Künst­li­che Befruch­tung und die Bei­hil­fe

Die Kos­ten einer künst­li­chen Befruch­tung sind nur teil­wei­se bei­hil­fe­fä­hig, Bun­des­be­am­te kön­nen nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts nicht für sämt­li­che Kos­ten einer künst­li­chen Befruch­tung eine Bei­hil­fe bean­spru­chen.

Künst­li­che Befruch­tung und die Bei­hil­fe

Der Klä­ger des hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ent­schie­de­nen Falls, ein Bun­des­be­am­ter, bean­trag­te eine Bei­hil­fe für die Kos­ten einer künst­li­chen Befruch­tung bei einer Fer­ti­li­täts­stö­rung, die eine Behand­lung bei­der Part­ner erfor­dert. Er erhielt eine Bei­hil­fe zu den Kos­ten sei­ner Behand­lung, nicht aber zu den Auf­wen­dun­gen für die Behand­lung sei­ner Ehe­frau, da die­se als hes­si­sche Lan­des­be­am­tin selbst bei­hil­fe­be­rech­tigt ist. Wäh­rend aller­dings das Bun­des­recht eine Bei­hil­fe nur für die Behand­lung des jeweils Bei­hil­fe­be­rech­tig­ten selbst vor­sieht, gewährt das hes­si­sche Lan­des­recht Bei­hil­fen zwar für die Behand­lung bei­der Part­ner, jedoch nur dann, wenn die Ursa­che der Fer­ti­li­täts­stö­rung in der Per­son des bei­hil­fe­be­rech­tig­ten Lan­des­be­am­ten liegt. Das Begeh­ren des Klä­gers blieb sowohl erst­in­stanz­lich vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz 1 wie auch in der Beru­fungs­in­stanz vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz 2 erfolg­los.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun das Beru­fungs­ur­teil des Koblen­zer Ober­ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt: Es ist nicht zu bean­stan­den, dass das für Bun­des­be­am­te gel­ten­de Bei­hil­fe­recht für die Kos­ten­er­stat­tung bei künst­li­cher Befruch­tung im Wesent­li­chen auf das Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­weist. Danach sind nur die­je­ni­gen Auf­wen­dun­gen bei­hil­fe­fä­hig, die die Behand­lung des Bei­hil­fe­be­rech­tig­ten betref­fen. Dies gilt selbst dann, wenn die Kos­ten für die Behand­lung des Ehe­part­ners von des­sen Dienst­herrn nicht über­nom­men wer­den, weil im Ein­zel­fall das für die­sen maß­geb­li­che Bei­hil­fe­recht einen Anspruch nicht vor­sieht. Der Norm­ge­ber der Bun­des­bei­hil­fe­vor­schrif­ten ist jedoch nicht ver­pflich­tet, das sich aus der Anwen­dung des nicht auf das Bun­des­recht und das Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung abge­stimm­ten hes­si­schen Lan­des­rechts mög­li­cher­wei­se erge­ben­de Defi­zit gegen­über dem Klä­ger aus­zu­glei­chen, solan­ge die Bei­hil­fe­sys­te­me gleich­wer­tig sind. Das ist hier der Fall.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 24. Febru­ar 2011 – 2 C 40.09

  1. VG Mainz, Urteil vom 27.10.2008 – 6 K 142/​08.MZ[]
  2. OVG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 19.06.2009 – 10 A 10309/​09[]