Dokumentationspflichten bei der Auswahlentscheidung für eine Beförderungsstelle

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu beamtenrechtlichen Konkurrentenstreitigkeiten um Beförderungsämter folgt aus Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art.19 Abs. 4 GG die Verpflichtung des Dienstherrn, die seiner Entscheidung zugrunde liegenden wesentlichen Auswahlerwägungen schriftlich niederzulegen, um eine sachgerechte Kontrolle durch den unterlegenen Bewerber und ggf. durch das Gericht zu ermöglichen1.

Dokumentationspflichten bei der Auswahlentscheidung für eine Beförderungsstelle

§ 3 Abs. 1 SG übernimmt die Grundsätze des Art. 33 Abs. 2 GG in das Dienstverhältnis der Soldaten und erstreckt sie über Ernennungen hinaus ausdrücklich auf Verwendungsentscheidungen. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb eine entsprechende Verpflichtung zur Dokumentation der wesentlichen Auswahlerwägungen auch für Entscheidungen angenommen, die – wie im vorliegenden Fall – ein Konkurrenzverhältnis um eine höherwertige militärische Verwendung betreffen2.

Zur Dokumentation verpflichtet ist primär die Stelle, die für die zu treffende Auswahlentscheidung zuständig ist3.

Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 10. April 2014 – 1 WB 62.2013

  1. BVerfG, Kammerbeschluss vom 09.07.2007 – 2 BvR 206/07, BVerfGK 11, 398, 402 f. = NVwZ 2007, 1178 = ZBR 2008, 169 []
  2. vgl. z.B. BVerwG, Beschlüsse vom 25.04.2007 – 1 WB 31.06, BVerwGE 128, 329, 335 f. = Buchholz 449 § 3 SG Nr. 41; und vom 16.12 2008 – 1 WB 19.08, BVerwGE 133, 13, 14 f. = Buchholz 449 § 3 SG Nr. 50 Rn. 36 []
  3. vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 27.01.2010 – 1 WB 52.08, Rn. 29 f., insoweit nicht veröffentlicht in Buchholz 449 § 3 SG Nr. 54; und vom 23.02.2010 – 1 WB 36.09, Rn. 27, insoweit jeweils nicht veröffentlicht in BVerwGE 136, 119 = Buchholz 449.2 § 2 SLV 2002 Nr. 17 []