Das Nazi-Buch­sta­bier-Alpha­bet – oder: die cha­rak­ter­li­che Eig­nung eines Polizeikommissaranwärters

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die Ent­las­sung eines Poli­zei­kom­mis­sar­an­wär­ters wegen Zwei­feln an sei­ner Ver­fas­sungs­treue und cha­rak­ter­li­chen Eig­nung nicht bean­stan­det, den das land Bran­den­burg nach einem Vor­fall bei einer Funk­ver­kehrs­übung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Wider­ruf ent­las­sen hatte.

Das Nazi-Buch­sta­bier-Alpha­bet – oder: die cha­rak­ter­li­che Eig­nung eines Polizeikommissaranwärters

Der Poli­zist hat­te im April 2019 sei­ne Aus­bil­dung begon­nen und als fast 25-Jäh­ri­ger im Unter­richt der Hoch­schu­le der Poli­zei in Ora­ni­en­burg beim Üben des Fun­k­al­pha­bets den Nach­na­men Jung mit „Jude, Unter­mensch, Nazi“ sowie „Gas­kam­mer“ oder „Geno­zid“ durch­ge­ge­ben. Sein Dienst­herr berief sich dar­auf­hin auf Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­treue des Poli­zei­be­am­ten bzw. an des­sen cha­rak­ter­li­cher Eignung.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat dem Dienst­herrn bei der Annah­me die­ser Eig­nungs­zwei­fel einen Beur­tei­lungs­spiel­raum zuge­stan­den. Der Dienst­herr habe kei­nen ein­ma­li­gen, per­sön­lich­keits­frem­den Vor­fall anneh­men müs­sen, zumal er neben dem gra­vie­ren­den Fehl­ver­hal­ten im Rah­men der Funk­ver­kehrs­übung auf wei­te­re Auf­fäl­lig­kei­ten habe hin­wei­sen kön­nen. Die Ein­stel­lung des Straf­ver­fah­rens gegen den Poli­zei­be­am­ten wegen Volks­ver­het­zung las­se die begrün­de­ten Zwei­fel an sei­ner Eig­nung nicht entfallen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 5. Novem­ber 2020 – 4 S 41/​20

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