Neubewertung einer Lehrprobe nach 2½ Jahren

Die Neubewertung einer Lehrprobe kann im Einzelfall noch nach einer Dauer von etwa 2½ Jahren erfolgen, wenn sich die Prüfer an den Prüfungsverlauf hinreichend erinnern können. Diese Ansicht vertritt zumindest das Verwaltungsgericht Koblenz in einer aktuellen Entscheidung.

Neubewertung einer Lehrprobe nach 2½ Jahren

Der Kläger des jetzt vom VG Koblenz entschiedenen Falls, ein Anwärter für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, wandte sich gegen einen Bescheid des Landes Rheinland-Pfalz, mit dem ihm mitgeteilt wurde, dass er die Wiederholungsprüfung der Zweiten Staatsprüfung im Jahr 2005 im Fach Sport und Grundschulpädagogik nicht bestanden habe. Nachdem das Verwaltungsgericht Koblenz Mängel im Prüfungsverfahren festgestellt hatte, hielten die Prüfer im Rahmen einer Neubewertung im Jahr 2008 an ihrer Einschätzung fest, die Lehrprobe im Fach Sport sei “mangelhaft” gewesen. Hiergegen machte der Kläger geltend, eine Bewertung der Lehrprobe einer bereits 2½ Jahre zurückliegenden Prüfung könne nicht mehr fehlerfrei erfolgen, weshalb er zu einer Wiederholung der Prüfung zuzulassen sei.

Die Klage blieb vor dem Verwaltungsgericht Koblenz ohne Erfolg. Der Kläger, so die Koblenzer Verwaltungsrichter, habe keinen Anspruch auf Wiederholung der Prüfung. Die Prüfungskommission verfüge über eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die Bewertung der Lehrprobe, da sich die Prüfer auf Grund der in dieser Sache mehreren anhängigen gerichtlichen Verfahren des Klägers mehrfach mit dessen Prüfung befasst hätten. Das Erinnerungsvermögen werde zudem durch einen schriftlichen Entwurf der Lehrprobe und die Protokollierung der Prüfung gestützt. Darüber hinaus seien Bewertungsfehler nicht erkennbar.

Verwaltungsgericht Koblenz, Urteil vom 5. Mai 2009 – 7 K 1204/08.KO