Bran­den­bur­ger Feu­er­wehr­be­am­te – und die Ent­schä­di­gung für Mehr­ar­beit

Bran­den­bur­ger Feu­er­wehr­be­am­te erhal­ten Ent­schä­di­gung für Mehr­ar­beit. Die Städ­te Cott­bus und Ora­ni­en­burg müs­sen ihren Feu­er­wehr­be­am­ten für geleis­te­te Mehr­ar­beit Ent­schä­di­gung zah­len.

Bran­den­bur­ger Feu­er­wehr­be­am­te – und die Ent­schä­di­gung für Mehr­ar­beit

Dies ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in einem Mus­ter­ver­fah­ren betref­fend die Stadt Cott­bus und sechs wei­te­ren Ver­fah­ren, die die Stadt Ora­ni­en­burg betref­fen, und wies damit die Beru­fun­gen der Städ­te gegen Urtei­le der Ver­wal­tungs­ge­rich­te Cott­bus bzw. Pots­dam zurück.

Die ver­han­del­ten Fäl­le betref­fen den Zeit­raum von 2007 bis 2013. Die im 24-Stun­den-Schicht­dienst ein­ge­setz­ten Feu­er­wehr­be­am­ten wur­den auf ihren Antrag auf der Grund­la­ge der für die Feu­er­weh­ren im Land Bran­den­burg ein­schlä­gi­gen Arbeits­zeit­ver­ord­nun­gen zu einem Dienst mit Arbeits­zei­ten (ein­schließ­lich Bereit­schafts­dienst) her­an­ge­zo­gen, die im Jah­res­durch­schnitt regel­mä­ßig 56 Wochen­stun­den betru­gen. Die Klä­ger hat­ten in der ers­ten Instanz erfolg­reich gel­tend gemacht, dass dies gegen die in der euro­päi­schen Arbeits­zeit­richt­li­nie 1 in Arti­kel 6 Buchst. b bestimm­te Höchst­ar­beits­zeit­gren­ze von – im Durch­schnitt – 48 Wochen­stun­den ver­sto­ße und einen uni­ons­recht­li­chen Staats­haf­tungs­an­spruch begrün­de. Die­se Auf­fas­sung hat der 6. Ober­ver­wal­tungs­ge­richt mit sei­nen Urtei­len grund­sätz­lich bestä­tigt.

Der Argu­men­ta­ti­on der beklag­ten Städ­te, dass das Land Bran­den­burg die Öff­nungs­klau­sel in Arti­kel 22 Abs. 1 der euro­päi­schen Arbeits­zeit­richt­li­nie, die es den Mit­glied­staa­ten unter engen Vor­aus­set­zun­gen gestat­tet, den Arti­kel 6 der Richt­li­nie nicht anzu­wen­den, in dem in Rede ste­hen­den Zeit­raum hin­rei­chend umge­setzt habe, ist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht gefolgt. Die arbeits­zeit­recht­li­chen Rege­lun­gen des Lan­des Bran­den­burg sehen zur Ermitt­lung der durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Arbeits­zeit einen Bezugs­zeit­raum von zwölf Mona­ten vor, der nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts mit den Vor­ga­ben der Arbeits­zeit­richt­li­nie nicht in Ein­klang steht.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Urtei­le vom 18. Juni 2015 – OVG 6 B 19.15, OVG 6 B 26 – 29.15, OVG 6 B 31.15 und OVG 6 B 32.15

  1. RL 2003/​88/​EG[]