Bei­hil­fe für im Basis­ta­rif kran­ken­ver­si­cher­te Beam­te

Eine Begren­zung des Anspruchs auf Gewäh­rung von Bei­hil­fe für die­je­ni­gen, die im so genann­ten Basis­ta­rif pri­vat kran­ken­ver­si­chert sind, ver­stößt gegen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Gleich­heits­satz. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig jetzt in zwei Ver­fah­ren ent­schie­den.

Bei­hil­fe für im Basis­ta­rif kran­ken­ver­si­cher­te Beam­te

Die Klä­ger bei­der Ver­fah­ren sind bei­hil­fe­be­rech­tig­te Ruhe­stands­be­am­te des Lan­des Ber­lin bzw. der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Sie begeh­ren jeweils die Gewäh­rung von Bei­hil­fe für ärzt­li­che Leis­tun­gen, die sie selbst bzw. ihre Ehe­frau in Anspruch genom­men haben. Die ärzt­li­chen Leis­tun­gen wur­den über­wie­gend mit dem 2, 3fachen des Gebüh­ren­sat­zes der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te in Rech­nung gestellt. Die Klä­ger erhal­ten in Höhe von 70 v.H. der Auf­wen­dun­gen Bei­hil­fe. Die übri­gen 30 v.H. wer­den über eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung abge­deckt, die sie jeweils zum so genann­ten Basis­ta­rif abge­schlos­sen haben.

Die Bei­hil­fe­stel­len der Beklag­ten kürz­ten die bean­trag­ten Beträ­ge, indem sie bei den Gebüh­ren für die ärzt­li­chen Leis­tun­gen einen gerin­ge­ren Erhö­hungs­satz als den­je­ni­gen des 2, 3fachen in Ansatz brach­ten. Dies beruht auf iden­ti­schen Rege­lun­gen der Bei­hil­fe­ver­ord­nun­gen des Lan­des Ber­lin und des Bun­des. Die­se Bestim­mun­gen sehen unter Bezug­nah­me auf eine Rege­lung des Rechts der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vor, dass bei ärzt­li­chen Leis­tun­gen nur wesent­lich gerin­ge­re Erhö­hungs­sät­ze abge­rech­net wer­den kön­nen.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die den Kla­gen statt­ge­ben­den Ent­schei­dun­gen der Vor­in­stan­zen1 im Ergeb­nis bestä­tigt:

Die Begren­zung der Bei­hil­fe­ge­wäh­rung auf die Erhö­hungs­sät­ze, die für Ver­si­cher­te im Basis­ta­rif der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung gel­ten, ver­stößt gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz. Beam­te und deren berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge Ange­hö­ri­ge, die in Erman­ge­lung einer Alter­na­ti­ve im Basis­ta­rif ver­si­chert sind, wer­den dadurch gegen­über im Regel­ta­rif kran­ken­ver­si­cher­ten Bei­hil­fe­be­rech­tig­ten benach­tei­ligt. Hier­für fehlt es an einem sach­li­chen Recht­fer­ti­gungs­grund.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 17. April 2014 – 5 C 16.2013 – und 5 C 40.2013

  1. OVG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 15.03.2013 – 10 A 11153/​12; VG Mainz, Urteil vom 04.10.2012 – 6 K 195/​12; VG Ber­lin, Urteil vom 12.12.2012 – 7 K 91.11 []