Bei­hil­fe­fä­hig­keit implan­to­lo­gi­scher Zahn­arzt­leis­tun­gen

Die in der Bei­hil­fe­ver­ord­nung Baden-Würt­tem­berg für den Regel­fall vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung der Bei­hil­fe­fä­hig­keit implan­to­lo­gi­scher Zahn­arzt­leis­tun­gen auf zwei Implan­ta­te pro Kie­fer­hälf­te (= ins­ge­samt acht Implan­ta­te) ver­stößt nicht gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG.

Bei­hil­fe­fä­hig­keit implan­to­lo­gi­scher Zahn­arzt­leis­tun­gen

Die Beschrän­kung der Implan­tat­ver­sor­gung ist nicht in Anknüp­fung an den Gesichts­punkt der medi­zi­ni­schen Not­wen­dig­keit erfolgt, da sowohl die Implan­tat­ver­sor­gung als auch die "her­kömm­li­che" Ver­sor­gung von Zahn­lü­cken als medi­zi­nisch aus­rei­chen­de Maß­nah­men zu qua­li­fi­zie­ren sind. Die Rege­lung ver­folgt statt­des­sen den – legi­ti­men – Zweck, einer durch die im All­ge­mei­nen kos­ten­in­ten­si­ve­re Behand­lungs­art der Implan­tat­ver­sor­gung beding­ten Aus­ufe­rung der für die öffent­li­chen Kas­sen ent­ste­hen­den Kos­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Die sach­li­che Recht­fer­ti­gung für die Begren­zung der Implan­tat­ver­sor­gung ent­fällt nicht dadurch, dass der Dienst­herr für das drit­te und wei­te­re Implan­ta­te je Kie­fer­hälf­te auch kei­ne Bei­hil­fe in der Höhe gewährt, die im Fal­le einer (fik­ti­ven) Alter­na­tiv­be­hand­lung, d.h. bei einer kon­ven­tio­nel­len Ver­sor­gung der Zahn­lü­cke, anfie­len.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 15. März 2012 – 2 S 2542/​11