Die Unkennt­nis über den Tod des Geschie­de­nen und das Ruhe­ge­halt

Eine Anpas­sung des Ruhe­ge­halts einer nach Ehe­schei­dung aus­gleichs­ver­pflich­te­ten Per­son ist im Fal­le des Todes des ehe­ma­li­gen Part­ners nur auf Antrag und erst ab dem auf die Antrag­stel­lung fol­gen­den Monat mög­lich. Das ist auch der Fall, wenn man erst Jah­re spä­ter vom Tod des Geschie­de­nen Kennt­nis erlangt.

Die Unkennt­nis über den Tod des Geschie­de­nen und das Ruhe­ge­halt

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Ruhe­stands­be­am­tin abge­wie­sen, die eine noch Jah­re nach dem Tod ihres geschie­de­nen Man­nes andau­ern­de Kür­zung ihres Ruhe­ge­halts rück­wir­kend abwen­den woll­te. Die Klä­ge­rin war im Jah­re 1981 geschie­den wor­den. Im Rah­men des Ver­sor­gungs­aus­gleichs hat­te das Fami­li­en­ge­richt damals Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten der Klä­ge­rin in Höhe von 145,30 DM monat­lich auf den geschie­de­nen Ehe­mann über­tra­gen. Mit Ein­tritt der Klä­ge­rin in den Ruhe­stand im Jah­re 2003 wur­den ihre Ver­sor­gungs­be­zü­ge dem­entspre­chend gekürzt. Nach­dem die Klä­ge­rin im August 2012 erfah­ren und dem beklag­ten Land mit­ge­teilt hat­te, dass ihr geschie­de­ner Ehe­mann bereits im Mai 2007 ver­stor­ben war, hob das Land die Kür­zung ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 auf. Den Antrag der Klä­ge­rin, ihr auch die ent­spre­chen­den Kür­zungs­be­trä­ge für die Zeit vom 1. Juni 2007 bis zum 31. August 2012 zu erstat­ten, lehn­te das beklag­te Land hin­ge­gen ab. Das Gesetz las­se eine Aus­set­zung der Kür­zung erst ab dem ers­ten Tag des auf die ent­spre­chen­de Antrag­stel­lung fol­gen­den Monats zu. Hier­ge­gen hat­te die Klä­ge­rin nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Kla­ge erho­ben. Der Kür­zungs­be­trag sei dem Ren­ten­kon­to ihres geschie­de­nen Ehe­man­nes, wel­cher bis zu sei­nem Tod noch kei­ne Ren­te bezo­gen habe, noch gar nicht gut­ge­schrie­ben gewe­sen. Der Beklag­te sei mit­hin um die von ihm ein­be­hal­te­nen Kür­zungs­be­trä­ge unge­recht­fer­tigt berei­chert.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz auf den kla­ren Wort­laut des Ver­sor­gungs­aus­gleichs­ge­set­zes, nach dem eine Anpas­sung des Ruhe­ge­halts der aus­gleichs­ver­pflich­te­ten Per­son im Fal­le des Todes des Aus­gleichs­be­rech­tig­ten nur auf Antrag und erst ab dem auf die Antrag­stel­lung fol­gen­den Monat mög­lich ist. Dage­gen kön­ne die Klä­ge­rin nicht mit Erfolg ein­wen­den, erst Jah­re spä­ter vom Tod ihres geschie­de­nen Ehe­man­nes erfah­ren zu haben. Das Ver­sor­gungs­aus­gleichs­ge­setz ver­pflich­te näm­lich die Ehe­gat­ten sowie ihre Hin­ter­blie­be­nen und Erben, ein­an­der die für den Ver­sor­gungs­aus­gleich erfor­der­li­chen Aus­künf­te zu ertei­len. Im Fal­le einer Ver­let­zung die­ser Pflich­ten bestün­den inso­weit mög­li­cher­wei­se Regress­an­sprü­che. Auch kön­ne sich die Klä­ge­rin nicht dar­auf beru­fen, dass das beklag­te Land unge­recht­fer­tigt um die ein­be­hal­te­nen Kür­zungs­be­trä­ge berei­chert sei. Sofern – wie hier – kei­ne Här­teaus­gleichs­re­ge­lung ein­grei­fe, gel­te der Grund­satz, dass ein­be­hal­te­ne Beträ­ge der Soli­dar­ge­mein­schaft ver­blei­ben.

Ver­wal­tungs­gricht Koblenz, Urteil vom 24. Janu­ar 2014 – 5 K 862/​13.KO