Her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen eines Ber­li­ner Beam­ten

Die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Mög­lich­keit, Beam­te bei her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen höher zu stu­fen, darf nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin nicht gene­rell wegen man­geln­der finan­zi­el­ler Mög­lich­kei­ten des Lan­des abge­lehnt wer­den.

Her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen eines Ber­li­ner Beam­ten

In dem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall hat­te der Schul­lei­ter eines Ber­li­ner Gym­na­si­ums mit der Besol­dungs­grup­pe A 16 geklagt. Sei­ne dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen beschei­nig­ten ihm in der Ver­gan­gen­heit nahe­zu durch­ge­hend her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen (Note „A“ bzw. „1“). Nach § 27 Abs. 4 Satz 1 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (Über­lei­tungs­fas­sung für Ber­lin) kann für Beam­te der Besol­dungs­ord­nun­gen A bei dau­er­haft her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen die nächst höhe­re Erfah­rungs­stu­fe als Grund­ge­halt vor­weg fest­ge­setzt wer­den. Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft lehn­te einen auf die­ser Grund­la­ge gestell­ten Antrag des Schul­lei­ters ab. Die Ent­schei­dung über die Fest­set­zung einer Leis­tungs­stu­fe ste­he im Ermes­sen des Dienst­herrn; die­ses wer­de in der Wei­se aus­ge­übt, dass wegen feh­len­der zusätz­li­cher Haus­halts­mit­tel für kei­nen Beam­ten eine höhe­re Leis­tungs­stu­fe fest­ge­setzt wer­de.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ver­pflich­te­te nun das Land, über den Antrag erneut zu ent­schei­den, denn die Begrün­dung für die Ableh­nung sei ermes­sens­feh­ler­haft.

Zwar fol­ge aus der Vor­schrift kein Anspruch des Beam­ten, wes­halb der Dienst­herr höhe­re Leis­tungs­stu­fen fest­set­zen kön­ne, aber dies nicht müs­se. Dass der Dienst­herr die Vor­schrift ins­ge­samt oder im Geschäfts­be­reich ein­zel­ner Senats­ver­wal­tun­gen schlicht­weg nicht anwen­de, stel­le einen Ermes­sens­aus­fall dar.

Auch wenn die Anwen­dung der Vor­schrift im Ein­zel­fall zu Unfrie­den und Unzu­frie­den­heit in Kol­le­gi­en und Dienst­stel­len füh­ren kön­ne, dür­fe die Behör­de die vom Gesetz­ge­ber vor­ge­se­he­nen Mög­lich­kei­ten einer leis­tungs­be­zo­ge­nen Besol­dung nicht voll­stän­dig ins Lee­re lau­fen las­sen. Sei die Vor­schrift für die Ver­wal­tung nicht prak­ti­ka­bel, ste­he ihr frei, gegen­über dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber eine Auf­he­bung oder Ände­rung die­ser in das Lan­des­recht über­ge­lei­te­ten Norm anzu­re­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 26. Janu­ar 2017 – VG 36 K 443.15