Hyaluron­säu­re-Fer­tig­sprit­zen für Beam­te

Hyaluron­säu­re-Fer­tig­sprit­zen (Prä­pa­rat "GO-ON") zur intra­ar­ti­ku­lä­ren Anwen­dung bei Gelenk­er­kran­kun­gen stel­len ein Arz­nei­mit­tel im Sin­ne des Bei­hil­fe­rechts bzw. des Leis­tungs­rechts der Post­be­am­ten­kran­ken­kas­se dar, obwohl das Mit­tel for­mal wegen sei­ner pri­mär phy­si­ka­li­schen Wir­kungs­wei­se als Medi­zin­pro­dukt ein­zu­stu­fen ist und nicht den Rege­lun­gen des Arz­nei­mit­tel­ge­set­zes unter­liegt. Für die erstat­tungs­recht­li­che Beur­tei­lung ist dabei nicht auf die for­mel­le arz­nei­mit­tel­recht­li­che Defi­ni­ti­on, son­dern allein auf die mate­ri­el­le Zweck­be­stim­mung des Prä­pa­rats und sei­ne Eig­nung abzu­stel­len, durch Ein­wir­kung auf den mensch­li­chen Kör­per ein Krank­heits­bild zu hei­len bzw. zu lin­dern.

Hyaluron­säu­re-Fer­tig­sprit­zen für Beam­te

Arz­nei­mit­tel­ähn­li­che Medi­zin­pro­duk­te unter­fal­len nicht dem Leis­tungs­aus­schluss für nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel gemäß § 33 Abs. 3 Buchst. a der Sat­zung der Post­be­am­ten­kran­ken­kas­se in der zum 01.05.2007 in Kraft getre­te­nen Fas­sung der 64. Ände­rung. Denn die­ser Leis­tungs­aus­schluss bezieht sich – eben­so wie die Arz­nei­mit­tel-Richt­li­ni­en des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses zu die­sem Zeit­punkt – ledig­lich auf Arz­nei­mit­tel im Sin­ne des Arz­nei­mit­tel­ge­set­zes.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 11. März 2010 – 10 S 3090/​08