Das zu lang­sam betrie­be­ne Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren

Dass ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren zumin­dest dann, wenn eine vor­läu­fi­ge Amts­ent­he­bung ver­fügt wur­de, auch zügig betrie­ben wer­den muss, zeigt aktu­ell wie­der ein Ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf. Dort hat­te jetzt ein sus­pen­dier­ter Bei­geord­ne­ter der Stadt Ratin­gen im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes Erfolg, da die Stadt seit vier Mona­ten „geschla­fen“ hat:

Das zu lang­sam betrie­be­ne Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren

Mit dem für sofort voll­zieh­bar erklär­ten Bescheid vom 25. Mai 2010 hat­te der Bür­ger­meis­ter der Stadt Ratin­gen dem Bei­geord­ne­ten die wei­te­re Füh­rung der Dienst­ge­schäf­te mit sofor­ti­ger Wir­kung ver­bo­ten. Hier­ge­gen wand­te sich der Bei­geord­ne­te an das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf und hat­te dort Erfolg: Zur Begrün­dung ihrer statt­ge­ben­den Ent­schei­dung ver­wies das Ver­wal­tungs­ge­richt im Wesent­li­chen dar­auf, dass unab­hän­gig von der Fra­ge, ob die Sus­pen­die­rungs­vor­aus­set­zun­gen ein­gangs vor­ge­le­gen hät­ten, der ange­foch­te­ne Sus­pen­die­rungs­be­scheid jeden­falls im Zeit­punkt die­ser gericht­li­chen Ent­schei­dung offen­sicht­lich rechts­wid­rig sei, weil es der Bür­ger­meis­ter der Stadt Ratin­gen nach Ein­lei­tung des Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens gegen den Antrag­stel­ler am 14. Juni 2010 und damit seit über vier Mona­ten ver­säumt habe, so, wie gesetz­lich erfor­der­lich, über den Fort­be­stand der Dienstent­he­bung – nun­mehr aller­dings auf Grund­la­ge des Lan­des­dis­zi­pli­nar­ge­set­zes – zu ent­schei­den.

Der Stadt Ratin­gen steht neben der Beschwer­de gegen den Beschluss die Mög­lich­keit offen, nun­mehr eine auf § 38 des Lan­des­dis­zi­pli­nar­ge­set­zes gestütz­te vor­läu­fi­ge Dienstent­he­bung zu ver­fü­gen, gegen die der Antrag­stel­ler erneut um gericht­li­chen Rechts­schutz nach­su­chen könn­te.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 25. Okto­ber 2010 – 26 L 1562/​10