Die Prä­si­den­ten­stel­le des Sozi­al­ge­richts Duis­burg

Bei der Bewer­tung der Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung für die Ver­ga­be eines öffent­li­chen Amtes gemäß Art. 33 Abs. 2 GG kommt dem Dienst­herrn ein gericht­lich nur ein­ge­schränkt über­prüf­ba­rer Beur­tei­lungs­spiel­raum zu, der dann nicht über­schrit­ten wor­den ist, wenn bei der Aus­wahl­ent­schei­dung der Dienst­herr der beson­de­ren Ver­wal­tungs­er­fah­rung des aus­ge­wähl­ten Bewer­bers das ent­schei­den­de Gewicht bei­gemes­sen hat.

Die Prä­si­den­ten­stel­le des Sozi­al­ge­richts Duis­burg

So die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len in dem Streit um die neu zu beset­zen­de Stel­le des Prä­si­den­ten des Sozi­al­ge­richts Duis­burg. Der unter­le­ge­ne Bewer­ber hat sich aus einer höhe­ren amt­li­chen Stel­lung her­aus bewor­ben. Gegen die vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um getrof­fe­ne Aus­wahl­ent­schei­dung hat­te die­ser kon­kur­rie­ren­der Bewer­ber, wel­cher zur Zeit Vor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­so­zi­al­ge­richt ist, um Eil­rechts­schutz nach­ge­sucht und in ers­ter Instanz 1 gewon­nen. Dage­gen hat das Land Nord­rhein-West­fa­len Beschwer­de beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len ist die Aus­wahl­ent­schei­dung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, der beson­de­ren Ver­wal­tungs­er­fah­rung des aus­ge­wähl­ten Bewer­bers das ent­schei­den­de Gewicht bei­zu­mes­sen, ver­tret­bar.

Gemäß Art. 33 Abs. 2 des Grund­ge­set­zes wer­den öffent­li­che Ämter allein nach Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung ver­ge­ben. Bei der Bewer­tung die­ser Kri­te­ri­en kom­me dem Dienst­herrn aller­dings ein gericht­lich nur ein­ge­schränkt über­prüf­ba­rer Beur­tei­lungs­spiel­raum zu, der vor­lie­gend nicht über­schrit­ten wor­den sei.

Die vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um des Lan­des beab­sich­tig­te Ernen­nung eines Rich­ters am Lan­des­so­zi­al­ge­richt zum neu­en Prä­si­den­ten des Sozi­al­ge­richts Duis­burg ist daher bestä­tigt wor­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 9. Mai 2012 – 1 B 214/​12

  1. VG Gel­sen­kir­chen, Beschluss vom 25.01.2012 – 12 L 998/​11[]