Ein­stel­lung eines Lehr­amts-Refe­ren­dars und das Finanz-Bud­get

Die Bre­mer Bil­dungs­be­hör­de durf­te zum Ein­stel­lungs­ter­min 1. Novem­ber 2011 kei­ne wei­te­ren 10 Ein­stel­lun­gen von Lehr­amts-Refe­ren­da­ren vor­neh­men, da die im Haus­halts­plan für Lehr­amts-Refe­ren­da­re vor­ge­se­he­nen Mit­tel erschöpft waren.

Ein­stel­lung eines Lehr­amts-Refe­ren­dars und das Finanz-Bud­get

In dem hier vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men ent­schie­de­nen Fall hat­ten zwölf Antrag­stel­ler sich zum Ein­stel­lungs­ter­min 1. Novem­ber 2011 um die Auf­nah­me in den bre­mi­schen Refe­ren­dars­dienst (Vor­be­rei­tungs­dienst) bewor­ben. Ihre Anträ­ge waren von der Bil­dungs­be­hör­de mit der Begrün­dung abge­lehnt wor­den, dass in die­sem Jahr die haus­halts­mä­ßig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel für die Leh­rer­aus­bil­dung ver­braucht sei­en und des­halb kei­ne wei­te­ren Refe­ren­da­re ein­ge­stellt wer­den könn­ten. Dage­gen hat­ten die Antrag­stel­ler vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt um vor­läu­fi­gen Recht­schutz nach­ge­sucht. Mit Beschluss vom 21.10.2011 hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt die Freie Han­se­stadt Bre­men, ver­tre­ten durch die Sena­to­rin für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Gesund­heit, im Wege einer einst­wei­li­gen Anord­nung ver­pflich­tet, zehn wei­te­re Lehr­amts-Refe­ren­da­re vor­läu­fig ein­zu­stel­len1. Die Bil­dungs­be­hör­de hat dage­gen Beschwer­de beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts durf­ten zum Ein­stel­lungs­ter­min 1. Novem­ber 2011 kei­ne wei­te­ren Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den, weil die im Haus­halts­plan für Lehr­amts-Refe­ren­da­re vor­ge­se­he­nen Mit­tel erschöpft waren. Das Bud­get 2011 für Lehr­amts-Refe­ren­da­re belau­fe sich, nach einer am 1. April 2011 erfolg­ten Nach­be­wil­li­gung, auf 7.476.910 Euro. Die­ses Bud­get wer­de deut­lich über­schrit­ten. Für die Aus­bil­dung der bereits ein­ge­stell­ten Refe­ren­da­re (zum Stich­tag 31.07.2011: 533) sei­en Kos­ten in Höhe von 7.910.883,74 Euro ange­fal­len, was eine Über­zie­hung von 433.973,74 Euro bedeu­te. Die Sena­to­rin für Finan­zen habe sich im Juli 2011 bereit erklärt, die­se Über­zie­hung zum Jah­res­en­de aus „zen­tral ver­an­schlag­ten Per­so­nal­mit­teln“ mit einem Betrag bis zu 459.000 Euro aus­zu­glei­chen. Dar­aus habe das Ver­wal­tungs­ge­richt gefol­gert, dass ein Spiel­raum für wei­te­re Ein­stel­lun­gen vor­han­den sei.

Die­ser Sicht­wei­se hat sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht anschlie­ßen kön­nen. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat in sei­nem Beschluss klar­ge­stellt, dass sich die Aus­gleichs­zu­sa­ge nur auf die Kos­ten der bereits ein­ge­stell­ten Refe­ren­da­re bezo­gen hat. Sie kön­ne – ent­ge­gen der Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts – kei­ne Grund­la­ge für die Ein­stel­lung wei­te­rer Refe­ren­da­re sein. Dem­entspre­chend ist der Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts auf­ge­ho­ben wor­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men, Beschluss vom 19. Janu­ar 2012 – 2 B 275/​11

  1. VG Bre­men, Beschluss vom 21.10.2011 – 6 V 1119/​11 u.a. []