Die Ver­set­zung eines Berufs­sol­da­ten – und die Orts­ge­bun­den­heit der Lebens­ge­fähr­tin

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts begrün­det die "Teil­kon­zep­ti­on Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Dienst in den Streit­kräf­ten", die der Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr am 21.05.2007 erlas­sen hat, kei­nen kon­kre­ten Rechts­an­spruch eines ein­zel­nen Sol­da­ten auf bestimm­te Maß­nah­men, die die Ver­ein­bar­keit von Fami­li­en­be­treu­ung und Dienst för­dern. Eben­so wenig steht die Teil­kon­zep­ti­on der Anord­nung einer not­wen­di­gen Ver­set­zungs­ver­fü­gung ent­ge­gen 1.

Die Ver­set­zung eines Berufs­sol­da­ten – und die Orts­ge­bun­den­heit der Lebens­ge­fähr­tin

Soweit sich ein Berufs­sol­dat als Ver­set­zungs­hin­der­nis auf Belan­ge der Fami­lie der Kin­des­mut­ter und auf die Inte­gra­ti­on die­ser Fami­lie am bis­he­ri­gen Ver­wen­dungs­ort beruft, sind die­se Belan­ge nicht als schwer­wie­gen­de per­sön­li­che Grün­de im Sin­ne der Nr. 6 der Richt­li­ni­en zur Ver­set­zung, zum Dienst­pos­ten­wech­sel und zur Kom­man­die­rung von Sol­da­ten 2 (Ver­set­zungs­richt­li­ni­en) zu berück­sich­ti­gen. Der Sol­dat kann im Rah­men des § 17 Abs. 1 Satz 1, Abs. 6 Satz 1 und 2 WBO (hier in Ver­bin­dung mit § 21 Abs. 2 Satz 1 WBO) und nach Nr. 6 der Ver­set­zungs­richt­li­ni­en nur die Ver­let­zung sei­ner eige­nen indi­vi­du­el­len Rech­te und ergän­zend – gestützt auf Art. 6 Abs. 1 GG – den recht­li­chen Schutz sei­ner eige­nen Ehe oder Fami­lie gel­tend machen. Auch nach Nr. 7 der Ver­set­zungs­richt­li­ni­en kommt es inso­weit nur auf in sei­ner Per­son lie­gen­de Aspek­te an.

Aller­dings erstreckt sich der Schutz­be­reich des Art. 6 Abs. 1 GG im Rah­men eines Fami­li­en­grund­rech­tes auch auf nicht­ehe­li­che Lebens­ge­mein­schaf­ten mit einem Kind. Die tat­säch­li­che und auf Dau­er ange­leg­te Lebens- und Erzie­hungs­ge­mein­schaft von Eltern mit Kin­dern ist als Fami­lie durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützt 3.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Febru­ar 2015 – 1 WDR ‑VR 3.2014 -

  1. stRspr; vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 09.01.2008? – 1 WDS-VR 10.07, Rn. 33[]
  2. vom 03.03.1988, VMBl. S. 76,in der zuletzt am 09.06.2009, VMBl. S. 86 geän­der­ten Fas­sung[]
  3. stRspr des BVerfG, vgl. z.B. BVerfG, Urteil vom 19.02.2013 – 1 BvL 1/​11, 1 BvR 3247/​09, BVerfGE 133, 59 Rn. 61, 62, BVerfG, Beschluss vom 24.06.2014 – 1 BvR 2926/​13NJW 2014, 2853 Rn. 22[]
  4. BGH, Urteil vom 13.01.2017 – V ZR 138/​16, NZM 2017, 418 Rn. 11 mwN[]
  5. BVerwG, Beschluss vom 25.06.2014 – 2 B 1.13, IÖD 2014, 220, Leit­satz Nr. 2 und 220, 221[]