Beam­ten­pen­sio­nen und die Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­rück­la­ge in Nie­der­sach­sen

Die vor­zei­ti­ge Ver­wen­dung der in Nie­der­sach­sen als Son­der­ver­mö­gen "Ver­sor­gungs­rück­la­ge" geflos­se­nen Mit­tel zu Ver­sor­gungs­zwe­cken der Beam­ten ist von dem wei­ten Ermes­sens­spiel­raum des Gesetz­ge­bers gedeckt und führt zu kei­ner Nach­zah­lung von Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen.

Beam­ten­pen­sio­nen und die Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­rück­la­ge in Nie­der­sach­sen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver die Kla­ge eines Ruhe­be­am­ten abge­wie­sen, der von der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Han­no­ver die Nach­zah­lung von Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen begehrt hat. Der im Jahr 2006 in den Ruhe­stand getre­te­ner frü­he­rer Minis­te­ri­al­be­am­ter hat vom Land Nie­der­sach­sen die Nach­zah­lung im Hin­blick dar­auf ver­langt, dass das Land die Ver­sor­gungs­rück­la­ge vor­zei­tig auf­ge­löst hat. Das Son­der­ver­mö­gen „Ver­sor­gungs­rück­la­ge" war in Nie­der­sach­sen 1999 ein­ge­führt wor­den, um ab 2018 die ste­tig stei­gen­den Pen­si­ons­las­ten für die Beam­ten des Lan­des zu finan­zie­ren. Sie wur­de dadurch auf­ge­baut, dass in den Jah­ren 1999 bis 2002 Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sun­gen nicht an die Beam­tin­nen und Beam­ten wei­ter­ge­ge­ben wur­den, son­dern in die Rück­la­ge geflos­sen sind. Im Okto­ber 2009 hat das Land die Rege­lun­gen über die Ver­sor­gungs­rück­la­ge geän­dert und – als bis­lang ein­zi­ges Bun­des­land – die vor­zei­ti­ge Ver­wen­dung der in die Ver­sor­gungs­rück­la­ge geflos­se­nen Mit­tel von mitt­ler­wei­le ca. 550 Mil­lio­nen Euro zu Ver­sor­gungs­zwe­cken bereits ab 2009 ange­ord­net. Vor die­sem Hin­ter­grund hat der Klä­ger vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt u.a. die Nach­zah­lung der wegen des Auf­baus des Son­der­ver­mö­gens ver­min­der­ten Besol­dungs­an­pas­sun­gen ver­langt mit der Begrün­dung, die Recht­fer­ti­gung für die Kür­zung von Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen sei durch die vor­zei­ti­ge Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­rück­la­ge ent­fal­len.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Han­no­ver feh­le es für eine Nach­zah­lung von Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen bzw. der damit ver­bun­den „Basis­ef­fek­te" an einer Rechts­grund­la­ge. Die Inan­spruch­nah­me der Ver­sor­gungs­rück­la­ge bereits ab 2009 sei von dem wei­ten Ermes­sens­spiel­raum des Gesetz­ge­bers gedeckt, ohne dass es dar­auf ankom­me, ob es sich bei den ver­min­der­ten Bezü­ge­an­pas­sun­gen über­haupt um eine „Besol­dungs­kür­zung" han­de­le.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 15. Novem­ber 2012 – 2 A 1918/​11