen Bezirks­no­tar) nach­zu­wei­sen­den Bereit­schaft, mit dem Ablauf des 31.12 2017 aus dem Beam­ten­ver­hält­nis aus­zu­schei­den, han­delt es nicht um ein einer dienst­li­chen Beur­tei­lung zugäng­li­ches Leis­tungs- oder Befä­hi­gungs­merk­mal im Sin­ne des Art. 33 Abs. 2 GG.

Badi­sches staat­li­ches Nota­ri­at – und die dienst­li­che Bewer­tung des Not­ar­be­wer­bers

Nach­dem der Bun­des­ge­setz­ge­ber mit dem Gesetz zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze vom 15.07.2009 1 mit Zustim­mung der Regie­rung des Lan­des Baden-Würt­tem­berg (Art. 138 GG) beschlos­sen hat­te, die in § 114 Abs. 1 BNo­tO 2 vor­ge­se­he­ne Beson­der­heit, wonach im Land Baden-Würt­tem­berg neben Nota­ren nach § 3 Abs. 1 BNo­tO Nota­re im Lan­des­dienst bestellt wer­den kön­nen, zum 01.01.2018 eben­so zu besei­ti­gen (Art. 2 Nr. 1 des Geset­zes vom 15.07.2009) wie deren Befug­nis nach § 64 BeurkG, öffent­li­che Beur­kun­dun­gen und Ver­wah­run­gen als Notar im Sin­ne des Beur­kun­dungs­ge­set­zes vor­zu­neh­men (Art. 7 des Geset­zes vom 15.07.2009), wur­den in Baden-Würt­tem­berg im Zuge der dar­auf­hin durch das Gesetz zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg vom 29.07.2010 3 durch den Lan­des­ge­setz­ge­ber beschlos­se­nen Nota­ri­ats­re­form am 31.01.2014 die Beset­zung von 246 Dienst­pos­ten in den noch zu bil­den­den Abtei­lun­gen „Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge“ bei den staat­li­chen Nota­ria­ten aus­ge­schrie­ben, in deren Sitz­ge­mein­de nach dem Stand­ort­ort­kon­zept für Notar­stel­len in Baden-Würt­tem­berg zum 01.01.2018 der Amts­sitz eines Notars vor­ge­se­hen ist. Die Aus­schrei­bung wand­te sich unter Hin­weis auf Nr. 4.1 der Ver­wal­tungs­vor­schrift des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums betref­fend das Ver­fah­ren zur Beset­zung der Dienst­pos­ten in den Abtei­lun­gen „Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge“ bei den staat­li­chen Nota­ria­ten (VwV Beset­zung Beur­kun­dungs­ab­tei­lun­gen) vom 09.12.2013 4 an die­je­ni­gen der ca. 900 im Land täti­gen Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter im Sin­ne von § 17 Abs. 4 LFGG, die zum 01.01.2018 nach vor­he­ri­gem Aus­schei­den aus dem Beam­ten­ver­hält­nis mit Ablauf des 31.12.2017 eine Bestel­lung zum Notar im Sin­ne des § 3 Abs. 1 BNo­tO nach der gesetz­li­chen Fik­ti­on in § 114 Abs. 2 Satz 1 der Bun­des­no­tar­ord­nung in der Fas­sung von Art. 2 Nr. 1 des Geset­zes vom 15.07.2009 – BNo­tO F. 2018 – anstre­ben. Mit der Bewer­bung war auf dem Dienst­weg zugleich ein unbe­ding­ter Antrag auf Ent­las­sung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis mit Ablauf des 31.12.2017 zu stel­len und konn­ten ein oder meh­re­re Orts­wün­sche geäu­ßert wer­den. Bewer­bun­gen, denen ein unbe­ding­ter Ent­las­sungs­an­trag nicht bei­gefügt war, wur­den nach Nr. 4.1 VwV Beset­zung Beur­kun­dungs­ab­tei­lun­gen nicht berück­sich­tigt.

Die Aus­wahl der in den Leis­tungs­ver­gleich ein­be­zo­ge­nen Bewer­ber erfolg­te in zwei Schrit­ten. Zunächst wur­de ent­spre­chend Nr. 1.2 VwV Beset­zung Beur­kun­dungs­ab­tei­lun­gen ein Kon­tin­gent von 246 Teil-Dienst­pos­ten in den noch zu bil­den­den Beur­kun­dungs­ab­tei­lun­gen der staat­li­chen Nota­ria­te mit einem Arbeits­kraft­an­teil von jeweils 0,2 (bezo­gen auf die vol­le Arbeits­kraft) nach den Kri­te­ri­en von Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung auf der Grund­la­ge dienst­li­cher Beur­tei­lun­gen ver­ge­ben. In einem zwei­ten Schritt erfolg­te nach den Vor­ga­ben in Nr. 3 VwV Beset­zung Beur­kun­dungs­ab­tei­lun­gen die ört­li­che Zuord­nung der im Schritt 1 erfolg­rei­chen Bewer­ber.

In dem hier ent­schie­de­nen Fall bewarb sich ein Bezirks­no­tar für die Aus­schrei­bung. Einen Ent­las­sungs­an­trag stell­te er nicht. Mit Schrei­ben des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums Baden-Würt­tem­berg wur­de dem Klä­ger noch­mals Gele­gen­heit gege­ben, den Ent­las­sungs­an­trag bin­nen zwei Wochen ab Zustel­lung des Schrei­bens nach­zu­rei­chen. Eine Nach­rei­chung erfolg­te nicht. Mit Bescheid des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums Baden-Würt­tem­berg wur­de ihm dar­auf­hin mit­ge­teilt, dass sei­ne Bewer­bung auf einen Dienst­pos­ten in den noch zu bil­den­den Abtei­lun­gen „Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge“ der staat­li­chen Nota­ria­te wegen des feh­len­den Ent­las­sungs­an­tra­ges nicht berück­sich­tigt wer­de und die Bewer­bung nicht in das Aus­wahl­ver­fah­ren zur Beset­zung der Dienst­pos­ten ein­be­zo­gen wer­de. Hier­ge­gen erhob der Klä­ger Wider­spruch. Die im Rah­men des Anfor­de­rungs­pro­fils ver­lang­te Vor­la­ge eines Ent­las­sungs­an­tra­ges wider­spre­che dem Grund­satz der Bes­ten­aus­le­se. In einem Fra­ge­bo­gen für Bezirks­no­ta­re und Notar­ver­tre­ter zur Grund­buch­amts- und Nota­ri­ats­re­form gab er erner an, dass er nicht die Absicht habe, sei­ne Notar­stel­le vor­zei­tig zu ver­las­sen. Als nach dem 01.01.2018 im Staats­dienst ver­blei­ben­der Beam­ter habe er Anspruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung, die sich aus der Ver­pflich­tung des Dienst­herrn erge­be, ihm eine amts­an­ge­mes­se­ne Auf­ga­be zu über­tra­gen. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg wies den Wider­spruch. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he gab nun dem Bezirks­no­tar Recht:

Dienst­li­che Beur­tei­lun­gen kön­nen nach stän­di­ger Recht­spre­chung von den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten nur ein­ge­schränkt auf ihre Recht­mä­ßig­keit über­prüft wer­den. Denn bei der Erstel­lung von Beur­tei­lun­gen ist dem Dienst­herrn bzw. dem jeweils für ihn han­deln­den Beur­tei­ler eine Beur­tei­lungs­er­mäch­ti­gung ein­ge­räumt. Die Ent­schei­dung dar­über, wie Leis­tun­gen eines Beam­ten ein­zu­schät­zen sind und ob und in wel­chem Grad er die für sein Amt und für sei­ne Lauf­bahn erfor­der­li­che Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­che Leis­tung auf­weist, ist ein von der Rechts­ord­nung dem Dienst­herrn vor­be­hal­te­ner Akt wer­ten­der Erkennt­nis. Die­ses per­sön­lich­keits­be­ding­te Wert­ur­teil kann durch Drit­te nicht in vol­lem Umfan­ge nach­voll­zo­gen oder gar ersetzt wer­den. Auch Selbst­be­ur­tei­lun­gen des Beam­ten haben inso­weit kei­ne recht­li­che Erheb­lich­keit. Die ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Recht­mä­ßig­keits­kon­trol­le hat sich des­halb dar­auf zu beschrän­ken, ob der Dienst­herr anzu­wen­den­de Begrif­fe oder den gesetz­li­chen Rah­men, in dem er sich frei bewe­gen kann, ver­kannt hat oder ob er von einem unrich­ti­gen Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen ist, all­ge­mein gül­ti­ge Wert­maß­stä­be nicht beach­tet, sach­frem­de Erwä­gun­gen ange­stellt oder gegen Ver­fah­rens­vor­schrif­ten ver­sto­ßen hat 5. Soweit der Dienst­herr Richt­li­ni­en oder Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten für die Abga­be dienst­li­cher Beur­tei­lun­gen erlas­sen hat, sind die Beur­tei­ler auf Grund des Gleich­heits­sat­zes hin­sicht­lich des anzu­wen­den­den Ver­fah­rens und der anzu­le­gen­den Maß­stä­be an die­se Richt­li­ni­en oder Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten gebun­den. Sol­che Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten sind dabei nicht wie Rechts­nor­men, son­dern als Wil­lens­er­klä­rung der Behör­de unter Berück­sich­ti­gung der tat­säch­li­chen Hand­ha­bung aus­zu­le­gen 6. Das Gericht kann folg­lich kon­trol­lie­ren, ob die Vor­schrif­ten im Sin­ne der gän­gi­gen Ver­wal­tungs­pra­xis ein­ge­hal­ten sind, ob sie im Rah­men der gesetz­li­chen Ermäch­ti­gung ver­blei­ben und ob sie auch sonst mit den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten in Ein­klang ste­hen 7.

Die dienst­li­che Beur­tei­lung dient der Ver­wirk­li­chung des mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­ten Grund­sat­zes, Beam­te nach Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung ein­zu­stel­len, ein­zu­set­zen und zu beför­dern (Art. 33 Abs. 2 GG). Ihr Ziel ist es, die den Umstän­den nach opti­ma­le Ver­wen­dung des Beam­ten zu gewähr­leis­ten und so die im öffent­li­chen Inter­es­se lie­gen­de Erfül­lung hoheit­li­cher Auf­ga­ben (Art. 33 Abs. 4 GG) durch Beam­te best­mög­lich zu sichern. Zugleich dient die dienst­li­che Beur­tei­lung auch dem berech­tig­ten Anlie­gen des Beam­ten, in sei­ner Lauf­bahn ent­spre­chend sei­ner Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­chen Leis­tung vor­an­zu­kom­men. Ihr kommt die ent­schei­den­de Bedeu­tung bei der Aus­wahl­ent­schei­dung des Dienst­herrn und der dabei erfor­der­li­chen "Klä­rung einer Wett­be­werbs­si­tua­ti­on" zu. Dies ver­langt größt­mög­li­che Ver­gleich­bar­keit der erho­be­nen Daten. Ihre wesent­li­che Aus­sa­ge­kraft erhält eine dienst­li­che Beur­tei­lung erst auf­grund ihrer Rela­ti­on zu den Bewer­tun­gen in ande­ren dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen 8. § 51 Abs. 1 Satz 1 LBG bestimmt dem­ge­mäß, dass Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­che Leis­tung der Beam­tin­nen und Beam­ten in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den zu beur­tei­len sind (sog. Regel­be­ur­tei­lung). Nach Satz 2 der Vor­schrift kann die Lan­des­re­gie­rung durch Rechts­ver­ord­nung bestim­men, dass Beur­tei­lun­gen außer­dem anläss­lich bestimm­ter Per­so­nal­maß­nah­men erfol­gen (sog. Anlass­be­ur­tei­lung). § 6 Abs. 2 Satz 2 der Beur­tei­lungs­ver­ord­nung in der hier noch anzu­wen­den­den Fas­sung vom 06.06.1983 9 bestimmt hier­zu, dass Nota­re außer in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den auch vor Ent­schei­dun­gen über eine Ver­set­zung, Beför­de­rung oder die Über­tra­gung von Dienst­auf­ga­ben eines höher­wer­ti­gen Amtes sowie bei Vor­lie­gen eines dienst­li­chen Bedürf­nis­ses dienst­lich beur­teilt wer­den.

Mit die­sen Vor­ga­ben steht die Ver­wal­tungs­vor­schrift des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums über die dienst­li­che Anlass­be­ur­tei­lung für Bewer­bun­gen auf Dienst­pos­ten in den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" vom 08.10.2013 10 – VwV Anlass­be­ur­tei­lung – jeden­falls inso­weit nicht in Ein­klang, als sie in das nach ihrer Nr. 2 Abs. 2 zu beur­tei­len­de Anfor­de­rungs­pro­fil nach Anla­ge 1 zu die­ser Ver­wal­tungs­vor­schrift auch die durch Stel­lung eines Ent­las­sungs­an­trags (§ 31 LBG) mit der Bewer­bung nach­zu­wei­sen­de Bereit­schaft, mit dem Ablauf des 31.12 2017 aus dem Beam­ten­ver­hält­nis aus­zu­schei­den, ein­be­zieht. Inso­weit han­delt es nicht um ein einer dienst­li­chen Beur­tei­lung zugäng­li­ches Leis­tungs- oder Befä­hi­gungs­merk­mal im Sin­ne des Art. 33 Abs. 2 GG.

Der Begriff der fach­li­chen Leis­tung im Sin­ne von Art. 33 Abs. 2 GG zielt auf die Arbeits­er­geb­nis­se des Beam­ten bei Wahr­neh­mung sei­ner dienst­li­chen Auf­ga­ben, auf Fach­wis­sen und Fach­kön­nen ab. Mit dem Begriff der Befä­hi­gung wer­den die all­ge­mein für die dienst­li­che Ver­wen­dung bedeut­sa­men Eigen­schaf­ten wie Bega­bung, All­ge­mein­wis­sen, Lebens­er­fah­rung und all­ge­mei­ne Aus­bil­dung umschrie­ben. Der Begriff der Eig­nung im – wie hier – enge­ren Sin­ne erfasst Per­sön­lich­keit und cha­rak­ter­li­che Eigen­schaf­ten 11. Nur sol­che Merk­ma­le wei­sen den von Art. 33 Abs. 2 GG gefor­der­ten Leis­tungs­be­zug auf, die dar­über Auf­schluss geben kön­nen, in wel­chem Maße der Beam­te den Anfor­de­run­gen sei­nes Amtes genügt und sich in einem höhe­ren Amt vor­aus­sicht­lich bewäh­ren wird 12.

Um ein sol­ches Eig­nungs- oder Befä­hi­gungs­merk­mal han­delt es sich bei der für eine Bewer­bung vor­aus­ge­setz­ten Bereit­schaft, aus dem Lan­des­dienst auf eige­nen Antrag mit Ablauf des 31.12.2017 aus­zu­schei­den, nicht. Viel­mehr han­delt es sich davon los­ge­löst um eine aus­nahms­wei­se zwin­gen­de Bewer­bungs­vor­aus­set­zung, bei deren Nicht­er­fül­lung der Bewer­ber von vor­ne­her­ein vom Aus­wahl­ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen ist und er nicht in den Leis­tungs­ver­gleich nach Art. 33 Abs. 2 GG ein­be­zo­gen wird 13. Dies hat fer­ner zur Fol­ge, dass eine dienst­li­che Anlass­be­ur­tei­lung in sol­chen Fäl­len man­gels Ein­be­zie­hung in den Leis­tungs­ver­gleich an sich gar nicht erfor­der­lich wird, wie auch der vor­lie­gen­de Fall augen­fäl­lig zeigt. Der ableh­nen­de Bescheid erging, bevor die dienst­li­che Beur­tei­lung erstellt war.

Offen blei­ben kann bei die­ser Sach- und Rechts­la­ge, ob dem in der VwV Anlass­be­ur­tei­lung vor­ge­se­he­nen und so auch prak­ti­zier­ten Beur­tei­lungs­sys­tem, die zusam­men­fas­sen­de Bewer­tung durch Ver­ga­be einer Beur­tei­lungs­stu­fe "unge­ach­tet des Sta­tusamts der beur­teil­ten Per­son auf die Eig­nung für den ange­streb­ten Dienst­pos­ten zu bezie­hen" (Nr. 5 Abs. 4 Satz 1 VwV Anlass­be­ur­tei­lung), ein feh­ler­haf­ter Beur­tei­lungs­maß­stab zugrun­de liegt. Der Inhalt dienst­li­cher Beur­tei­lun­gen ist grund­sätz­lich auf das Sta­tus­amt bezo­gen. Beur­tei­lun­gen tref­fen eine Aus­sa­ge, ob und in wel­chem Maße der Beam­te bzw. Rich­ter den Anfor­de­run­gen gewach­sen ist, die mit den Auf­ga­ben sei­nes Amts und des­sen Lauf­bahn ver­bun­den sind. Sie tra­gen dem Umstand Rech­nung, dass die Ver­ga­be eines Sta­tusamts nicht auf­grund der Anfor­de­run­gen des Dienst­pos­tens erfol­gen soll, den der aus­ge­wähl­te Bewer­ber nach der Ver­ga­be des Sta­tusamts oder vor­her in einer Bewäh­rungs­zeit wahr­neh­men soll 14. Ob davon im vor­lie­gen­den Fall auch mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Beset­zungs­ver­fah­rens aus­zu­ge­hen ist, kann aber dahin­ste­hen, da die Kla­ge schon aus den genann­ten Grün­den Erfolg hat.

Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 26. April 2016 – 1 K 3867/​14

  1. BGBl. I S. 1798[]
  2. zuletzt in der Fas­sung von Art. 1 Nr. 1 des Geset­zes vom 15.07.2009[]
  3. GBl. S. 555[]
  4. Die Jus­tiz 2014 S. 4[]
  5. vgl. nur BVerwG, Urteil vom 26.06.1980 – 2 C 8.78, BVerw­GE 60, 245; Beschluss vom 17.03.1993 – 2 B 25.93, Buch­holz 237.7 § 104 NWLBG Nr. 6; Urteil vom 11.11.1999 – 2 A 6.98, Buch­holz 236.11 § 1a SLV Nr. 7; Urteil vom 19.12.2002 – 2 C 31.01, Buch­holz 237.9 § 20 SaarLBG Nr. 1; Urtei­le des Senats vom 26.04.1994 – 4 S 465/​92, IÖD 1994, 194; vom 11.01.2005 – 4 S 1605/​03; und vom 25.09.2004 – 4 S 2087/​03[]
  6. vgl. BVerwG, Urteil vom 10.04.1997 – 2 C 38.95, ZBR 1998, 46[]
  7. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 24.11.2005 – 2 C 34.04, BVerw­GE 124, 356; und vom 13.11.1997 – 2 A 1.97, Buch­holz 232.1 § 40 BLV Nr. 17; VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 06.05.2014 – 4 S 1095/​13[]
  8. st. Rspr.; vgl. BVerwG, Urteil vom 18.07.2001 – 2 C 41/​00, Buch­holz 232.1 § 40 BLV Nr. 22 = IÖD 2002, 74; VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 29.09.2009 – 4 S 3160/​08, DÖV 2010, 146. LS, m.w.N.[]
  9. GBl. S.209; zuletzt geän­dert durch Art. 45 des Geset­zes vom 09.11.2010, Gbl . S. 793, 975[]
  10. Die Jus­tiz S. 343[]
  11. vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.04.2004 – 1 BvR 838/​01 u.a. – NJW 2004, 1935 <1936>[]
  12. vgl. BVerwG, Urteil vom 28.10.2004 – 2 C 23/​03, BVerw­GE 122, 147[]
  13. vgl. Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts vom glei­chen Tage im Ver­fah­ren 1 K 2982/​14[]
  14. vgl. BVerwG, Beschluss vom 20.06.2013 – 2 VR 1.13, BVerw­GE 147, 20; Beschluss vom 19.12.2014 – 2 VR 1.14, IÖD 2015, 38; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 12.08.2015 – 4 S 1405/​15[]