Ehren­sold für ehe­ma­li­ge ehren­amt­li­che Bür­ger­meis­ter

Ein frü­he­rer ehren­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter erhält in Rhein­land-Pfalz nach der der­zeit gel­ten­den Fas­sung des Ehren­sold­ge­set­zes kei­nen Ehren­sold, wenn er zu irgend­ei­ner Zeit haupt­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter der Ver­bands­ge­mein­de war.

Ehren­sold für ehe­ma­li­ge ehren­amt­li­che Bür­ger­meis­ter

In einem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz ent­schie­de­nen Rechts­streit war der Klä­ger vom 1. Juli 1982 bis 31. Dezem­ber 2001 haupt­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter der Ver­bands­ge­mein­de Tra­ben-Trar­bach. Außer­dem nahm er vom 6. Sep­tem­ber 1982 bis 21. August 1989 sowie vom 15. August 1994 bis 25. August 2004 das Amt des ehren­amt­li­chen Stadt­bür­ger­meis­ters der ver­bands­ge­mein­de­an­ge­hö­ri­gen Stadt Tra­ben-Trar­bach wahr. Hier­für erhielt er eine Auf­wands­ent­schä­di­gung, die wäh­rend der zeit­glei­chen Aus­übung bei­der Ämter gemin­dert war. Den Antrag auf Gewäh­rung eines Ehren­solds lehn­te die Stadt Tra­ben-Trar­bach ab. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung.

Zwar erfül­le der Klä­ger die Vor­aus­set­zun­gen für die Zah­lung von Ehren­sold, weil er mehr als zehn Jah­re ehren­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter gewe­sen sei. Jedoch sei der Anspruch nach dem Wort­laut des Ehren­sold­ge­set­zes für die ehren­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter aus­ge­schlos­sen, wel­che zu irgend­ei­ner Zeit haupt­amt­li­che Bür­ger­meis­ter gewe­sen sei­en. Gerecht­fer­tigt sei der Aus­schluss des Ehren­solds vor allem, wenn der ehren­amt­li­che Bür­ger­meis­ter – wie der Klä­ger über­wie­gend – gleich­zei­tig haupt­amt­li­che Bür­ger­meis­ter gewe­sen sei. Denn der Zweck des Ehren­solds, näm­lich das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment anzu­er­ken­nen und einen Aus­gleich für Ein­bu­ßen im Berufs­le­ben zu bie­ten, wer­de in die­sem Fall bereits durch die dem frü­he­ren ehren­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter aus dem Haupt­amt zuste­hen­de Pen­si­on erfüllt. Ob aller­dings der Aus­schluss des Ehren­solds frü­he­rer ehren­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter, wel­che die­ses Amt vor und/​oder nach der Tätig­keit als haupt­amt­li­che Wahl­be­am­te – also nicht nur gleich­zei­tig – aus­ge­übt haben, ins­be­son­de­re des­halb noch als zeit­ge­mäß ange­se­hen wer­den kann, weil ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment zuneh­mend nicht mehr selbst­ver­ständ­lich ist, hat der Gesetz­ge­ber zu ent­schei­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 7. Juni 2011 – 2 A 10333/​11.OVG