Die schwer­wie­gen­de Ver­let­zung der Kern­pflich­ten eines Poli­zei­be­am­ten

Für die Aberken­nung des Ruhe­ge­halts eines Beam­ten reicht nicht schon allein der Besitz kin­der­por­no­gra­fi­scher Schrif­ten aus. Etwas ande­res gilt jedoch grund­sätz­lich für Poli­zei­be­am­te, bei denen ein beson­ders enger Bezug eines der­ar­ti­gen Ver­hal­tens zu den Dienst­pflich­ten besteht.

Die schwer­wie­gen­de Ver­let­zung der Kern­pflich­ten eines Poli­zei­be­am­ten

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem 45 Jah­re alten Poli­zei­be­am­ten aus der West­pfalz das Ruhe­ge­halt aberkannt. Dem inzwi­schen infol­ge einer Alko­hol­er­kran­kung unter Betreu­ung ste­hen­den Ruhe­stands­be­am­ten wur­den der Besitz kin­der­por­no­gra­fi­scher Datei­en, ein Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz (bei einer Haus­durch­su­chung wur­de bei ihm eine Tele­skop­stahl­ru­te auf­ge­fun­den), Kör­per­ver­let­zun­gen im häus­li­chen Bereich sowie die Miss­ach­tung poli­zei­li­cher Ver­fü­gun­gen und von Gewalt­schutz­an­ord­nun­gen zum Vor­wurf gemacht. Fer­ner hat der Ruhe­stands­be­am­te dienst­li­che Anord­nun­gen zur Wie­der­her­stel­lung sei­ner Dienst­fä­hig­keit nicht befolgt. Sämt­li­che Ver­feh­lun­gen hat er in sei­ner akti­ven Zeit began­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sei die­ses ein­heit­lich zu wür­di­gen­den Ver­hal­ten ein schwe­res Dienst­ver­ge­hen. Der Ruhe­stands­be­am­te habe die Kern­pflich­ten eines Poli­zei­be­am­ten schwer­wie­gend ver­letzt.

Zwar sei nach der jün­ge­ren Recht­spre­chung bei Beam­ten nicht schon allein wegen des Besit­zes kin­der­por­no­gra­fi­scher Schrif­ten regel­mä­ßig auf die Höchst­maß­nah­me zu erken­nen. Etwas ande­res gel­te jedoch grund­sätz­lich für Poli­zei­be­am­te, bei denen ein beson­ders enger Bezug eines der­ar­ti­gen Ver­hal­tens zu den Dienst­pflich­ten bestehe.

Da der Beklag­te sich zudem gewei­gert habe, dienst­li­chen Wei­sun­gen zur Wie­der­her­stel­lung sei­ner Dienst­fä­hig­keit Fol­ge zu leis­ten, wes­halb er letzt­lich in den vor­zei­ti­gen Ruhe­stand habe ver­setzt wer­den müs­sen, sei ihm das Ruhe­ge­halt abzu­er­ken­nen.

Die wei­te­ren Ver­feh­lun­gen, die teil­wei­se im Zustand erheb­li­cher Alko­ho­li­sie­rung began­gen wor­den sei­en, run­de­ten das Bild eines Beam­ten, der sich in sei­ner akti­ven Zeit von sei­nem Dienst­herrn und dem dienst­li­chen Pflich­ten­kreis abge­wen­det habe, ab.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 6. Febru­ar 2014 – 3 K 1345/​13.TR