Ein Poli­zist mit rech­tem Gedan­ken­gut und die Dienst­auf­sicht

Ein Poli­zist, der Kreis­vor­sit­zen­der von "Pro NRW" ist, muss sich eine Ver­set­zung in den Innen­dienst und eine beson­ders enge Dienst­auf­sicht durch den Poli­zei­prä­si­den­ten gefal­len las­sen. So muss es sich der Aache­ner Kreis­vor­sit­zen­de der Par­tei Pro NRW, im Haupt­be­ruf Poli­zei­haupt­kom­mis­sar, vor­läu­fig gefal­len las­sen, einer beson­ders engen Dienst­auf­sicht durch den Poli­zei­prä­si­den­ten unter­wor­fen zu sein, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen und lehn­te den Antrag des Poli­zis­ten auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes gegen die­se Art der Dienst­auf­sicht ab.

Ein Poli­zist mit rech­tem Gedan­ken­gut und die Dienst­auf­sicht

Die "Bür­ger­be­we­gung Pro NRW" hat­te im Juli 2010 auf ihrer Home­page mit­ge­teilt, dass der Antrag­stel­ler zum neu­en Vor­sit­zen­den des Kreis­ver­ban­des Aachen gewählt wor­den sei. Dabei wur­de auch der Dienst­grad des Antrag­stel­lers als Poli­zei­haupt­kom­mis­sar erwähnt. Dar­auf­hin setz­te der Poli­zei­prä­si­dent den Antrag­stel­ler in den Innen­dienst um und unter­stell­te ihn einer "beson­ders engen Dienst­auf­sicht". Hier­ge­gen wand­te sich der Antrag­stel­ler mit dem Begeh­ren, Mob­bing-Hand­lun­gen ihm gegen­über zu unter­las­sen und die beson­ders enge Dienst­auf­sicht auf­zu­he­ben.

Das Ver­wal­tungs­g­ge­richt moch­te die Maß­nah­men des Poli­zei­prä­si­den­ten jedoch nicht bean­stan­den. Da die Par­tei Pro NRW vom Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet wer­de, sei die Wahl des Poli­zei­haupt­kom­mis­sars mit Blick auf die gebo­te­ne poli­ti­sche Mäßi­gung eines Beam­ten erläu­te­rungs­be­dürf­tig. Auch sei die Unter­wer­fung unter eine beson­ders enge Dienst­auf­sicht nicht stig­ma­ti­sie­rend, son­dern bedeu­te nur, dass bei dem Antrag­stel­ler auf eine abso­lut kor­rek­te Ein­hal­tung der Dienst­pflich­ten geach­tet wer­de.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 23. März 2011 – 1 L 46/​11