Der Kon­kur­ren­ten­streit bei der Bun­des­wehr – und die einst­wei­li­ge Anord­nung

Der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung darf – wie hier gesche­hen – schon vor der Rechts­hän­gig­keit des Antrags auf gericht­li­che Ent­schei­dung gestellt wer­den (§ 23a Abs. 2 WBO i.V.m. § 123 Abs. 1 Satz 1 VwGO). Sach­lich zustän­dig ist das Gericht des Haupt­sa­che­ver­fah­rens (§ 23a Abs. 2 WBO i.V.m. § 123 Abs. 2 VwGO).

Der Kon­kur­ren­ten­streit bei der Bun­des­wehr – und die einst­wei­li­ge Anord­nung

Der Rechts­streit hat sich durch die Beset­zung des strit­ti­gen Dienst­pos­tens mit dem kon­kur­ri­en­den Bewer­ber nicht in der Haupt­sa­che erle­digt. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ver­fes­tigt sich eine ein­mal getrof­fe­ne mili­tä­ri­sche Ver­wen­dungs­ent­schei­dung nicht dahin, dass der durch sie begüns­tig­te Sol­dat eine recht­lich gesi­cher­te Posi­ti­on erwirbt, auf dem ihm zuge­wie­se­nen Dienst­pos­ten ver­blei­ben zu kön­nen; er müss­te es viel­mehr hin­neh­men, von sei­nem Dienst­pos­ten weg­ver­setzt zu wer­den, wenn der Antrag­stel­ler bei der Stel­len­be­set­zung ihm gegen­über rechts­wid­rig über­gan­gen wor­den ist 1.

Unab­hän­gig von der Fra­ge des Anord­nungs­grun­des hat der unter­le­ge­ne Bewer­ber für den Antrag auch das erfor­der­li­che Rechts­schutz­be­dürf­nis.

Das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung für sei­ne gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung her­an­ge­zo­ge­ne Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 19.11.2015 2 steht dem nicht ent­ge­gen. In die­ser Ent­schei­dung hat der 2. Revi­si­ons­se­nat aus­ge­spro­chen, dass die ämter­glei­che Beset­zung eines Dienst­pos­tens im Wege der Umset­zung nicht den Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 2 GG unter­lie­ge; eine ent­spre­chen­de Kla­ge eines über­gan­ge­nen Beam­ten sei wegen feh­len­der Kla­ge­be­fug­nis unzu­läs­sig. Zugleich hat der 2. Revi­si­ons­se­nat aber bei einer Dienst­pos­ten­kon­kur­renz um dotie­rungs­glei­che ("ämter­glei­che") Dienst­pos­ten in Aus­nah­me­fäl­len die Ver­fah­rens­ga­ran­ti­en des Art. 33 Abs. 2 GG für anwend­bar gehal­ten 3. Im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren beruft sich der Antrag­stel­ler gegen­über der zuguns­ten des Bei­gela­de­nen ergan­ge­nen Aus­wahl­ent­schei­dung des Bun­des­am­tes für das Per­so­nal­ma­nage­ment der Bun­des­wehr (im Fol­gen­den: Bun­des­amt für das Per­so­nal­ma­nage­ment) vom 03.03.2016 aus­drück­lich auf einen ihm zuste­hen­den Bewer­bungs­ver­fah­rens­an­spruch. Mit der Rüge, sei­ne Mit­be­trach­tung für den in Rede ste­hen­den Dienst­pos­ten sei zu Unrecht unter­blie­ben, weil die­ser Dienst­pos­ten höher­wer­tig als sein der­zeit inne gehab­ter Dienst­pos­ten und im Übri­gen för­der­lich sei, macht er gera­de eine mög­li­che Ver­let­zung indi­vi­du­el­ler Rech­te aus § 3 Abs. 1 SG und aus Art. 33 Abs. 2 GG gel­tend. Ein Rechts­schutz­be­dürf­nis kann ihm des­halb nicht abge­spro­chen wer­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 7. Dezem­ber 2016 – 1 WDS VR 4.16

  1. vgl. z.B. BVerwG, Beschlüs­se vom 19.12 2011 – 1 WDS-VR 5.11, Rn. 27; und vom 14.02.2012 – 1 WDS-VR 6.11 29 m.w.N.[]
  2. BVerwG, Urteil vom 19.11.2015 – 2 A 6.13, BVerw­GE 153, 246[]
  3. BVerw­GE 153, 246, Rn.19, 21[]