Der finan­zi­el­len Aus­gleich für Feu­er­wehr­be­am­te wegen über­lan­ger Arbeits­zeit

Ein Anspruch auf Geld­aus­gleich für jede zuviel geleis­te­te Arbeits­stun­de eines Ber­li­ner Feu­er­wehr­be­am­ten ist nach 3 Jah­ren ver­jährt, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für eine zeit­wei­li­ge Hem­mung die­ser Ver­jäh­rungs­frist wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen oder wegen des Abschlus­ses eines Still­hal­te­ab­kom­mens nicht vor­lie­gen.

Der finan­zi­el­len Aus­gleich für Feu­er­wehr­be­am­te wegen über­lan­ger Arbeits­zeit

So das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len meh­re­rer Ber­li­ner Feu­er­wehr­be­am­te, die sich gegen die teil­wei­se Ver­jäh­rung ihrer Ansprü­che mit einer Beschwer­de vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gewehrt haben. Bereits im Jahr 2012 ist vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt einem beam­te­ten Ber­li­ner Feu­er­wehr­mann, des­sen wöchent­li­che Arbeits­zei­ten in der Zeit von 2001 bis 2006 über der euro­pa­recht­lich zuläs­si­gen Ober­gren­ze lagen, nach natio­na­lem Recht und Euro­pa­recht einen Anspruch auf Geld­aus­gleich für jede zuviel geleis­te­te Arbeits­stun­de zuge­spro­chen wor­den. Aller­dings sei ein Teil der Ansprü­che ver­jährt. Auch der euro­pa­recht­li­che Anspruch ver­jäh­re nach drei Jah­ren, wobei die­se Frist am Beginn eines Jah­res für alle im Vor­jahr ent­stan­de­nen Ansprü­che zu lau­fen begin­ne [1].

Die­se Grund­satz­ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in meh­re­ren Fol­ge­ver­fah­ren von Feu­er­wehr­leu­ten [2] umge­setzt, wobei es jeweils einen Teil der Aus­gleichs­an­sprü­che als ver­jährt ange­se­hen hat. Das Land Ber­lin sei nicht nach Treu und Glau­ben gehin­dert gewe­sen, die Ein­re­de der Ver­jäh­rung zu erhe­ben. Die Vor­aus­set­zun­gen für eine zeit­wei­li­ge Hem­mung der drei­jäh­ri­gen Ver­jäh­rungs­frist wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen oder wegen des Abschlus­ses eines Still­hal­te­ab­kom­mens zwi­schen den Klä­gern und dem Land Ber­lin sei­en nicht gege­ben. Nach­dem das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Revi­si­on gegen sei­ne Urtei­le nicht zuge­las­sen hat, haben meh­re­re Klä­ger dage­gen Beschwer­de ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts kom­me den Rechts­sa­chen die von den Klä­gern gel­tend gemach­te grund­sätz­li­che Bedeu­tung in Bezug auf die Fra­gen der Unzu­läs­sig­keit der Ver­jäh­rungs­ein­re­de und der Ver­jäh­rungs­hem­mung wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen oder wegen des Abschlus­ses eines Still­hal­te­ab­kom­mens nicht zu. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt habe auf der Grund­la­ge der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts und des Bun­des­ge­richts­hofs zu die­sen Fra­gen die maß­ge­ben­den Umstän­de des jewei­li­gen Ein­zel­fal­les fest­ge­stellt und gewür­digt. Mit Angrif­fen auf die fall­be­zo­ge­ne recht­li­che Wür­di­gung des Sach­ver­halts kön­ne die Zulas­sung der Revi­si­on wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung nicht erreicht wer­den.

Die Beschwer­den sind vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zurück­ge­wie­sen wor­den. Damit sind die Urtei­le des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts rechts­kräf­tig.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 20. Janu­ar 2014 – 2 B 2.14; 2 B 3.14; 2 B 6.14

  1. BVerwG, Urteil vom 26.07.2012 – 2 C 70.11[]
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urtei­le vom 16.10.2013 – 4 B 12.11, 4 B 51.09; vom 26.10.2013 – 4 B 11.11[]