Per­sön­li­ches Vor­stel­lungs­ge­spräch und die Bewer­ber­aus­wahl

Sieht die maß­geb­li­che Wahl­ord­nung vor, die für ein öffent­li­ches Amt in Fra­ge kom­men­den Bewer­ber in einem per­sön­li­chen Vor­stel­lungs­ge­spräch anzu­hö­ren, so kann auch die­se Vor­stel­lung nicht ver­zich­tet wer­den. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver dem Nie­der­säch­si­schen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kul­tur vor­läu­fig unter­sagt, die aus­ge­wähl­te Bewer­be­rin zur Prä­si­den­tin der Fach­hoch­schu­le Han­no­ver zu ernen­nen. Gegen die Aus­wahl­ent­schei­dung hat­te sich ein Hoch­schul­pro­fes­sor aus Lud­wigs­ha­fen mit einem gericht­li­chen Eil­an­trag gewandt.

Per­sön­li­ches Vor­stel­lungs­ge­spräch und die Bewer­ber­aus­wahl

Das Gericht hat die Aus­hän­di­gung der Ernen­nungs­ur­kun­de wegen eines Ver­fah­rens­feh­lers gestoppt. Ent­ge­gen einer aus­drück­li­chen Bestim­mung in der Wahl­ord­nung der Fach­hoch­schu­le Han­no­ver hat­te der Senat der Fach­hoch­schu­le davon abge­se­hen, die bei­den von ursprüng­lich 29 Bewer­bern in die enge­re Wahl genom­me­nen Hoch­schul­leh­rer in einem per­sön­li­chen Vor­stel­lungs­ge­spräch anzu­hö­ren, weil er dies für ent­behr­lich hielt. Durch die­sen Ver­fah­rens­feh­ler ist der unter­le­ge­ne Bewer­ber – zumal da er anders als die aus­ge­wähl­te Bewer­be­rin von außen kommt – nach Ansicht des Gerichts in sei­nem Recht auf ein gerech­tes Aus­wahl­ver­fah­ren ver­letzt wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschluss vom 22. Novem­ber 2010 – 2 B 4796/​10