Noch kein neu­er Prä­si­dent für das Lan­des­ar­beits­ge­richt Sach­sen-Anhalt

Die Beset­zung der Prä­si­den­ten­stel­le beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Sach­sen-Anhalt ver­zö­gert sich wei­ter­hin. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt hat die von dem Ver­wal­tungs­ge­richt Hal­le auf Antrag einer Mit­be­wer­be­rin erlas­se­ne einst­wei­li­ge Anord­nung im Ergeb­nis bestä­tigt, wonach eine neue Aus­wahl für den Dienst­pos­ten zu tref­fen ist.

Noch kein neu­er Prä­si­dent für das Lan­des­ar­beits­ge­richt Sach­sen-Anhalt

Die Aus­wahl­ent­schei­dung des Minis­ter­prä­si­den­ten zuguns­ten der Bei­gela­de­nen ist nach Ansicht des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt u. a. des­halb rechts­feh­ler­haft, weil das in der Stel­len­aus­schrei­bung auf­ge­stell­te und als kon­sti­tu­tiv ange­se­he­ne Anfor­de­rungs­merk­mal "sowohl mehr­jäh­ri­ge Erfah­run­gen in der Gerichts­ver­wal­tung als auch in der all­ge­mei­nen Jus­tiz­ver­wal­tung, zum Bei­spiel in einer obers­ten Bun­des- oder Lan­des­be­hör­de" nicht als sach­ge­recht anzu­se­hen sei.

Dass ein Bewer­ber über Kennt­nis­se und Erfah­run­gen in den Berei­chen der Gerichts- und Jus­tiz­ver­wal­tung ver­fü­gen müs­se, dürf­te sich zwar schon aus den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten erge­ben. Denn der Prä­si­dent des Lan­des­ar­beits­ge­rich­tes habe nicht nur die Auf­ga­ben der Gerichts­ver­wal­tung wahr­zu­neh­men, son­dern er müs­se als Lei­ter eines obers­ten Lan­des­ge­rich­tes und damit Lei­ter einer obe­ren Lan­des­be­hör­de zudem mit dem zustän­di­gen Fach­mi­nis­te­ri­um in Ange­le­gen­hei­ten der (all­ge­mei­nen) Jus­tiz­ver­wal­tung zusam­men­ar­bei­ten, was ent­spre­chen­de Kennt­nis­se und Erfah­run­gen in die­sem Bereich vor­aus­set­ze.

Es sei indes nicht erkenn­bar, dass ein Bewer­ber für das Amt des Prä­si­den­ten des Lan­des­ar­beits­ge­rich­tes unge­eig­net sei, wenn er nicht über mehr­jäh­ri­ge Erfah­run­gen in der Gerichts- wie all­ge­mei­nen Jus­tiz­ver­wal­tung ver­fü­ge.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen ‑Anhalt, Beschluss vom 15. Sep­tem­ber 2014 – 1 M 76/​14