Der Zustän­dig­keits­man­gel in der Unter­zeich­nung einer Disziplinarklageschrift

Ein Zustän­dig­keits­man­gel in der Unter­zeich­nung einer Dis­zi­pli­nar­k­la­ge­schrift kann auch noch im Beru­fungs­ver­fah­ren geheilt werden.

Der Zustän­dig­keits­man­gel in der Unter­zeich­nung einer Disziplinarklageschrift

Eine Dis­zi­pli­nar­k­la­ge­schrift lei­det zwar an einem wesent­li­chen Man­gel, wenn sie von einer unzu­stän­di­gen Behör­de oder einem Beam­ten erho­ben wird, der nicht befugt ist, für die zustän­di­ge Behör­de tätig zu wer­den. Ein sol­cher Man­gel kann nach § 41 DiszG i.V.m. § 55 Abs. 3 Satz 1 BDG indes dadurch geheilt wer­den, dass die zustän­di­ge Stel­le (Behör­de oder Dienst­vor­ge­setz­ter) eine neue Dis­zi­pli­nar­k­la­ge­schrift in eige­nem Namen ein­reicht. Dies ist gemäß § 41 DiszG i.V.m. § 65 Abs. 1 Satz 1 BDG auch noch im Beru­fungs­ver­fah­ren möglich.

Vor­aus­set­zung für eine der­ar­ti­ge Nach­ho­lung ist aller­dings, dass dem Vor­ge­hen kei­ne schutz­wür­di­gen Inter­es­sen des Beam­ten ent­ge­gen­ste­hen, ins­be­son­de­re also, dass die­se Kla­ge­schrift kei­ne neu­en belas­ten­den Tat­sa­chen und Beweis­mit­tel ent­hält [1].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 26. Sep­tem­ber 2014 – 2 B 14.2014 -

  1. BVerwG, Urteil vom 28.02.2013 – 2 C 3.12, BVerw­GE 146, 98 = Buch­holz 235.2 LDis­zi­pli­narG Nr.19 jeweils Rn. 63 sowie zuletzt Beschluss vom 10.07.2014 – 2 B 54.13 7 m.w.N.[]