Die Wei­ter­be­schäf­ti­gung einer Rich­te­rin über die Alters­gren­ze hin­aus

Durch eine star­re Alters­gren­ze, wie sie das Hes­si­sche Rich­ter­ge­setz für die Beschäf­ti­gung im Rich­ter­dienst des Lan­des Hes­sen vor­sieht, liegt zwar eine Dis­kri­mi­nie­rung der betrof­fe­nen Rich­ter vor, aber die­se Dis­kri­mi­nie­rung ist gerecht­fer­tigt.

Die Wei­ter­be­schäf­ti­gung einer Rich­te­rin über die Alters­gren­ze hin­aus

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt am Main in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Rich­te­rin auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung über das Errei­chen der Alters­gren­ze hin­aus abge­wie­sen. Die im Jahr 1948 gebo­re­ne Rich­te­rin am Amts­ge­richt a.D. woll­te errei­chen, dass sie über das Errei­chen der Alters­gren­ze im Juni 2013 wei­ter bis zum Mai 2016 im akti­ven Rich­ter­dienst tätig sein kann.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt zwar fest­ge­stellt, dass durch eine star­re Alters­gren­ze, wie sie das Hes­si­sche Rich­ter­ge­setz für die Beschäf­ti­gung im Rich­ter­dienst des Lan­des Hes­sen vor­sieht, eine Dis­kri­mi­nie­rung der betrof­fe­nen Rich­ter vor­liegt, die­se Dis­kri­mi­nie­rung aber gerecht­fer­tigt ist. Nach den Vor­ga­ben der euro­päi­schen Richt­li­nie 2000/​78/​EG ist eine alters­be­ding­te Ungleich­be­hand­lung durch die Ein­füh­rung strik­ter Alters­gren­zen dann gerecht­fer­tigt, wenn das Gesetz zum Ziel hat, eine aus­ge­wo­ge­ne Alters­struk­tur zu schaf­fen, um die Ein­stel­lung und Beför­de­rung von jün­ge­ren Berufs­an­ge­hö­ri­gen zu begüns­tig­ten, die Per­so­nal­pla­nung zu opti­mie­ren und die­ses Ziel mit ange­mes­se­nen und erfor­der­li­chen Mit­teln erreicht wer­den kann.

Die­se Ziel­set­zung und die dafür vor­ge­se­he­ne Maß­nah­me einer star­ren Alters­gren­ze für Rich­ter im akti­ven Dienst hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt am Main hier bejaht.

Dar­über hin­aus hat das Ver­wal­tungs­ge­richt auch nicht bean­stan­det, dass das Land Hes­sen von der im Deut­schen Rich­ter­ge­setz ent­hal­te­nen Öff­nungs­klau­sel, wel­che in Gren­zen eine varia­ble Rege­lung für das Errei­chen der Alters­gren­ze ermög­licht, kei­nen Gebrauch gemacht hat, wie dies z.B. die Bun­des­län­der Bay­ern und Baden –Würt­tem­berg in ihren lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten getan haben.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt folgt inso­weit der schon in dem vor­an­ge­gan­gen Eil­ver­fah­ren erfolg­ten Recht­spre­chung des hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs 1, wie er dies in sei­nem Beschluss vom 19. August 2013 ent­schie­den hat­te.

Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt am Main, Urteil vom 27. Janu­ar 2014 – 9 K 15223/​13.F

  1. Hess. VGH, Beschluss vom 19.08.2013 – 1 B 1313/​13[]