Dis­zi­pli­nar­höchstrmaß­nah­me – trotz vor­läu­fi­ger Wei­ter­be­schäf­ti­gung

Nach § 60 Abs. 2 Satz 2 BDG ist es bei einer Dis­zi­pli­nark­la­ge Sache der Ver­wal­tungs­ge­rich­te, die ange­mes­se­ne Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me nach Maß­ga­be des § 13 BDG zu bestim­men. Dabei sind die Gerich­te weder in tat­säch­li­cher noch in recht­li­cher Hin­sicht an die Wer­tun­gen des Dienst­herrn gebun­den1.

Dis­zi­pli­nar­höchstrmaß­nah­me – trotz vor­läu­fi­ger Wei­ter­be­schäf­ti­gung

Dem­entspre­chend kommt der Ent­schei­dung des Dienst­herrn, den Beam­ten nach dem Auf­de­cken sei­nes Fehl­ver­hal­tens unver­än­dert oder ander­wei­tig wei­ter zu beschäf­ti­gen, für die von den Gerich­ten zu tref­fen­de Ent­schei­dung über die ange­mes­se­ne Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me grund­sätz­lich kei­ne Bedeu­tung zu2.

Zudem kann die­se Ent­schei­dung des Dienst­herrn auf Umstän­den beru­hen, die für die vom Gericht zu bestim­men­de Maß­nah­me im Sin­ne von § 5 BDG nicht von Bedeu­tung sind. Ins­be­son­de­re kann sich der Dienst­herr aus finan­zi­el­len Grün­den für eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung ent­schie­den haben, weil der Beam­te auch wäh­rend des lau­fen­den Ver­fah­rens wei­ter­hin ali­men­tiert wird3.

Eine Aus­nah­me von die­sem Grund­satz kann allen­falls bei Vor­lie­gen beson­de­rer Umstän­de des Ein­zel­falls in Betracht kom­men4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Mai 2015 – 2 B 162015 -

  1. stRspr, BVerwG, Urtei­le vom 29.05.2008 – 2 C 59.07, Buch­holz 235.1 § 70 BDG Nr. 3 Rn. 11; und vom 28.07.2011 – 2 C 16.10, BVerw­GE 140, 185 Rn. 18
  2. BVerwG, Urteil vom 28.02.2013 – 2 C 3.12, BVerw­GE 148, 98 Rn. 42 f. m.w.N.
  3. BVerwG, Urteil vom 29.03.2012 – 2 A 11.10 – Schütz Beam­tR ES/​B II 1.1 Nr. 26 Rn. 83
  4. BVerwG, Urtei­le vom 19.05.1998 – 1 D 37.97 20; und vom 21.06.2000 – 1 D 49.99 18