Kei­ne Wit­wen­pen­si­on nach 24 Tagen

Die Wit­we eines Beam­ten, die nur 24 Tage mit ihrem Mann ver­hei­ra­tet war, erhält kei­ne Wit­wen­pen­si­on. Dies ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz.

Kei­ne Wit­wen­pen­si­on nach 24 Tagen

Die im Jah­re 1957 gebo­re­ne Klä­ge­rin hei­ra­te­te Anfang 2006 einen Poli­zei­be­am­ten, mit dem sie seit 1996 in nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaft zusam­men­leb­te. 24 Tage nach der Hoch­zeit ver­starb der Ehe­mann an einem Bron­chi­al­kar­zi­nom. Den Antrag auf Gewäh­rung von Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung lehn­te die Zen­tra­le Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­stel­le des Lan­des ab. Das Ver­wal­tungs­ge­richt ver­pflich­te­te das Land, der Klä­ge­rin Wit­wen­pen­si­on zu zah­len. Dem ist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht gefolgt und hat die Kla­ge im Beru­fungs­ver­fah­ren abge­wie­sen.

Der Gesetz­ge­ber gehe von der Ver­mu­tung aus, eine Ehe, die nicht min­des­tens ein Jahr gedau­ert habe, sei als Ver­sor­gungs­ehe anzu­se­hen. Aller­dings kön­ne der hin­ter­blie­be­ne Ehe­part­ner die­se gesetz­li­che Ver­mu­tung durch beson­de­re, objek­tiv erkenn­ba­re Umstän­de, die einen ande­ren Zweck der Ehe min­des­tens wahr­schein­lich mach­ten, wider­le­gen. Dies sei der Klä­ge­rin nicht gelun­gen. Ihr Ehe­mann sei nicht über­ra­schend ver­stor­ben. Sei­ne lebens­be­droh­li­che Erkran­kung sei den Ehe­leu­ten bei der Hei­rat bewusst gewe­sen. Die Aus­lands­ein­sät­ze des Ehe­manns, die Absicht vor der Ehe­schlie­ßung gemein­sam ein Haus zu bau­en sowie die star­ke beruf­li­che Bean­spru­chung ins­be­son­de­re der Klä­ge­rin als Eigen­tü­me­rin einer Tanz­schu­le hät­ten einer Hei­rat in den Jah­ren vor der Erkran­kung des Ehe­manns objek­tiv nicht ent­ge­gen­ge­stan­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 17. Dezem­ber 2007 – 2 A 10800/​07.OVG