Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­te des Sol­da­ten

Die Ver­wei­ge­rung der Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­ten eines Sol­da­ten kann, wenn der Ein­sichts­an­spruch auf § 29 Abs. 7 Satz 1 und 2 SG gestützt wird, iso­liert mit der Wehr­be­schwer­de ange­foch­ten wer­den.

Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­te des Sol­da­ten

Grund­sätz­lich stellt zwar die Ent­schei­dung eines mili­tä­ri­schen Vor­ge­setz­ten oder einer Dienst­stel­le der Bun­des­wehr über die Gewäh­rung von Akten­ein­sicht in einem lau­fen­den (Beschwerde-)Verfahren eine Ver­fah­rens­hand­lung dar, die nicht iso­liert beschwer­de­fä­hig ist, son­dern nur zusam­men mit der im jewei­li­gen Ver­fah­ren erge­hen­den Sach­ent­schei­dung ange­foch­ten und im Rah­men die­ses Rechts­be­helfs inzi­dent über­prüft wer­den kann 1.

Hier lief jedoch im Zeit­punkt der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung und auch danach noch kein Beschwer­de­ver­fah­ren der Sol­da­tin bezüg­lich der geplan­ten Ver­set­zung. Inso­weit gab es ledig­lich eine Pla­nungs­mit­tei­lung im Per­so­nal­ge­spräch. Das Akten­ein­sichts­er­su­chen des Bevoll­mäch­tig­ten ist des­halb in der Sache auf die spe­zi­el­le Vor­schrift des § 29 Abs. 7 Satz 1 und Satz 2 SG gestützt. Dort ist ein eigen­stän­di­ger, von einem kon­kre­ten Beschwer­de­ver­fah­ren unab­hän­gi­ger Akten­ein­sichts­an­spruch für den Sol­da­ten und für sei­nen Bevoll­mäch­tig­ten kon­sti­tu­iert, hin­sicht­lich des­sen bei Ver­sa­gung der Akten­ein­sicht iso­liert ein Beschwer­de­ver­fah­ren und gege­be­nen­falls ein gericht­li­ches Antrags­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den kann 2.

Da der Akten­ein­sichts­an­spruch hier vom Bevoll­mäch­tig­ten gel­tend gemacht wur­de, kam die Ermög­li­chung der Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­te und die G‑Akte der Antrag­stel­le­rin aller­dings erst in Betracht, nach­dem der Bevoll­mäch­tig­te sich durch Vor­la­ge einer schrift­li­chen Voll­macht für die Antrag­stel­le­rin legi­ti­miert hat­te. Das folgt für die Per­so­nal­ak­te aus deren gene­rel­ler beson­de­rer Schutz­wür­dig­keit 3 und für die Gesund­heits­un­ter­la­gen aus § 29 Abs. 9 SG in Ver­bin­dung mit § 8 Abs. 2 Satz 2 der Ver­ord­nung über die Füh­rung der Per­so­nal­ak­ten der Sol­da­ten und der ehe­ma­li­gen Sol­da­ten. Danach darf Bevoll­mäch­tig­ten Ein­sicht­nah­me in oder Aus­kunft aus Gesund­heits­un­ter­la­gen des betrof­fe­nen Sol­da­ten nur auf Grund aus­drück­li­cher Voll­macht des Sol­da­ten gewährt wer­den, die sich spe­zi­ell auf die Gesund­heits­un­ter­la­gen bezie­hen muss 4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 5. August 2015 – 1 WB 142015 -

  1. stRspr, unter Hin­weis auf § 44a VwGO, z.B. BVerwG, Beschluss vom 20.11.2012 – 1 WB 4.12, BVerw­GE 145, 102 Rn. 22 m.w.N.[]
  2. Dau, WBO, 6. Aufl.2013, § 1 Rn. 155; Walz/​Eichen/​Sohm, SG, 2. Auf­la­ge 2010, § 29 Rn. 89 m.w.N., Rn. 91[]
  3. vgl. dazu Walz/​Eichen/​Sohm, SG, 2. Aufl.2010, § 29 Rn. 92[]
  4. Walz/​Eichen/​Sohm, SG, 2. Aufl.2010, § 29 Rn. 92[]