Besol­dungs­re­form für rhein­land-pfäl­zi­sche Pro­fes­so­ren

Die mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 2013 im Land Rhein­land-Pfalz ein­ge­führ­te teil­wei­se Anrech­nung des erhöh­ten Grund­ge­halts auf die Leis­tungs­be­zü­ge von Pro­fes­so­ren ist nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß.

Besol­dungs­re­form für rhein­land-pfäl­zi­sche Pro­fes­so­ren

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Pro­fes­sor geklagt, der Dienst des beklag­ten Lan­des Rhein­land-Pfalz stand. Er bezog dort nach sei­ner Beru­fung im Jahr 2009 das Grund­ge­halt eines W 2‑Professors sowie Leis­tungs­be­zü­ge in Höhe von rd. 300 €, die im Rah­men der Beru­fungs­ver­hand­lun­gen ver­ein­bart wor­den waren. Nach­dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Höhe der Besol­dung nach der Besol­dungs­ord­nung W im Land Hes­sen für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt hat­te 1, refor­mier­te auch das Land Rhein­land-Pfalz im Jahr 2013 sein mit Hes­sen ver­gleich­ba­res Sys­tem der W‑Besoldung. Dabei wur­de das Grund­ge­halt um 240 € ange­ho­ben. Die­se Anhe­bung wur­de zugleich i.H.v. maxi­mal 90 € auf die Leis­tungs­be­zü­ge ange­rech­net, so auch bei dem hier kla­gen­den Pro­fes­sor.

Sei­ne dage­gen gerich­te­te Kla­ge ist in den Vor­in­stan­zen vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Trier 2 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblen 3 ohne Erfolg geblie­ben. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Ent­schei­dun­gen nun­mehr bestä­tigt:

Die teil­wei­se Anrech­nung der pau­scha­len Besol­dungs­er­hö­hung ist ver­fas­sungs­ge­mäß, befand das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Die in Rede ste­hen­den Leis­tungs­be­zü­ge unter­fal­len als Bestand­tei­le der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung grund­sätz­lich dem Schutz des Art. 33 Abs. 5 GG (her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums). Leis­tungs­be­zü­ge der Pro­fes­so­ren wer­den durch Ver­wal­tungs­akt ver­ge­ben und beru­hen inso­weit auf der zwi­schen den Betei­lig­ten geschlos­se­nen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung. Auch sie unter­fal­len dem Schutz des Art. 33 Abs. 5 GG. Auch im Gel­tungs­be­reich die­ser Norm sind Ein­schrän­kun­gen durch Gesetz jeden­falls dann mög­lich, wenn die­se aus sach­li­chen Grün­den gerecht­fer­tigt sind, die sich aus dem Sys­tem der Beam­ten­be­sol­dung erge­ben.

Das ist hier der Fall. Der Bun­des­ge­setz­ge­ber hat­te im Jahr 2002 die Besol­dungs­ord­nung W für Pro­fes­so­ren ein­ge­führt. Die­se lös­te die älte­re Besol­dungs­ord­nung C ab, wel­che einen Anstieg der Besol­dung in Alters­stu­fen vor­sah. Die­ser Anstieg wur­de in der Besol­dungs­ord­nung W abge­schafft und durch die erwei­ter­te Mög­lich­keit zu Leis­tungs­zu­la­gen ersetzt. Nach dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur hes­si­schen Par­al­lel­re­ge­lung bestand für das beklag­te Land Anlass, die Pro­fes­so­ren­be­sol­dung neu zu struk­tu­rie­ren. Dass in die­sem Rah­men neben einer gene­rel­len Erhö­hung der Besol­dung eine teil­wei­se Abschmel­zung bestehen­der Leis­tungs­zu­la­gen erfolg­te, ist nicht sach­wid­rig.

Eine Ver­let­zung des Min­des­ta­li­men­ta­ti­ons­ni­veaus hat der Klä­ger nicht gel­tend gemacht. Sie hät­te auch nicht auf die Ver­än­de­rung eines Besol­dungs­be­stand­teils, son­dern nur dar­auf gestützt wer­den kön­nen, dass die Gesamt­be­sol­dung, bestehend aus Grund­ge­halt, Leis­tungs­be­zü­gen und even­tu­el­len wei­te­ren Bestand­tei­len, ins­ge­samt zu nied­rig sei.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 21. Sep­tem­ber 2017 – 2 C 30.16

  1. BVerfG, Urteil vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10, BVerfGE 130, 263[]
  2. VG Trier, Urteil vom 15.09.2015 – 1 K 1913/​14.TR[]
  3. OVG Koblenz, Urteil vom 05.04.2016 – 2 A 11124/​15.OVG[]