Fest­be­trä­ge für Arz­nei­mit­tel­bei­hil­fe

Die Begren­zung von Arz­nei­mit­tel­bei­hil­fe nach der Bun­des­bei­hil­fe­ver­ord­nung auf die Höhe von Fest­be­trä­gen ist in Gestalt der der­zei­ti­gen Rege­lung unwirk­sam, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem Fall eines pen­sio­nier­ten Berufs­sol­da­ten.

Fest­be­trä­ge für Arz­nei­mit­tel­bei­hil­fe

Der Klä­ger begehr­te von der Wehr­be­reichs­ver­wal­tung Süd Bei­hil­fe u.a. zu Auf­wen­dun­gen in Höhe von 183,52 € für zwei Medi­ka­men­te. Die Ver­wal­tung erkann­te nur einen Betrag von 54,75 € abzüg­lich eines Eigen­an­teils als bei­hil­fe­fä­hig an: Sie begrenz­te damit den Betrag auf die Höhe eines vom Spit­zen­ver­band Bund der Kran­ken­kas­sen für die bei­den Medi­ka­men­te jeweils fest­ge­setz­ten Fest­be­trags. Der Klä­ger leg­te dage­gen erfolg­los Wider­spruch ein und hat dann Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz erho­ben.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben und die Behör­de ver­pflich­tet, dem Klä­ger eine wei­te­re Bei­hil­fe zu gewäh­ren. Die Kür­zung der Bei­hil­fe auf die Höhe eines Fest­be­trags sei unwirk­sam. Eine Rechts­grund­la­ge hier­für feh­le. Ins­be­son­de­re § 22 Abs. 3 der Bun­des­bei­hil­fe­ver­ord­nung begren­ze die Bei­hil­fe nicht auf die Fest­be­trags­hö­he. Die­se Bestim­mung ermäch­ti­ge ledig­lich das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern, ent­spre­chen­de Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zu schaf­fen. Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten sei­en aber als nicht­ge­setz­li­che Rege­lun­gen nicht in der Lage, den gesetz­li­chen Bei­hil­fe­an­spruch zu kür­zen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 24. August 2010 – 2 K 1005/​09.KO