Bei­hil­fe zur Schutz­imp­fung gegen Gebär­mut­ter­hals­krebs nur für Mäd­chen bis 17 Jah­re

Ein Beam­ter erhält zu den Kos­ten der Imp­fun­gen sei­ner 19 bzw. 21 Jah­re alten Töch­ter gegen Gebär­mut­ter­hals­krebs kei­ne Bei­hil­fe. Dies ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz.

Bei­hil­fe zur Schutz­imp­fung gegen Gebär­mut­ter­hals­krebs nur für Mäd­chen bis 17 Jah­re

Die Töch­ter des Klä­gers, eines Lan­des­be­am­ten, erhiel­ten im Alter von 19 bzw. 21 Jah­ren die ers­te der auf drei Dosen ange­leg­ten Imp­fung gegen Gebär­mut­ter­hals­krebs (Huma­ne Papil­lo­ma­vi­ren – HPV). Den dies­be­züg­li­chen Bei­hil­fe­an­trag lehn­te die Zen­tra­le Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­stel­le ab, da die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (STIKO) am Robert-Koch-Insti­tut die HPV-Imp­fung nur für Mäd­chen im Alter von zwölf bis 17 Jah­ren emp­foh­len hat. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge hat bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt abge­wie­sen. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung.

Zwar sei­en die not­wen­di­gen Auf­wen­dun­gen für Schutz­imp­fun­gen bei­hil­fe­fä­hig. Als not­wen­dig könn­ten jedoch nur die Imp­fun­gen ange­se­hen wer­den, die von der STIKO emp­foh­len wür­den. Die STIKO hal­te die Imp­fung gegen Gebär­mut­ter­hals­krebs ledig­lich bei Mäd­chen im Alter von zwölf bis 17 Jah­ren für sach­ge­recht, da nur für die­se Ziel­grup­pe eine gute Wirk­sam­keit der Imp­fung wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen sei. Bei Frau­en, die älter als 17 Jah­re alt sei­en, sei die Imp­fung zwar mög­li­cher­wei­se sinn­voll, Behand­lungs­er­fol­ge könn­te bis­her aber noch nicht belegt wer­den. Des­halb wür­de es dem Gebot der Spar­sam­keit der öffent­li­chen Ver­wal­tung wider­spre­chen, die Kos­ten einer sol­chen Behand­lung zu erstat­ten.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 9. Febru­ar 2009, Akten­zei­chen: 2 A 11125/​08.OVG