Dienst­un­fä­hig­keit – objek­tiv oder sub­jek­tiv?

Die Dienst­un­fä­hig­keit im Sin­ne des § 26 Abs. 1 BeamtStG bemisst sich aus­schließ­lich nach objek­ti­ven Kri­te­ri­en; sie setzt weder sub­jek­ti­ve Ele­men­te vor­aus noch wird sie durch die­se begrenzt.

Dienst­un­fä­hig­keit – objek­tiv oder sub­jek­tiv?

Der gesetz­li­che Tat­be­stand des § 26 Abs. 1 BeamtStG ent­hält kei­nen Anhalts­punkt dafür, dass die Dienst­un­fä­hig­keit sub­jek­ti­ve Ele­men­te vor­aus­setzt oder durch sie begrenzt wird. Bei der Ver­set­zung in den Ruhe­stand wegen Dienst­un­fä­hig­keit geht es aus­schließ­lich dar­um, die Rechts­fol­gen für den Fall zu bestim­men, in dem die einem Beam­ten oblie­gen­den Dienst­pflich­ten von die­sem nicht mehr erfüllt wer­den kön­nen.

Durch die Pflicht des Dienst­herrn, einen dienst­un­fä­hi­gen Beam­ten in den Ruhe­stand zu ver­set­zen, will die Rege­lung die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit der öffent­li­chen Ver­wal­tung gewähr­leis­ten 1. Die­ser Rege­lungs­zweck ver­bie­tet es, bei der Ent­schei­dung über die Ver­set­zung in den Ruhe­stand wegen Dienst­un­fä­hig­keit sub­jek­ti­ve Ele­men­te mit zu berück­sich­ti­gen, ins­be­son­de­re ein even­tu­el­les Ver­schul­den ent­we­der des Beam­ten oder des Dienst­herrn an der Dienst­un­fä­hig­keit in die Ent­schei­dungs­fin­dung ein­flie­ßen zu las­sen.

Eben­so sind Für­sor­ge­ge­sichts­punk­te nicht zu berück­sich­ti­gen 2.

Die inso­weit auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach der Ver­ein­bar­keit mit der Gesamt­rechts­ord­nung, ins­be­son­de­re mit der Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn beant­wor­tet sich dahin­ge­hend, dass bei einer Ver­let­zung der Für­sor­ge­pflicht Scha­dens­er­satz­an­sprü­che bestehen kön­nen. Inso­weit ent­hält die Gesamt­rechts­ord­nung für die vom Klä­ger ange­spro­che­ne Pro­ble­ma­tik aus­rei­chen­de und ange­mes­se­ne Lösun­gen bereit.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Beschluss vom 6. Sep­tem­ber 2016 – 2 L 94/​16

  1. vgl. GKÖD-Sum­mer Stand 3/​13, § 44 BBG Rn. 1[]
  2. vgl, Plück­hahn, Been­di­gung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses und Über­trag­bar­keit ande­rer Ämter bei Dienst­un­fä­hig­keit, 1999, S. 120 ff.[]