Besol­dungs­recht nach Dienst­al­ters­stu­fen

Die Besol­dung von Beam­ten nach Dienst­al­ters­stu­fen gemäß §§ 27, 28 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes ver­stößt gegen Uni­ons­recht.

Besol­dungs­recht nach Dienst­al­ters­stu­fen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt einem Klä­ger Recht gege­ben, der gerügt hat­te, sei­ne Besol­dung auf der Basis der Ein­stu­fung in vom Lebens­al­ter bestimm­te Dienst­al­ters­stu­fen ver­sto­ße gegen das Ver­bot der Alters­dis­kri­mi­nie­rung.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ste­he die Besol­dung nach Dienst­al­ters­stu­fen gemäß §§ 27, 28 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der Fas­sung aus dem Jahr 2002 nicht in Über­ein­stim­mung mit der Richt­li­nie 2000/​78/​EG des Rates der Euro­päi­schen Uni­on vom 27. Novem­ber 2000 zur Fest­le­gung eines all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäf­ti­gung und Beruf. Damit ist das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le 1 bestä­tigt wor­den.

Die Zuord­nung zu Dienst­al­ters­stu­fen nach der hier noch maß­geb­li­chen Fas­sung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes rich­te sich maß­geb­lich nach dem Lebens­al­ter, so dass lebens­jün­ge­re Beam­te trotz glei­cher Qua­li­fi­ka­ti­on allein auf­grund ihres Alters eine gerin­ge­re Besol­dung erhiel­ten als lebens­äl­te­re Beam­te. Die­se Ungleich­be­hand­lung sei nicht durch ein sozi­al­po­li­ti­sches Ziel – etwa die Aner­ken­nung von Berufs­er­fah­rung – gerecht­fer­tigt und des­we­gen als Dis­kri­mi­nie­rung anzu­se­hen. Aus die­sem Grund habe der Gesetz­ge­ber in Sach­sen-Anhalt zum 1. April 2011 das Besol­dungs­recht euro­pa­rechts­kon­form dahin­ge­hend geän­dert, dass es nun­mehr auf sog. Erfah­rungs­stu­fen beruht und nicht mehr maß­geb­lich auf das Lebens­al­ter abstellt.

Anders als das Ver­wal­tungs­ge­richt hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt aber nicht die vom Klä­ger begehr­te „Anpas­sung nach oben“, d.h. des­sen Ein­stu­fung in die höchs­te Besol­dungs­stu­fe aus­ge­spro­chen, son­dern sich an der im Zeit­punkt der Ein­stel­lung des Klä­gers maß­geb­li­chen Regel­höchst­al­ters­gren­ze ori­en­tiert.

Im Übri­gen hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Anwen­dung des besol­dungs­recht­li­chen Grund­sat­zes der zeit­na­hen Gel­tend­ma­chung Ansprü­che nur ab Beginn des Jah­res zuer­kannt, in wel­chem die­se gel­tend gemacht wor­den sind. Das Land ist vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ver­pflich­tet wor­den, dem Klä­ger ca. 10.000,00 Euro Besol­dung nach­zu­zah­len.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 11. Dezem­ber 2012 – 1 L 9/​12

  1. VG Hal­le, Urteil vom 28.09.2011 – 5 A 349/​09 HAL[]