Das Hin­aus­schie­ben des Ruhestandes

Haben gera­de im Hin­blick auf den bevor­ste­hen­den Ruhe­stand eines Poli­zei­be­am­ten orga­ni­sa­to­ri­sche Umstruk­tu­rie­run­gen statt­ge­fun­den, ist das Hin­aus­schie­ben des Pen­si­ons­ein­tritts um ein Jahr weder aus haus­häl­te­ri­scher Sicht noch aus kri­mi­nal­po­li­zei­li­cher Sicht sinnvoll.

Das Hin­aus­schie­ben des Ruhestandes

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren den Antrag eines Lüne­bur­ger Poli­zei­voll­zugs­be­am­ten, sei­nen Pen­si­ons­ein­tritt um ein Jahr hin­aus­zu­schie­ben, abge­lehnt. Der Antrag­stel­ler war seit 2017 mit der Lei­tung der Ermitt­lungs­grup­pe Göhr­de (EG Göhr­de) betraut. Sei­ne regu­lä­re Dienst­zeit endet am 28. Febru­ar 2021. Im Okto­ber 2019 bean­trag­te er, die Regel­al­ters­gren­ze um ein Jahr hinauszuschieben.

Nach­dem die zustän­di­ge Poli­zei­di­rek­ti­on die­sen Antrag mit ent­ge­gen­ste­hen­den dienst­li­chen Grün­den abge­lehnt hat­te, wur­de beim Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg Kla­ge erho­ben, über die noch nicht ent­schie­den ist. Weil der ursprüng­lich für den Janu­ar 2021 anbe­raum­te Ver­hand­lungs­ter­min vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg auf­grund der aktu­el­len Coro­na-Beschrän­kun­gen abge­sagt wer­den muss­te, stell­te er zudem am 12. Janu­ar 2021 einen ent­spre­chen­den Eil­an­trag, um eine gericht­li­che Ent­schei­dung vor dem Stich­tag am 28. Febru­ar 2021 zu erreichen.

In sei­ner Ent­schei­dungs­be­grün­dung über den Eil­an­trag hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg aus­ge­führt, die Poli­zei­di­rek­ti­on habe nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt, dass der von dem Antrag­stel­ler zur­zeit wahr­ge­nom­me­ne Pos­ten als Lei­ter der EG Göhr­de zum 1. März 2021 weg­fal­le und die Auf­ga­ben der EG Göhr­de in dem schon im April 2019 ein­ge­rich­te­ten Sach­ge­biet Cold Case fort­ge­führt wür­den. Die­se orga­ni­sa­to­ri­schen Umstruk­tu­rie­run­gen sei­en gera­de im Hin­blick auf den bevor­ste­hen­den Ruhe­stand des Antrag­stel­lers erfolgt, um zu gewähr­leis­ten, dass fach­li­che und inhalt­li­che Erfah­run­gen in einem Zeit­raum von rund 17 Mona­ten bis zum Ein­tritt des Antrag­stel­lers in den Ruhe­stand ope­ra­tiv gesamt­ver­ant­wort­lich über­ge­ben wer­den könn­ten. Sie sei­en des­halb schon vor dem Antrag des Antrag­stel­lers auf Hin­aus­schie­ben des Ruhe­stands ein­ge­lei­tet und per­so­nal­pla­ne­risch abge­si­chert wor­den. Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Lüne­burg sei eine Fort­be­schäf­ti­gung des Antrag­stel­lers in sei­ner Lei­tungs­funk­ti­on dar­um weder aus haus­häl­te­ri­scher Sicht noch aus kri­mi­nal­po­li­zei­li­cher Sicht sinnvoll.

Weiterlesen:
Wechselschichtzulage und das Nachschichtpensum von Beamten

Dar­über hin­aus stün­den auch der wei­te­ren Ver­wen­dung des Antrag­stel­lers als Lei­ter des Fach­kom­mis­sa­ri­ats Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät dienst­li­che Grün­de ent­ge­gen, weil es inso­weit im Rah­men des lan­des­wei­ten Pro­jek­tes „Stra­te­gi­sche Orga­ni­sa­ti­ons­an­pas­sung der Lan­des­po­li­zei Nie­der­sach­sen“ Umstruk­tu­rie­run­gen gege­ben habe, die dazu führ­ten, dass ein Lei­tungs­pos­ten bei den Fach­kom­mis­sa­ria­ten wegfalle.

Aus die­sen Grün­den hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg den Eil­an­trag abgelehnt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg, Beschluss vom 28. Janu­ar 2021 – 8 B 1/​21

Bild­nach­weis:

Weiterlesen:
Freihaltung einer Planstelle für einen externen Bewerber