Leh­rer­streik

Der Traum eines jeden Schü­lers wird wahr: Leh­rer dür­fen ohne dis­zi­pli­na­ri­sche Kon­se­quen­zen strei­ken. Meint zumin­dest das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf.

Leh­rer­streik

In einem beim Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf anhän­gi­gen Ver­fah­ren klag­te eine beam­te­te Leh­re­rin gegen eine Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung der Bezirks­re­gie­rung Köln. Die­se hat­te gegen die Klä­ge­rin eine Geld­bu­ße in Höhe von 1.500,- € ver­hängt, weil sie im Janu­ar und Febru­ar 2009 an drei Tagen an Warn­streiks der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft teil­ge­nom­men hat­te.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf hat die­se Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung auf­ge­ho­ben: Bei der Teil­nah­me an den Warn­streiks han­de­le es sich zwar um ein Dienst­ver­ge­hen, weil es zu den im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gehö­re, dass Beam­te nicht strei­ken dürf­ten. Nach der neue­ren Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te in Straß­burg ver­sto­ße die Ver­hän­gung von Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men gegen bestimm­te Beam­ten­grup­pen, ins­be­son­de­re Leh­rer, wegen Teil­nah­me an Streiks jedoch gegen die in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on garan­tier­te Koali­ti­ons­frei­heit 1. Die­se Recht­spre­chung sei im Rah­men der völ­ker­rechts­freund­li­chen Aus­le­gung des Dis­zi­pli­nar­rechts zu berück­sich­ti­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 16. Dezem­ber 2010 – 31 K 3904/​10.O

  1. EGMR, Ent­schei­dung vom 21.04.2009 – 68959/​01, NVwZ 2010, 1018[]