Maß­geb­li­cher Zeit­punkt für die Beur­tei­lung im Bei­hil­fe­recht

Maß­geb­lich für die recht­li­che Beur­tei­lung bei­hil­fe­recht­li­cher Strei­tig­kei­ten ist grund­sätz­lich die Sach- und Rechts­la­ge zum Zeit­punkt des Ent­ste­hens der Auf­wen­dun­gen.

Maß­geb­li­cher Zeit­punkt für die Beur­tei­lung im Bei­hil­fe­recht

Der Senat ist anders als das Ver­wal­tungs­ge­richt der Ansicht, dass wei­ter­hin maß­geb­lich für die recht­li­che Beur­tei­lung bei­hil­fe­recht­li­cher Strei­tig­kei­ten grund­sätz­lich die Sach- und Rechts­la­ge zum Zeit­punkt des Ent­ste­hens der Auf­wen­dun­gen ist, für die Bei­hil­fen abver­langt wer­den 1. Die­se Auf­fas­sung ver­tritt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auch in sei­ner neue­ren Recht­spre­chung 2. Soweit das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in einem ande­ren Urteil eben­falls vom 24. Febru­ar 2011 3 dar­auf abstellt, dass die Frist, bis zu deren Ablauf die Bei­hil­fe­vor­schrif­ten über­gangs­wei­se wei­ter­hin anzu­wen­den waren, im Zeit­punkt der behörd­li­chen Ent­schei­dung über den Bei­hil­fe­an­trag des dor­ti­gen Klä­gers noch nicht abge­lau­fen war, ist nicht ersicht­lich, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt von sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung über den maß­geb­li­chen Zeit­punkt des Ent­ste­hens der Auf­wen­dun­gen abwei­chen woll­te. Die Erwä­gun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts betref­fend den Zeit­punkt der behörd­li­chen Ent­schei­dung mögen dem Umstand geschul­det sein, dass es in jenen Fäl­len mög­li­cher­wei­se nicht in ers­ter Linie um die Bei­hil­fe für kon­kret ent­stan­de­ne Auf­wen­dun­gen ging, son­dern vor­ran­gig Streit­ge­gen­stand die Fra­ge der grund­sätz­li­chen Aner­ken­nung der Bei­hil­fe­fä­hig­keit nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ger Arz­nei­mit­tel gewe­sen ist, für die maß­geb­lich auf den Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung abzu­stel­len wäre.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Janu­ar 2012 – 5 LA 176/​10

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 15.12.2005 – 2 C 35.04, BVerw­GE 125, 21; Nds. OVG, Urteil vom 23.04.2010 – 5 LB 388/​08; Beschluss vom 21.11.2008 – 5 LA 98/​08[]
  2. sie­he BVerwG, Urteil vom 24.02.2011 – 2 C 40.09; vgl. im Übri­gen auch den Wort­laut des § 58 Abs. 1, 1. Satz­teil der Bun­des­bei­hil­fe­ver­ord­nung – BBhV – vom 13.2.2009, BGBl. I S. 326[]
  3. BVerwG, Urteil vom 24.02.2011 – 2 C 9.10; sie­he auch BVerwG, Urtei­le vom 06.11.2009 – 2 C 60.08; und vom 26.08.2009 – 2 C 62.08[]