Die vom Sol­da­ten uner­wünsch­te Ver­wen­dung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hat ein Sol­dat grund­sätz­lich kei­nen Anspruch auf eine bestimm­te ört­li­che oder fach­li­che Ver­wen­dung. Ein dahin­ge­hen­der Anspruch lässt sich auch nicht aus der Für­sor­ge­pflicht ablei­ten.

Die vom Sol­da­ten uner­wünsch­te Ver­wen­dung

Über die Ver­wen­dung eines Sol­da­ten ent­schei­det der zustän­di­ge Vor­ge­setz­te oder die zustän­di­ge per­so­nal­be­ar­bei­ten­de Stel­le nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen 1.

Die­se Ermes­sens­ent­schei­dung kann vom Wehr­dienst­ge­richt nur dar­auf über­prüft wer­den, ob der Vor­ge­setz­te oder die per­so­nal­be­ar­bei­ten­de Stel­le den Sol­da­ten durch Über­schrei­ten oder Miss­brauch dienst­li­cher Befug­nis­se in sei­nen Rech­ten ver­letzt (§ 17 Abs. 3 Satz 2 WBO) bzw. die gesetz­li­chen Gren­zen des ihm bzw. ihr zuste­hen­den Ermes­sens über­schrit­ten oder von die­sem in einer dem Zweck der Ermäch­ti­gung nicht ent­spre­chen­den Wei­se Gebrauch gemacht hat (§ 23a Abs. 2 WBO i.V.m. § 114 VwGO).

Die gericht­li­che Über­prü­fung rich­tet sich auch dar­auf, ob die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung im Wege der Selbst­bin­dung in Erlas­sen und Richt­li­ni­en fest­ge­leg­ten Maß­ga­ben und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten sind 2, wie sie sich hier ins­be­son­de­re aus dem Zen­tral­er­lass (ZE) B‑1300/​46 zu "Ver­set­zung, Dienst­pos­ten­wech­sel, Kom­man­die­rung" und der Zen­tra­len Dienst­vor­schrift (ZDv) A‑225/​1 zur "Zivil­be­ruf­li­chen Aus- und Wei­ter­bil­dung der Sol­da­tin­nen auf Zeit und der Sol­da­ten auf Zeit im Rah­men der mili­tär­fach­li­chen Aus­bil­dung" sowie den dazu ergan­ge­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen erge­ben.

Das gilt ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund, dass nicht nur die jeder­zei­ti­ge Ver­setz­bar­keit, son­dern – wie hier – auch die Mög­lich­keit der Kom­man­die­rung zu dienst­lich erfor­der­li­chen Lehr­gän­gen zu den frei­wil­lig über­nom­me­nen Pflich­ten und zum prä­gen­den Inhalt des Wehr­dienst­ver­hält­nis­ses gehört und dar­aus resul­tie­ren­de Beein­träch­ti­gun­gen per­sön­li­cher Belan­ge hin­zu­neh­men sind (Nr. 103 Satz 1 und 2, hier i.V.m. Nr. 701 Satz 1 ZE B‑1300/​46).

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Janu­ar 2017 – 1 WDR ‑VR 8.16

  1. stRspr, vgl. BVerwG, Beschluss vom 25.09.2002 – 1 WB 30.02, Buch­holz 236.1 § 3 SG Nr. 30 S. 24 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 27.02.2003 – 1 WB 57.02, BVerw­GE 118, 25, 27[]