Objekt­schüt­zer bei der Ber­li­ner Poli­zei – und die Täto­wie­rung als Eig­nungs­man­gel

Das Land Ber­lin darf eine Bewer­bung um eine Stel­le im Objekt­schutz der Ber­li­ner Poli­zei ableh­nen, wenn der Bewer­ber sicht­ba­re Täto­wie­run­gen trägt, die Zwei­fel an sei­ner Ver­fas­sungs­treue begrün­den.

Objekt­schüt­zer bei der Ber­li­ner Poli­zei – und die Täto­wie­rung als Eig­nungs­man­gel

In dem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall trug der Bewer­ber auf dem Arm sicht­ba­re Täto­wie­run­gen, die das Wort „omertà“, Revol­ver­pa­tro­nen und Toten­köp­fe abbil­den. Nach­dem er sich erfolg­los um eine Stel­le im Objekt­schutz der Ber­li­ner Poli­zei bewor­ben hat­te, ver­lang­te er vom Land Ber­lin, eine der aus­ge­schrie­ben Stel­len nicht zu beset­zen. Das Ver­fah­ren wur­de von den Par­tei­en für erle­digt erklärt, nach­dem alle Stel­len ander­wei­tig besetzt wor­den waren.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat dem Bewer­ber nun die Kos­ten des Ver­fah­rens auf­er­legt, weil er ohne die ein­ge­tre­te­ne Erle­di­gung mit sei­nem Antrag unter­le­gen wäre. Das Land Ber­lin habe wegen der Täto­wie­run­gen Zwei­fel dar­an haben dür­fen, dass der Antrag­stel­ler jeder­zeit für die frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung im Sin­ne des Grund­ge­set­zes ein­tre­ten wer­de. Das Wort „omertà“ und die abge­bil­de­ten Revol­ver­pa­tro­nen und Toten­köp­fe begrün­de­ten Zwei­fel dar­an, dass der Antrag­stel­ler als Mit­ar­bei­ter des Objekt­schut­zes ent­spre­chend dem in der Ver­fas­sung ent­hal­te­nen Rechts­staats­prin­zip nach Recht und Gesetz han­deln wer­de. Ob der Bewer­ber tat­säch­lich ver­fas­sungs­treu sei, sei ohne Belang; es kom­me ent­schei­dend auf die Sicht eines Betrach­ters an.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 25. April 2019 – – 5 Ta 730/​19