Der rechts­ste­hen­de Poli­zist

Ein Poli­zei­be­am­ter, der außer­dienst­lich den Anschein setzt, sich mit der rech­ten Sze­ne zu iden­ti­fi­zie­ren, begeht ein Dienst­ver­ge­hen und darf aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be ent­las­sen wer­den. Mit die­ser Begrün­dung wies jetzt das geht Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin die Kla­ge eines ehe­ma­li­gen Poli­zei­meis­ters gegen sei­ne Ent­las­sung ab..

Der rechts­ste­hen­de Poli­zist

Der 1980 gebo­re­ne Klä­ger war im Jah­re 2002 in das Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be über­nom­men wor­den. Ab 2004 hat­te der Mann sog. „Rechts­schu­lun­gen“ für bis zu 70 Teil­neh­mer der rech­ten Kame­rad­schafts­sze­ne abge­hal­ten. Dort hat­te er über sei­ne Tätig­keit bei der Ber­li­ner Poli­zei und deren Befug­nis­se sowie über Mög­lich­kei­ten berich­tet, sich gegen poli­zei­li­ches Ein­grei­fen zu weh­ren. Im Juni 2006 hat­te das Amts­ge­richt Tier­gar­ten den Klä­ger zudem zu einer Geld­stra­fe wegen eines Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen­ge­setz ver­ur­teilt, weil bei einer Durch­su­chung sei­nes Zim­mers in der Woh­nung sei­ner Eltern eine unge­si­chert gela­ger­te, gela­de­ne Schreck­schuss­pis­to­le sowie Manö­ver­kar­tu­schen und 3.510 Schuss Muni­ti­on unge­si­chert auf dem Fuß­bo­den ver­teilt auf­ge­fun­den wor­den waren.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin bestä­tig­te die durch den Poli­zei­prä­si­den­ten in Ber­lin aus­ge­spro­che­ne Ent­las­sung. Der Klä­ger habe durch sein außer­dienst­li­ches Ver­hal­ten gra­vie­ren­de Pflicht­ver­let­zun­gen began­gen, die als Dienst­ver­ge­hen zu wer­ten sei­en. Neben dem rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz sei ihm eine Nöti­gung im Stra­ßen­ver­kehr vor­zu­wer­fen, die trotz der Ein­stel­lung des Straf­ver­fah­rens vor­ge­hal­ten wer­den kön­ne. Die Vor­trags­tä­tig­keit vor Ange­hö­ri­gen der rech­ten Sze­ne erwe­cke den Ein­druck, dass er sich mit die­ser iden­ti­fi­zie­re. Den Ein­wand des Klä­gers, er habe sei­ner­zeit nicht gewusst, um wen es sich bei sei­nem Publi­kum gehan­delt habe, ließ das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht gel­ten. Denn nach den Ermitt­lungs­er­geb­nis­sen in den Straf­ver­fah­ren ste­he fest, dass er sei­ner­zeit inten­si­ven Kon­takt zur rech­ten Sze­ne gehabt habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2009 – VG 26 A 143.07