Pau­scha­lier­te Tages­sät­ze einer Pri­vat­kli­nik im Bei­hil­fe­recht

Es besteht gemäß § 7 Abs. 7 Satz 1 und Satz 2 BVO kei­ne Rechts­grund­la­ge für eine Bei­hil­fe­ge­wäh­rung, wenn eine Pri­vat­kli­nik pau­scha­lier­te Tages­sät­ze abrech­net und die Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung bei der Pau­scha­l­ab­rech­nung nicht sinn­ge­mäß anwen­det. Vor­auset­zung für die sinn­ge­mä­ße Anwen­dung der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung durch eine Pri­vat­kli­nik ist die Aus­wei­sung eines Abtei­lungs­pfle­ge­sat­zes und eines Basis­pfle­ge­sat­zes. Eine geson­der­te Berech­nung der (regel-)ärzt­li­che Leis­tun­gen als "Wahl­leis­tun­gen" ist dane­ben nicht mög­lich. Als Ver­gleichs­kran­ken­haus darf im Rah­men der von der Bei­hil­fe­stel­le durch­ge­führ­ten Ver­gleichs­be­rech­nung ein zuge­las­se­nes Kran­ken­haus der Maxi­mal­ver­sor­gung am Sitz der Bei­hil­fe­stel­le her­an­ge­zo­gen wer­den.

Pau­scha­lier­te Tages­sät­ze einer Pri­vat­kli­nik im Bei­hil­fe­recht

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Beam­tin ent­schie­den, deren Bei­hil­fe­an­trä­ge nur zum Teil von dem Lan­des­amt für Besol­dung und Ver­sor­gung Baden-Würt­tem­berg (im Fol­gen­den: LBV) aner­kannt wor­den sind. Bei der von der Klä­ge­rin in Anspruch genom­me­nen W. Kli­nik han­delt es sich nicht um eine nach § 108 SGB V zuge­las­se­ne Ein­rich­tung und somit um ein Kran­ken­haus nach § 7 Abs. 2 BVO. Nach erfolg­los ein­ge­lei­te­ten Wider­sprü­chen ist vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts sind Auf­wen­dun­gen nach § 5 der Ver­ord­nung des Finanz­mi­nis­te­ri­ums über die Gewäh­rung von Bei­hil­fe in Geburts‑, Krankheits‑, Pfle­ge- und Todes­fäl­len (Bei­hil­fe­ver­ord­nung – BVO -) vom 28. Juli 1995 1, zuletzt geän­dert durch Art. 47 Dienst­rechts­re­form­ge­setz vom 9. Novem­ber 2010 2 bei­hil­fe­fä­hig, wenn sie dem Grun­de nach not­wen­dig und der Höhe nach ange­mes­sen sind. Über die Not­wen­dig­keit und Ange­mes­sen­heit ent­schei­det die Bei­hil­fe­stel­le.

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 6 BVO sind die Auf­wen­dun­gen für voll- und teil­sta­tio­nä­re Kran­ken­haus­leis­tun­gen in zuge­las­se­nen Kran­ken­häu­sern nach § 108 SGB V nach Maß­ga­be des § 6 a BVO bei­hil­fe­fä­hig. Nach § 6 a Abs. 1 BVO sind die Auf­wen­dun­gen für Leis­tun­gen in zuge­las­se­nen Kran­ken­häu­sern (§ 108 SGB V) bei­hil­fe­fä­hig, die nach der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung (BPflV) oder dem Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz (KHEntGG) ver­gü­tet wer­den, für all­ge­mei­ne Kran­ken­haus­leis­tun­gen nach § 2 Abs. 2 BPflV, § 2 Abs. 2 KHEntGG, sowie für gemäß § 22 BPflV, §§ 16, 17 KHEntGG geson­dert berech­ne­te wahl­ärzt­li­che Leis­tun­gen und für Unter­kunft bis zur Höhe der Wahl­leis­tungs­ent­gel­te für Zwei­bett­zim­mer unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 6 a Abs. 2 BVO (Wahl­leis­tun­gen gegen Zah­lung eines Betra­ges von 13,00 EUR monat­lich).

Die Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Auf­wen­dun­gen für die sta­tio­nä­re Behand­lung in Kran­ken­häu­sern, die die Vor­aus­set­zun­gen des § 107 Abs. 1 SGB V erfül­len, die aber nicht unter § 6 Abs. 1 Nr. 6 BVO fal­len, weil sie nicht nach § 108 SGB V zuge­las­sen sind, rich­tet sich nach § 7 BVO (vgl. § 7 Abs. 1 und Abs. 2 BVO). Bei Behand­lun­gen in Kran­ken­häu­sern nach § 7 Abs. 2 BVO, die die Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung sinn­ge­mäß anwen­den, sind pau­schal berech­ne­te Auf­wen­dun­gen für die Leis­tun­gen bei­hil­fe­fä­hig, wenn und soweit sie in Kran­ken­häu­sern nach § 6 a BVO bei­hil­fe­fä­hig wären (§ 7 Abs. 7 Satz 1 BVO). Im Übri­gen sind Auf­wen­dun­gen gemäß § 7 Abs. 7 Satz 2 BVO bei­hil­fe­fä­hig für geson­dert erbrach­te und berech­ne­te Leis­tun­gen nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 BVO (ärzt­li­che Leis­tun­gen), nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 3 BVO (Arz­nei­mit­tel, Heil­be­hand­lun­gen), für Pfle­ge, Unter­kunft und Ver­pfle­gung und nach § 6 Abs. 1 Nr. 9 (Reha­maß­nah­men), § 10 a Nr. 3 (Fami­li­en- und Haus­halts­hil­fe) sowie für Fahrt­kos­ten.

Bei der W. Kli­nik han­delt es sich unstrei­tig nicht um ein nach § 108 SGB V zuge­las­se­nes Kran­ken­haus (Hoch­schul­kli­ni­ken, Plan­k­ran­ken­häu­ser, Kran­ken­häu­ser mit Ver­sor­gungs­ver­trag). Daher schei­det § 6 Abs. 1 Nr. 6 BVO als Anspruchs­grund­la­ge für die begehr­te Bei­hil­fe von vorn­her­ein aus. Die W. Kli­nik ist jedoch ein Kran­ken­haus im Sin­ne des § 7 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 2 BVO, da sie die Vor­aus­set­zun­gen des § 107 Abs. 1 SGB V erfüllt 3. Damit rich­tet sich die Gewäh­rung von Bei­hil­fe nach § 7 Abs. 7 BVO.

Ein Anspruch nach § 7 Abs. 7 Satz 1 BVO setzt jedoch vor­aus, dass die von der Klä­ge­rin in Anspruch genom­me­ne Pri­vat­kli­nik die Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung 4 sinn­ge­mäß anwen­det. Dies ist indes­sen bei der W. Kli­nik nicht der Fall. Eine sinn­ge­mä­ße Anwen­dung der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung liegt näm­lich nur dann vor, wenn sie die Gesamt­heit der Rege­lun­gen über all­ge­mei­ne Kran­ken­haus­leis­tun­gen und pau­scha­lier­te Pfle­ge­sät­ze sinn­ge­mäß anwen­det – nicht nur bezüg­lich ein­zel­ner Kom­po­nen­ten (z.B. Son­der­ent­gel­te) – und damit die Preis­struk­tur den in § 6 a Abs. 1 BVO genann­ten Ent­gel­ten ent­spricht 5. Zu Recht weist der Beklag­te in sei­ner Kla­ge­er­wi­de­rung in die­sem Zusam­men­hang des­halb dar­auf hin, dass danach auch in Pri­vat­kli­ni­ken mit dem Fach­be­reich Psych­ia­trie und Psy­cho­so­ma­tik ein Basis- und ein Abtei­lungs­pfle­ge­satz fest­ge­legt und abge­rech­net wer­den muss. Dies folgt aus § 13 Abs. 1 bis 3 BPflV 6. Die aktu­el­le Abrech­nungs­pra­xis der W. Kli­nik genügt jedoch aus­weis­lich ihrer Stel­lung­nah­me vom 30.06.2011 § 13 BPflV eben­falls nicht, da zwar sinn­ge­mäß ein Basis­pfle­ge­satz (§ 13 Abs. 3 BPflV) für Unter­kunft und Ver­pfle­gung (246,06 EUR pro Tag), nicht aber ein Abtei­lungs­pfle­ge­satz i.S.v. § 13 Abs. 2 BPflV abge­rech­net wird, son­dern Arzt- und The­ra­peu­ten­leis­tun­gen geson­dert als „Wahl­leis­tun­gen“ in Rech­nung gestellt wer­den. Damit kommt die Gewäh­rung der begehr­ten Bei­hil­fe nach § 7 Abs. 7 Satz 1 BVO nicht in Betracht.

Die Klä­ge­rin kann den von ihr gel­tend gemach­ten Anspruch aber auch nicht auf § 7 Abs. 7 S. 2 BVO stüt­zen. Die­se Vor­schrift setzt vor­aus, dass die dar­in im Ein­zel­nen genann­ten Leis­tun­gen geson­dert erbracht und berech­net wor­den sind. Der der Klä­ge­rin pau­schal in Rech­nung gestell­te „Kran­ken­haus­pfle­ge­satz“ von 246,06 EUR pro Tag erfüllt die­se Vor­aus­set­zun­gen von vor­ne­her­ein nicht 7 . Die von der Klä­ge­rin vor­ge­leg­ten Rech­nun­gen über „wahl­ärzt­li­che“ Leis­tun­gen ent­hal­ten zwar jeweils geson­der­te Berech­nun­gen von in § 6 Abs. 1 BVO auf­ge­führ­ten Leis­tun­gen. Der Beklag­te weist aber zu Recht dar­auf hin, dass hier nicht zwi­schen ärzt­li­chen Leis­tun­gen nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 BVO und ärzt­lich ver­ord­ne­ten Heil­be­hand­lun­gen nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 BVO dif­fe­ren­ziert wird (z.B. Ernäh­rungs­be­ra­tung, gym­nas­ti­sche Übun­gen, Mus­kel­ent­span­nung, Kran­ken­gym­nas­tik, Rücken­schu­le, Bewe­gungs­the­ra­pie, Fan­go, Mas­sa­gen, Kunst­grup­pe). Selbst wenn man die­se Posi­tio­nen bei ent­spre­chen­der Zuord­nung grund­sätz­lich als berück­sich­ti­gungs­fä­hig aner­ken­nen wür­de, müss­te sich die Klä­ge­rin dar­auf ver­wei­sen las­sen, dass dies in Ver­bin­dung mit der dann fol­ge­rich­ti­gen Berück­sich­ti­gung des „Kran­ken­haus­pfle­ge­sat­zes“ der W. Kli­nik (nur) bis zur Höhe des in den Wider­spruchs­be­schei­den genann­ten Basis­ta­rifs des Bür­ger­hos­pi­tals von 72,94 EUR täg­lich im Rah­men des vom Beklag­ten zu Recht ange­wand­ten Ver­gleichs­ver­fah­rens einen deut­lich gerin­ge­ren Bei­hil­fe­an­spruch als den vom LBV aner­kann­ten begrün­den wür­de.

In Ergän­zung der Rege­lung des § 7 Abs. 7 Satz 2 BVO gewährt der Beklag­te in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art in stän­di­ger Ver­wal­tungs­pra­xis Bei­hil­fe nur im Rah­men einer Ver­gleichs­be­rech­nung mit den in einem unter die BPflV fal­len­den Kran­ken­haus der Maxi­mal­ver­sor­gung ent­ste­hen­den bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten und wen­det hier­zu den Ent­wurf der Ver­wal­tungs­vor­schrift des Finanz­mi­nis­te­ri­ums zur Bei­hil­fe­ver­ord­nung (VwVB­VO) 8 an. Es kann offen blei­ben, ob es sich hier­bei um eine frei­wil­li­ge Leis­tung han­delt, oder ob eine sol­che Ver­gleichs­be­rech­nung für den Dienst­herrn nicht im Rah­men der Für­sor­ge­pflicht unter Berück­sich­ti­gung des Prin­zips einer frei­en Arzt­wahl ver­pflich­tend ist, denn jeden­falls hat das LBV im vor­lie­gen­den Fall eine rechts­feh­ler­freie Ver­gleichs­be­rech­nung durch­ge­führt.

Nach Zif­fer 5.1 des Ent­wurfs der genann­ten Ver­wal­tungs­vor­schrift kön­nen Auf­wen­dun­gen für Leis­tun­gen eines Kran­ken­hau­ses nach § 7 Abs. 2 BVO, die nicht offen­sicht­lich gerin­ger als sol­che nach dem Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz oder der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung sind, zur Prü­fung der Ange­mes­sen­heit im Gesamt­be­trag den bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten eines unter die Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung fal­len­den Kran­ken­hau­ses gegen­über­ge­stellt wer­den, soweit sie nach der Art der Leis­tung den Kran­ken­haus­leis­tun­gen nach dem Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz oder der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung ent­spre­chen. Als Ver­gleichs­kran­ken­haus ist ein sol­ches mit Maxi­mal­ver­sor­gung am Sitz der Bei­hil­fe­stel­le oder in deren nächs­ter Umge­bung her­an­zu­zie­hen.

Eine sol­che Rege­lung ist recht­lich nicht zu bean­stan­den. Denn in der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass in den Bei­hil­fe­vor­schrif­ten Rege­lun­gen getrof­fen wer­den kön­nen, mit denen bei Behand­lun­gen in Kran­ken­häu­sern, die die Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung oder das Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz nicht anwen­den, die Bei­hil­fe­fä­hig­keit der Kos­ten für Leis­tun­gen auf die Höhe der Auf­wen­dun­gen für Kran­ken­häu­ser der Maxi­mal­ver­sor­gung begrenzt wird 9. Es ist beam­ten­recht­lich auch nicht will­kür­lich, pri­va­te, nicht nach § 108 SGB V zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser nicht voll umfäng­lich wie zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser zu behan­deln 10.

Die vom LBV auf die­ser Grund­la­ge vor­ge­nom­me­ne Ver­gleichs­be­rech­nung ist feh­ler­frei. Ins­be­son­de­re ist es nicht zu bean­stan­den, dass es sämt­li­che von der Klä­ge­rin vor­ge­leg­ten Rech­nun­gen für soge­nann­te „wahl­ärzt­li­che“ Leis­tun­gen nicht in die Ver­gleichs­be­rech­nung ein­be­zo­gen hat. Denn hier­bei han­delt es sich nicht um Wahl­leis­tun­gen im Sin­ne der §§ 22 BPflV, 17 KHEntgG, die der Pati­ent mit einem zur geson­der­ten Berech­nung sei­ner Leis­tun­gen berech­tig­ten Arzt im Rah­men der voll­sta­tio­nä­ren Behand­lung ver­ein­bart hat (§ 17 Abs. 2 und 3 KHEntgG). Viel­mehr wer­den in der W. Kli­nik aus­weis­lich der Stel­lung­nah­me vom 30.06.2011 sämt­li­che ärzt­li­che Leis­tun­gen sepa­rat abge­rech­net. Es han­delt sich sys­te­ma­tisch des­halb nicht um Wahl­leis­tun­gen im Sin­ne der Bun­des­pfle­ge­satz­ver­ord­nung und des Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­set­zes, son­dern um ärzt­li­che Leis­tun­gen, die den all­ge­mei­nen Kran­ken­haus­leis­tun­gen (Regel­arzt­be­hand­lung) ent­spre­chen und die in einem zuge­las­se­nen Kran­ken­haus im Abtei­lungs­pfle­ge­satz bereits ent­hal­ten (vgl. § 13 Abs. 2 BPflV) und des­halb bei den Auf­wen­dun­gen des Ver­gleichs­kran­ken­hau­ses bereits berück­sich­tigt sind. Es ist des­halb nicht zu bean­stan­den, dass der Beklag­te die Auf­wen­dun­gen für die ärzt­li­chen Leis­tun­gen bei der Ver­gleichs­be­rech­nung nicht noch­mals berück­sich­tigt hat. Damit ist auch der im Bescheid vom 11.05.2011 vor­ge­nom­me­ne Abzug nicht zu bean­stan­den, da die­ser nur ärzt­li­che Leis­tun­gen betrifft. Da der Bescheid vom 04.04.2011 nicht bestands­kräf­tig wur­de, konn­te der Abzug ohne eine förm­li­che Rück­nah­me­ent­schei­dung erfol­gen.

Ein Ver­stoß gegen Art. 3 GG ist nicht ersicht­lich, denn es wur­de nicht dar­ge­legt, dass es beim LBV inso­weit eine davon abwei­chen­de ein­heit­li­che Pra­xis der Bei­hil­fe­ge­wäh­rung gibt oder in ande­ren ver­gleich­ba­ren Fäl­len Bei­hil­fe zu den Auf­wen­dun­gen für ärzt­li­che Leis­tun­gen gewährt wur­de.

Des Wei­te­ren kann sich die Klä­ge­rin auch nicht mit Erfolg gegen die Her­an­zie­hung des Bür­ger­hos­pi­tals als Ver­gleichs­kran­ken­haus wen­den. Die­se Rege­lung gewähr­leis­tet viel­mehr die Gleich­be­hand­lung aller bei­hil­fe­be­rech­tig­ten Beam­ten unab­hän­gig von ihrem Wohn­ort und ist des­halb unter Berück­sich­ti­gung der im Bei­hil­fe­recht zuläs­si­gen Gene­ra­li­sie­rung und Typi­sie­rung recht­lich nicht zu bean­stan­den, zumal sie sich an der ent­spre­chen­de Rege­lung für Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te im Aus­land in § 13 Abs. 1 Satz 1 BVO ori­en­tiert 11.

Zu Recht hat der Beklag­te schließ­lich auch die Gewäh­rung von Bei­hil­fe zu den Auf­wen­dun­gen für ein Ein­bett­zim­mer abge­lehnt. Denn auch bei einem zuge­las­se­nen Kran­ken­haus wären nur Auf­wen­dun­gen bis zur Höhe der Wahl­leis­tungs­ent­gel­te für Zwei­bett­zim­mer bei­hil­fe­fä­hig (§ 6 a Abs. 1 Nr. 3 BVO). Eine Berück­sich­ti­gung eines Zwei­bett­zim­mer-Zuschlags in der Ver­gleichs­be­rech­nung kann die Klä­ge­rin des­halb nicht ver­lan­gen, weil ein Zwei­bett­zim­mer in dem vom LBV her­an­ge­zo­ge­nen Ver­gleichs­kran­ken­haus als Regel­leis­tung im Basis­pfle­ge­satz ent­hal­ten ist 12. Das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 27.05.2010 13 steht dem nicht ent­ge­gen, da es sich nur auf die abwei­chen­de Rechts­la­ge in Rhein­land- Pfalz bezieht 14 und eine dem § 5 a Abs. 3 Satz 2 BVO-RP a. F. ent­spre­chen­de Rege­lung in den Bei­hil­fe­vor­schrif­ten Baden-Würt­tem­berg nicht ent­hal­ten ist.

Schließ­lich kann die Klä­ge­rin auch aus dem Schrei­ben des LBV vom 28.02.2011 und den bei­gefüg­ten Hin­wei­sen nichts für sich her­lei­ten. Denn die Auf­wen­dun­gen für die Behand­lung in der W. Kli­nik wur­den dar­in nur dem Grun­de nach als bei­hil­fe­fä­hig aner­kannt. Zudem wur­de sie dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kos­ten der bei­hil­fe­fä­hi­gen Auf­wen­dun­gen durch eine Ver­gleichs­be­rech­nung (Kli­ni­kum Stutt­gart ‑Bür­ger­hos­pi­tal – als Ver­gleichs­kran­ken­haus) ermit­telt wür­den, der die Pfle­ge­sät­ze nach der Bun­des­pfle­ge­ver­ord­nung zugrun­de gelegt wür­den. Ins­be­son­de­re wur­de die Klä­ge­rin aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass bei einem Kos­ten­ver­gleich Arzt­kos­ten nicht geson­dert berück­sich­tigt wer­den, wenn die Pri­vat­kli­nik all­ge­mei­ne Kran­ken­haus­leis­tun­gen als ein­zel­ne Auf­wen­dun­gen in Rech­nung stellt, weil bei einer Behand­lung im Ver­gleichs­kran­ken­haus die Arzt­kos­ten bereits in den Pfle­ge­sät­zen ent­hal­ten sei­en.

Die Kla­ge war daher mit der Kos­ten­fol­ge des § 154 Abs. 1 VwGO abzu­wei­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 21. März 2012 – 3 K 2409/​11

  1. BVO vom 28.07.1995, GBl. S. 561[]
  2. GBl. S. 793[]
  3. vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 27.08.2001 – 4 S 567/​99, VBlBW 2002, 37[]
  4. Ver­ord­nung zur Rege­lung der Kran­ken­haus­pfle­ge­sät­ze vom 26.09.1994, BGBl. I 1994, 2750, zuletzt geän­dert durch Art. 10 des Geset­zes vom 22.12.2010, BGBl. I 2010, 2309[]
  5. vgl. Schröder/​Beckmann/​Keufer/​Hellstern/​Zimmermann, Bei­hil­fe­vor­schrif­ten Baden-Würt­tem­berg, Stand Janu­ar 2011, RdNr. 71 zu § 7 Abs. 7 BVO[]
  6. so auch VG Stutt­gart, Urteil vom 25.11.2011 – 3 K 2555/​11, und im Ergeb­nis VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 27.08.2001 – 4 S 576/​99, VBlBW 2002,37, zur Abrech­nungs­pra­xis der W. Kli­nik in G. im Jahr 1997, als dort wohl ein alle Leis­tun­gen umfas­sen­der Ein­heits­pau­schal­pfle­ge­satz abge­rech­net wur­de[]
  7. vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 27.08.2001 – 4 S 567/​99, a.a.O.[]
  8. VwVB­VO-Ent­wurf – 1 – 0374.0 – 02/​4[]
  9. BVerwG, Beschl. v. 19.08.2009 – 2 B 19.09[]
  10. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 27.08.2001 – 4 S 567/​99, a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 21.08.1992 – 4 S 1116/​91[]
  11. vgl. Schröder/​Beckmann/​Keufer/​Hellstern/​Zimmermann, a.a.O., RdNr. 71 f zu § 7 Abs. 7 BVO; VG Düs­sel­dorf , Urt. v. 21.01.2011 – 13 K 4475/​10, IÖD 2011, 68 zu § 26 Abs. 2 BBhV; a. A. VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 18.01.1983 – 4 S 348/​82, zur Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Auf­wen­dun­gen für Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te im Aus­land gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 BV a. F.[]
  12. vgl. hier­zu VGH Mün­chen, Urt. v. 19.11.2008 – 14 B 06.1909[]
  13. BVerwG, Urteil vom 27.05.2010 – 2 C 78.08, NVwZ-RR 2010, 693[]
  14. BVO-RP i. d. F. v. 09.05.2005, GVBl. S. 195[]