Ein Hoo­li­gan-Sym­pa­thi­sant als Poli­zist?

Für die Ein­stel­lung in den Poli­zei­voll­zugs­dienst wer­den beson­ders hohe Anfor­de­run­gen an die cha­rak­ter­li­che Sta­bi­li­tät und Unbe­schol­ten­heit der Bewer­ber gestellt. Bereits die öffent­li­che Sym­pa­thie­be­kun­dung für die Hoo­li­gan-Sze­ne recht­fer­tigt Zwei­fel an der cha­rak­ter­li­chen Eig­nung eines Beam­ten­be­wer­bers.

Ein Hoo­li­gan-Sym­pa­thi­sant als Poli­zist?

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Man­nes abge­wie­sen, des­sen Ein­stel­lung zum geho­be­nen Dienst der Schutz­po­li­zei abge­lehnt wor­den war. Der 1991 gebo­re­ne Klä­ger bewarb sich im Dezem­ber 2011 um die Ein­stel­lung zum geho­be­nen Dienst der Schutz­po­li­zei. Der Poli­zei­prä­si­dent in Ber­lin lehn­te dies unter Beru­fung auf die cha­rak­ter­li­che Nicht­eig­nung des Klä­gers ab. Denn durch das Tra­gen eines T‑Shirts mit der Auf­schrift "Bri­ga­de Köpe­nick sin­ce 1999" habe er in der Öffent­lich­keit in einer mit dem Amt eines Poli­zei­voll­zugs­be­am­ten der Lauf­bahn des geho­be­nen Diens­tes nicht zu ver­ein­ba­ren­den Wei­se sei­ne Sym­pa­thie für gewalt­be­rei­te Krei­se im Umfeld des 1. FC Uni­on bekun­det. Hier­ge­gen wand­te sich der Klä­ger mit der Begrün­dung, mit dem Tra­gen des Tri­kots habe er kei­ner­lei Gesin­nung reprä­sen­tie­ren wol­len.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­grichts Ber­lin stel­le der Beklag­te zu Recht für die Ein­stel­lung in den Poli­zei­voll­zugs­dienst beson­ders hohe Anfor­de­run­gen an die cha­rak­ter­li­che Sta­bi­li­tät und Unbe­schol­ten­heit der Bewer­ber. Bereits die öffent­li­che Sym­pa­thie­be­kun­dung für die Hoo­li­gan-Sze­ne recht­fer­ti­ge Zwei­fel an der cha­rak­ter­li­chen Eig­nung eines Beam­ten­be­wer­bers. Denn hier­durch kön­ne der Ein­druck ent­ste­hen, dass der Klä­ger als Poli­zei­voll­zugs­be­am­ter nicht unvor­ein­ge­nom­men auch Straf­ta­ten, die von der­ar­ti­gen Hoo­li­gan-Grup­pie­run­gen aus­ge­hen, ver­fol­gen und ver­hü­ten wer­de. Auch der seit dem Vor­fall ver­stri­che­ne Zeit­raum spre­che hier nicht zuguns­ten des Klä­gers. Denn die­ser habe sich seit­her nicht glaub­haft von sei­nem die Eig­nungs­zwei­fel begrün­den­den Ver­hal­ten distan­ziert.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 5. Dezem­ber 2013 – VG 26 K 343.12